• 22:41 Uhr: ➤ Kiew entsetzt über Erschießungsvideo von Kriegsgefangenem
  • 19:33 Uhr: Nato-Generalsekretär: Verstärkung der Ukraine-Hilfe dringend nötig
  • 17:31 Uhr: Moskau: Eroberung von Bachmut entscheidend für Fortgang russischer Offensive
  • 17:05 Uhr: EU-Industriekommissar: Rüstungsbranche muss in Kriegswirtschaftsmodus
  • 16:14 Uhr: Zahl ukrainischer Kinder an deutschen Schulen weiter gestiegen
  • 15:18 Uhr: Ukrainische Armee klärt Identität von getöteten Kriegsgefangenen
  • 14:36 Uhr: Polen kündigt Leopard-Lieferung an Kiew in dieser Woche an
  • 14:05 Uhr: "Moscow Times": Wagner nimmt Kämpfer mit psychischen Vorerkrankungen
  • 13:30 Uhr: Belarus meldet mehr als 20 Festnahmen nach Sabotage an russischem Flugzeug
  • 11:44 Uhr: London: Konflikte um russische Armee sind Zeichen für schwierige Lage

Mehr News zum Krieg in der Ukraine

➤Kiew entsetzt über Erschießungsvideo von Kriegsgefangenem

  • 22:41 Uhr

Mit Entsetzen hat die ukrainische Führung auf ein Video von einer mutmaßlichen Erschießung eines Kriegsgefangenen durch russische Soldaten reagiert. "Kriegsverbrechen werden in Russland kultiviert", schrieb der Chef des Präsidentenbüros, Andrij Jermak, am Montag im Nachrichtenkanal Telegram. Es sei ein Beispiel für die Schwäche der Russen. "Für jedes dieser Kriegsverbrechen wird es eine Strafe geben. Niemand kann sich dieser entziehen", sagte der Vertraute von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Außenminister Dmytro Kuleba sagte Journalisten, er sei nach Ansehen des Videos niedergeschlagen.

Der Menschenrechtsbeauftragte des ukrainischen Parlaments, Dmytro Lubinez, bezeichnete die gefilmte mutmaßliche Erschießung als "Ausdruck von Niedertracht und Gemeinheit". Die Tötung von Gefangenen sei ein Verstoß gegen die Genfer Konventionen, betonte der 41-Jährige. Er habe das Video seinen internationalen Kollegen als Beleg für ein "weiteres Kriegsverbrechen Russlands" geschickt. Die Echtheit des Videos war von unabhängiger Seite zunächst nicht überprüfbar.

Zuvor war unter anderem von dem Internetportal Ukrajinska Prawda ein Video veröffentlicht worden, bei dem ein Mann in ukrainischer Uniform "Ruhm der Ukraine" ruft und dann mutmaßlich mit mehreren Schüssen getötet wird. "Slawa Ukrajini" (Deutsch: Ruhm der Ukraine) wird von der ukrainischen Armee und Polizei als Losung verwendet. Insbesondere seit dem Angriffskrieg Russlands wird der Gruß auch international als Solidaritätsformel verwendet, unter anderem von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bei seinem Kiew-Besuch im Juni vergangenen Jahres.

Der Spruch geht in seinem Ursprung auf "Slawa Issussu Chrystu!" (Deutsch: Gepriesen sei Jesus Christus) zurück. Erste Verwendungen im Zusammenhang mit der Ukraine gab es vor dem Ersten Weltkrieg in der aufkeimenden ukrainischen Unabhängigkeitsbewegung. Die Losung war auch von mit Hitlerdeutschland kollaborierenden ukrainischen Nationalisten im Zweiten Weltkrieg benutzt worden. Viele Jahre später wurde der Spruch in einem anderen Kontext bei den Maidan-Protesten 2013 gegen die russlandfreundliche Regierung verwendet.

