Der neue Nationalrat tritt am Donnerstag erstmals zusammen. Eine symbolträchtige Veränderung gibt es bei der FPÖ: Die Freiheitlichen verzichten bei der Angelobung diesmal auf die umstrittene Kornblume.

182 der 183 Abgeordneten des neuen Nationalrats sind angelobt, FPÖ-Mandatar Harald Stefan fehlte der konstituierenden Sitzung entschuldigt. 85 Mandatare sitzen neu im Hohen Haus.

Eine Überraschung gab es in der ÖVP: Finanzminister Hans Jörg Schelling verzichtete auf sein Mandat. Für ihn rückt Michaela Steinacker nach. Damit sitzen nun mehr Frauen als je zuvor im Nationalrat: 34,4 Prozent.

Die FPÖ wird in der kommenden Legislaturperiode mit 51 Mandataren vertreten sein. Neu ist nicht nur die Zahl: Erstmals sind die freiheitlichen Politiker ohne die umstrittene Kornblume im Hohen Haus aufgetreten.

Lange Zeit setzte die FPÖ bei der Angelobung auf den blauen Blumengruß. Ganz im Bewusstsein, dass die Kornblume in den dreißiger Jahren als Erkennungsgruß der illegalen Nationalsozialisten galt - nachdem der damalige Kanzler Engelbert Dollfuß Hakenkreuze und andere NS-Symbole verboten hatte.

FPÖ hat andere Erklärungen parat

Die FPÖ hat mehrmals andere Erklärungen für das Symbol aufgebracht. "Die Kornblume ist traditionell die Blume der Freiheitsbewegung schon seit dem 19. Jahrhundert. Und sie ist auch die Europablume des Europarats", sagte beispielsweise der FPÖ-Abgeordnete Walter Rosenkranz 2013. Es gibt jedoch keine offizielle Blume des Europarates und auch keine Europablume.

Norbert Hofer hatte sich im Präsidentschaftswahlkampf 2016 dafür ausgesprochen, auf das Symbol zu verzichten. "Ich bin dafür, dass man das bleiben lässt, damit man nicht immer wieder dasselbe erklären muss", sagte der Hofer damals der "Presse".

Parteichef Heinz-Christian Strache hatte im Vorfeld angekündigt, dass die Mandatare am Donnerstag auf die Kornblume verzichten würden. Stattdessen trugen die Abgeordneten ein Edelweiß - diese stehe als Symbol für "Mut, Tapferkeit und Liebe". (rs/ank)