Eine Debatte hatte FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache am Sonntag mit einem Sager ausgelöst, hinter dem viele eine NS-Anspielung vermuteten. Schützenhilfe bekam er ausgerechnet von Journalist Armin Wolf. Wer das schon skurril findet, wird sich über die Reaktionen auf Wolfs Posting erst recht amüsieren.

"Zum ersten Mal seit 70 Jahren" könne die FPÖ die stärkste Kraft in Wien werden. So lautete Straches Kampfansage nach dem starken freiheitlichen Wahlergebnis in Oberösterreich am Wochenende. Was viele dabei als verstörend empfanden: Bis vor 70 Jahren war Nazi-Bürgermeister Hanns Blaschke an der Macht. Spielte Strache mit seinem Sager auf die NS-Zeit an? Oder wollte er nur auf die ersten demokratischen Wahlen in Wien hinweisen, wie er selbst später erläuterte?

Dass ihn via Twitter ausgerechnet ORF-Journalist Armin Wolf in Schutz nahm, überraschte die Netzgemeinde, da Wolf der FPÖ bekanntermaßen nicht gerade nahe steht.

Missverständnis des Jahres

Was dann geschah, hätte niemand kommen sehen können: In mehr als 200 Kommentaren wurde Wolf beschimpft - nicht aber, weil er Strache verteidigt hatte. Etwa ein Drittel der Kommentatoren hatte vielmehr Wolfs Tweet grundlegend missverstanden. "Herr Wolf wird alles versuchen der FPÖ zu schaden" oder "Wolf, du bist eine Lachnummer", hieß es unter anderem. "Großes Kino" nennt Wolf inzwischen diese Reaktionen von Strache-Anhängern auf Twitter.

Der ORF-Moderator zeigte sich aber nicht nur amüsiert, sondern durchaus auch fassungslos. Auf Facebook postete er: "Da verteidige ich einen Strache-Sager (weil ich wirklich glaube, dass es keine NS-Anspielung war und die Aufregung maßlos übertrieben ist) - und seine Fans betonieren mich dafür auf seiner FB-Seite nieder... Langsam fang ich echt an, am heimischen Bildungssystem zu zweifeln. Leute, vier Zeilen Text, zwei kurze Sätze. Es reimt sich zwar nicht, aber das müsste doch trotzdem noch gehen, oder?"