Russland führt seit mehr als einem Jahr Krieg gegen die Ukraine. In der Vergangenheit waren ebenfalls schwer zu überprüfende Videos aufgetaucht, bei denen ukrainische Soldaten russische Gefangene erschießen. Moskau hatte dies als Kriegsverbrechen kritisiert.(dpa)

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Die Lage im Überblick:

Seit 24. Februar 2022 führt Russland aus der Luft und am Boden einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kurz zuvor hatte Präsident Wladimir Putin das Existenzrecht der Ukraine als eigenständiger Staat in Zweifel gezogen und die sogenannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ostukraine anerkannt.

Die ukrainische Armee wehrt sich seitdem nach Kräften gegen die Invasoren. Auf beiden Seiten gibt es Berichten zufolge Tausende Tote, wie viele Soldaten und Zivilisten bereits starben, lässt sich jedoch nicht unabhängig überprüfen. Fakt ist: Die humanitäre Lage in der Ukraine spitzt sich mit jedem Tag zu.

Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR hat inzwischen mehr als 19 Millionen Grenzübertritte aus der Ukraine registriert (Stand: 28. Februar). Die Flüchtenden sind vor allem Frauen und Kinder, da Männer zwischen 18 und 60 Jahren das Land nicht verlassen dürfen. Laut UNHCR sind in dieser Zeit knapp 10,6 Millionen Grenzübertritte zurück in die Ukraine registriert worden (Stand: 28. Februar).

Die EU und die USA reagierten mit Sanktionen. Außerdem liefern sie der Ukraine Waffen, auch Deutschland unterstützt das Land mit Waffenlieferungen. Auch Panzer der Klasse Gepard hat die Ukraine aus Deutschland erhalten. (dpa)

Russlands Angriff auf die Ukraine: Frontverlauf im Laufe des Jahres © dpa-infografik GmbH

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Die weiteren Meldungen zum Krieg in der Ukraine vom 7. März

Nato-Generalsekretär: Verstärkung der Ukraine-Hilfe dringend nötig

  • 19:33 Uhr

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat kurz vor einem Treffen der Verteidigungsminister der EU-Staaten in Schweden das Erfordernis zusätzlicher Militärhilfen für die Ukraine betont. Man habe über die dringende Notwendigkeit gesprochen, die Unterstützung zu verstärken und aufrechtzuerhalten, sagte Stoltenberg am Dienstagabend am Rande von Gesprächen mit dem schwedischen Regierungschef Ulf Kristersson in Stockholm. "Das ist zu einem Abnutzungskrieg geworden und damit ist es auch ein Kampf um Logistik." Es sei wichtig, dass nun die Produktion gesteigert werde.

Stoltenberg begrüßte es in diesem Zusammenhang, dass an einer gemeinsamen Munitionsbeschaffung von EU-Staaten gearbeitet wird. Bei der Nato gebe es gemeinsame Beschaffung bereits seit Jahren, sagte er.

Die Verteidigungsminister der 27 EU-Staaten wollen an diesem Mittwoch bei einem Treffen in einem Konferenzzentrum in der Nähe von Stockholm über weitere Munitionslieferungen an die Ukraine beraten. Hintergrund sind insbesondere Befürchtungen, dass dem von Russland angegriffenen Land künftig nicht mehr ausreichend Artilleriegranaten zur Verfügung stehen könnten. Bereits im Februar hatte der estnische Außenminister Urmas Reinsalu bei einem EU-Ministertreffen gesagt, der Ukraine gingen die Geschosse aus.

Um der Ukraine die dringend benötigte Munition zur Verfügung zu stellen, wird derzeit erwogen, lieferwilligen Mitgliedstaaten einen deutlich höheren Anteil der Kosten aus EU-Mitteln zu erstatten als bislang. Dafür könnte eine weitere Milliarde Euro zur Verfügung gestellt werden. Stoltenberg ist als Gast zu den Beratungen der Minister eingeladen.(dpa)

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Moskau: Eroberung von Bachmut entscheidend für Fortgang russischer Offensive

  • 17:31 Uhr

Eine Eroberung der seit Monaten umkämpften Stadt Bachmut im Osten der Ukraine ist nach den Worten des russischen Verteidigungsministers Sergej Schoigu entscheidend für den Fortgang der russischen Offensive. "Diese Stadt ist ein wichtiger Knotenpunkt (für die Linien) der Verteidigung der ukrainischen Soldaten im Donbass", sagte der Minister am Dienstag bei einem im Fernsehen übertragenen Treffen mit Verantwortlichen seines Ministeriums. "Die Kontrolle über sie wird neue offensive Einsätze in der Tiefe gegen die Verteidigung der Streitkräfte der Ukraine ermöglichen."

Bachmut ist bereits seit dem vergangenen Sommer heftig umkämpft. Inzwischen ist die Stadt von russischen Truppen von drei Seiten umzingelt. Auf russischer Seite führen vor allem die Söldner der Gruppe Wagner den Kampf um Bachmut, wobei sie nach Angaben ihres Chefs Jewgeni Prigoschin erhebliche Verluste erleiden. Prigoschin hat sich mit der russischen Militärführung angelegt, der er immer wieder vorwirft, seine Söldner nicht ausreichend mit Munition zu versorgen.

Es gab zuletzt Spekulationen, dass die ukrainischen Kräfte den Rückzug aus Bachmut antreten würden. Am Montag bekräftigte die ukrainische Führung jedoch, dass sie sich nicht zurückziehen, sondern stattdessen Verstärkung schicken wird.

Angesichts der seit Monaten andauernden erbitterten Gefechte hat die Stadt inzwischen eine hohe symbolische Bedeutung. Nach Angaben aus Kiew harren dort 4.000 Zivilisten aus, während die Stadt vor Beginn des Krieges 70.000 Einwohner zählte. (AFP/tas)

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EU-Industriekommissar: Rüstungsbranche muss in Kriegswirtschaftsmodus

  • 17:05 Uhr

Die Rüstungsunternehmen in der Europäischen Union müssen nach Ansicht von EU-Industriekommissar Thierry Breton schnell in den "Modus der Kriegswirtschaft" wechseln.

Das Hochfahren der Produktionskapazitäten sei Grundvoraussetzung für den Erfolg der Hilfe für die Ukraine, sagte Breton am Dienstag vor Beratungen der EU-Verteidigungsminister zu dem Thema. Um dieses Ziel sicherzustellen, müsse es direkte Unterstützung, feste vertragliche Vereinbarungen und eine regelmäßige Kontrolle der Fortschritte geben.

Bretons Angaben zufolge wird es darum gehen, dafür auch den EU-Haushalt und Mittel der Europäischen Investitionsbank (EIB) zu nutzen. Zudem müsse sichergestellt werden, dass die Rüstungsindustrie leichter über die Finanzmärkte an Geld für Investition kommt.

Die Verteidigungsminister der EU-Staaten wollen an diesem Mittwoch bei einem Treffen in Nähe der schwedischen Hauptstadt Stockholm darüber beraten, wie der Ukraine schnell dringend benötigte Artilleriemunition zur Verfügung gestellt werden kann.

Gleichzeitig soll es darum gehen, wie die Produktionskapazitäten der Rüstungsindustrie ausgebaut werden können. "Mitgliedstaaten werden ihre Bestände nur dann zur Verfügung stellen, wenn sie einen klaren Zeitplan für die Wiederaufstockung haben", sagte Breton zum Zusammenhang zwischen beiden Zielen. (dpa)

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Zahl ukrainischer Kinder an deutschen Schulen weiter gestiegen

  • 16:14 Uhr

Die Zahl der gemeldeten ukrainischen Schülerinnen und Schüler an deutschen Schulen ist weiter gestiegen. Die Bundesländer meldeten für die am Sonntag zu Ende gegangene neunte Kalenderwoche vom 27. Februar bis zum 5. März 206.015 Kinder und Jugendliche aus der Ukraine an den Schulen, wie die Kultusministerkonferenz (KMK) am Dienstag in Berlin mitteilte.

Im Vergleich zur Vorwoche stieg die Zahl damit um 1.778 an. Zu diesem Zeitpunkt waren insgesamt 204.237 Kinder und Jugendliche gezählt worden. Die Daten der KMK beziehen sich auf allgemeinbildende Schulen und Berufsschulen. (afp)

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Ukrainische Armee klärt Identität von getöteten Kriegsgefangenen

  • 15:18 Uhr

Die ukrainische Armee hat die Identität eines mutmaßlich von russischen Soldaten erschossenen Kriegsgefangenen nach eigenen Angaben "vorläufig" geklärt. Der auf einem Video bei seiner Erschießung gefilmte 41-Jährige gilt seit dem 3. Februar bei der umkämpften Stadt Bachmut als vermisst, teilten am Dienstag die Landstreitkräfte der Ukraine im Nachrichtenkanal Telegram mit.

Der Soldat habe in der 30. mechanisierten Brigade gedient. Eine endgültige Bestätigung könne es aber erst geben, wenn die im russisch besetzten Donezker Gebiet vermutete Leiche gefunden und übergeben werde.

Der Journalist Jurij Butussow bezweifelte die Darstellung. Ihm vorliegenden Bestätigungen von Verwandten und Fotos nach handele es sich bei dem Mann aus dem Video um einen 42 Jahre alten Scharfschützen aus dem Gebiet Tschernihiw.

Die Leiche des Mannes sei nach dessen Tod bei Soledar bereits im Februar übergeben, gerichtsmedizinisch untersucht und beerdigt worden. Dazu veröffentlichte er ein Foto von dem Gesicht des Mannes in dem Video und eine andere Aufnahme, beide sehen sich ähnlich.

Am Montag hatte ein Video einer mutmaßlichen Erschießung eines Mannes in ukrainischer Uniform durch Russisch sprechende Männer für Entsetzen gesorgt. (dpa)

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Polen kündigt Leopard-Lieferung an Kiew in dieser Woche an

  • 14:36 Uhr

Polen wird nach Regierungsangaben noch in dieser Woche zehn Leopard-Kampfpanzer an die Ukraine liefern. Die Panzer vom Typ Leopard 2A4 sollten bis Ende der Woche in die Ukraine geschickt werden, sagte Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak am Dienstag in Warschau vor seinem Abflug zu einem Treffen der EU-Verteidigungsminister in Stockholm.

Ende Februar hatte die polnische Regierung bekannt gegeben, dass sie bereits vier erste Leopard-2-Panzer in die Ukraine geliefert habe. Deutschland hat seinerseits die Lieferung von 18 Panzern des modernen Typs Leopard 2A6 angekündigt. Damit ist Deutschland laut Verteidigungsministerium zusammen mit Portugal und Schweden in der Lage, wie geplant der Ukraine ein gesamtes Panzerbataillon zur Verfügung zu stellen.

Die Panzer aus Deutschland sollen bis Ende des Monats in der Ukraine eintreffen. Bis dahin bildet die Bundeswehr ukrainische Soldaten auf dem Truppenübungsplatz Munster in Niedersachsen am Leopard 2 aus. (afp)

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"Moscow Times": Wagner nimmt Kämpfer mit psychischen Vorerkrankungen

  • 14:05 Uhr

Wegen Personalmangels lockert die russische Söldnertruppe Wagner laut einem Medienbericht die Aufnahmebedingungen und lässt Männer mit psychischen Vorerkrankungen zum Dienst zu.

Die Söldnertruppe werbe damit, dass nun keine psychiatrischen und ärztlichen Atteste mehr für die Einstellung nötig seien, berichtete die unabhängige Internetzeitung "Moscow Times". Laut Bericht ist Wagner inzwischen sogar bereit, Männer anzuheuern, die in einer Nervenheilanstalt behandelt wurden. Zuvor hatte die Einheit monatelang russische Strafgefangene in Gefängnissen rekrutiert.

Ein Korrespondent der "Moscow Times" habe bei Wagner angerufen und sich als Freiwilliger ausgegeben. Auf die Frage, ob es kein Problem sei, dass er wegen eines Nervenzusammenbruchs behandelt worden sei, habe der Anwerber ihm nur geraten, seinen Zustand selbst einzuschätzen. Wenn alles normal sei, sei er herzlich willkommen.

Laut den eigenen Vorschriften nimmt die Wagner-Truppe keine Schwer- und Hepatitiskranken und keine Drogenabhängigen auf. Doch die Überprüfung beschränkt sich dem Bericht nach auf einen Expresstest mit Blut- und Urinabgabe für einen eventuellen Drogennachweis. (dpa)

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Belarus meldet mehr als 20 Festnahmen nach Sabotage an russischem Flugzeug

  • 13:30 Uhr

Nach dem Angriff auf ein russisches Militärflugzeug auf einem Flugplatz in Belarus haben die Behörden des Landes mehr als 20 Menschen festgenommen. Der Hauptverdächtige arbeite für den ukrainischen Geheimdienst, zitierte die Nachrichtenagentur Belta am Dienstag den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko, der ein enger Verbündeter des russischen Präsidenten Wladimir Putin ist.

"Mehr als 20 seiner Komplizen" seien ebenfalls festgenommen worden, die übrigen seien untergetaucht, sagte Lukaschenko. Die belarussische Exil-Opposition hatte Ende Februar gemeldet, dass auf dem Flugplatz in Matschulischtschi nahe der Hauptstadt Minsk ein russisches Militärflugzeug zerstört worden sei. Laut Medienberichten soll es sich um ein Aufklärungsflugzeug vom Typ A-50 gehandelt haben.

Der Kreml äußerte sich nicht zu dem Vorfall; Lukaschenko bestätigte am Dienstag, dass der Angriff auf eine A-50 abzielte. Allerdings sei die Maschine nicht schwer beschädigt worden. Über den Hauptverdächtigen sagte der Machthaber, dieser habe die russische und die ukrainische Staatsbürgerschaft und sei 2014 von den ukrainischen Diensten angeworben worden.

Der Angriff sei mit Hilfe einer kleinen Drohne ausgeführt worden, um eine Ortung per Radar zu umgehen, sagte Lukaschenko weiter. Die belarussische Exil-Opposition hatte hingegen erklärt, der Angriff auf das Flugzeug sei von zwei Belarussen ausgeführt worden, die danach das Land verlassen hätten.

Belarus beteiligt sich nicht direkt an der russischen Offensive in der Ukraine, hat Moskau jedoch sein Territorium als Ausgangspunkt für den Angriff auf das Nachbarland vor einem Jahr zur Verfügung gestellt. Nach Angaben aus Kiew nutzt Moskau belarussische Flugplätze, um von dort Angriffe auf die Ukraine zu fliegen. (afp)

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London: Konflikte um russische Armee sind Zeichen für schwierige Lage

  • 11:44 Uhr

Britische Geheimdienste werten Spannungen zwischen der russischen Regierung und der russischen Privatarmee Wagner als Zeichen für die prekäre Lage im Ukraine-Krieg. Die teils öffentlich ausgetragenen Konflikte machten deutlich, wie schwierig es in der aktuellen russischen Offensive sei, ein ausreichendes Niveau an Personal und Munition aufrechtzuerhalten, hieß es am Dienstag im täglichen Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums.

Der Chef der Wagner-Gruppe, Jewgeni Prigoschin, hatte bereits mehrfach Kritik an der russischen Militärführung geübt. Nach Darstellung Prigoschins haben die Wagner-Kämpfer Bachmut blockiert, nun versuchten wiederum die ukrainischen Soldaten, die russischen Einheiten einzukesseln und die Blockade aufzulösen.

"Die ukrainischen Streitkräfte werden um Artjomowsk (russische Bezeichnung für Bachmut) bis zum Ende kämpfen, das ist offensichtlich. Wir sollten unsere Arbeit auch bis zum Ende machen", sagte Prigoschin. Er verlangte erneut mehr Munition von der russischen Militärführung.

Dass die Ukraine die schwer umkämpfte Stadt Bachmut weiter verteidige, schwäche die Streitkräfte auf beiden Seiten, hieß es von den Briten. Am Wochenende hätten die Ukrainer mutmaßlich ihre Verteidigungslinie stabilisieren können, nachdem die russischen Truppen zuvor in den Norden der Stadt eingedrungen waren.

Die Versorgung werde hingegen immer schwieriger, weil wichtige Zufahrtswege zerstört seien und die Ukrainer für Nachschub zunehmend auf schlammige, unbefestigte Wege ausweichen müssten. (dpa)

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Schweiz will Leopard-Panzer an Deutschland abgeben

  • 10:01 Uhr

Die Schweiz ist bereit, nach einem entsprechenden Beschluss des Parlaments, eine gewisse Anzahl an Leopard-Panzern abzugeben. Das erklärte die Schweizer Verteidigungsministerin Viola Amherd am Montag im Fernsehsender SFR mit Blick auf Anfragen aus Deutschland und Tschechien. Angaben dazu, um wie viele Panzer es sich handele, machte sie nicht.

Die deutsche Bundesregierung hatte die Schweiz Ende Februar um die Genehmigung für einen Rückkauf stillgelegter Leopard-Panzer durch den deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall gebeten. Wie viele Panzer Rheinmetall kaufen wolle, teilte das Verteidigungsministerium in Berlin nicht mit.

Nach Deutschland hat auch Tschechien Interesse angemeldet an alten Leopard-2-Panzern aus Beständen der Schweiz. Ein Sprecher des tschechischen Verteidigungsministeriums sagte auf Nachrichtenagentur "Afp" auf Anfrage, es sei nicht über den "Kauf von Panzern aus der Schweiz diskutiert" worden. "Aber wenn die Schweiz uns ihre Leopard 2 als Belohnung für unsere Hilfe in der Ukraine geben möchte, wären wir sicher nicht dagegen."

Da die Schweiz aufgrund ihres Neutralitäts-Grundsatzes keine Waffen in Kriegsländer liefern darf, versicherte Berlin, die Panzer nicht in die Ukraine zu schicken. Die Panzer sollen die Lücken füllen, die durch Lieferungen an die Ukraine in Deutschland oder bei den Nato- und EU-Partnern entstanden sind. (afp/thp)

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Selenskyj verurteilt Video mit Erschießung eines Soldaten

  • 09:48 Uhr

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte in einer Ansprache die Tötung eines ukrainischen Kriegsgefangenen, der mutmaßlich von russischen Soldaten mit zahlreichen Schüssen umgebracht wurde, nachdem er die Worte "Ruhm der Ukraine" gesagt hatte.

Die auf einem Video gezeigte Szene löste in der Ukraine Entsetzen aus. "Heute ist ein Video aufgetaucht dazu, wie die Besatzer bestialisch einen Kämpfer töteten, der mutig die Worte "Ruhm der Ukraine" sagte", meinte Selenskyj.

"Die Besetzer töten uns für die eigentliche Tatsache, dass wir Ukrainer sind. Für das einfache Wort Ukraine. Für unseren Traum einer Ukraine", sagte Selenskyj, der Russland immer wieder als Terrorstaat bezeichnet.

Die Mörder würden gefunden und bestraft, sagte er. Die Identität des Soldaten, der auf dem Video zu sehen ist, war auch am späten Abend weiter unbekannt. (dpa)

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SPD-Spitze sichert Ukraine bei Besuch in Kiew weitere Unterstützung zu

  • 09:32 Uhr

SPD-Parteichef Lars Klingbeil und SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich haben der Ukraine bei einem Besuch in Kiew die anhaltende Unterstützung Deutschlands zugesichert.

"Unsere solidarische Unterstützung geht auch ein Jahr nach Kriegsbeginn weiter", sagte Klingbeil am Montag im ZDF-"heute journal". Dies sei die Hauptbotschaft gewesen in den Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Außenminister Dmytro Kuleba und anderen Politikern.

Klingbeil und Mützenich waren am Montagmorgen überraschend in Kiew eingetroffen. Bei dem Treffen seien die Lieferung von Waffen und der Leopard-2-Panzer sowie Engpässe bei der Munitionsversorgung zur Sprache gekommen. Zudem seien Fragen der Energiesicherheit und die Lage der ukrainischen Flüchtlinge in Deutschland erörtert worden.

Besonders Mützenich hat sich in der Diskussion über das Ausmaß militärischer Unterstützung für die Ukraine wiederholt zurückhaltend geäußert und die Notwendigkeit diplomatischer Bemühungen um eine Konfliktbeilegung betont. Dafür wurde er in der Ukraine zum Teil scharf kritisiert. (afp)

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Mit Material von dpa, Reuters und AFP

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