• Ein Sequel nach 36 Jahren - kann das funktionieren?
  • "Top Gun: Maverick" jedenfalls begeisterte schon in Cannes Fans und Publikum.
  • Tom Cruise steigt wieder als Pete "Maverick" Mitchell in den Himmel auf, und das ist das wohl sehenswerteste Kino-Spektakel des Jahres.
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Eine Kritik

Die Herzen der Zuschauer und Gäste bei den altehrwürdigen Filmfestspielen in Cannes hat er - verzeihen Sie den billigen Wortwitz – ebenso im Flug erobert wie das von Herzogin Kate bei der Premiere in London. Nun schickt sich Tom Cruise an, mit seinem neuen Blockbuster auch die Kinozuschauer hierzulande zu begeistern. Am Donnerstag startet endlich "Top Gun: Maverick", auf den Fans viel zu lange warten mussten.

"Neuer Blockbuster" ist eine gern gewählte Floskel, sobald eine Hollywoodproduktion eine gewisse Größe hat. Doch "Top Gun 2" wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der Film des Jahres werden. Einfach weil er so verdammt gut ist. Bildgewaltig, voller Action, mit einer Prise Nostalgie. Dass der Soundtrack auch diesmal mitreißend ist, wird schon nach wenigen Filmsekunden klar, wenn Kenny Loggins' "Danger Zone" ertönt. Falls jemand pandemiebedingt vergessen haben sollte, wie sich das perfekte Kinoerlebnis anfühlt: genau so.

Herzerweichendes Wiedersehen von "Maverick" und "Iceman"

1986 war der Film mit dem erklärenden deutschen Titel "Top Gun - Sie fürchten weder Tod noch Teufel" der erfolgreichste Film des Jahres und brachte Cruise weltweiten Star-Ruhm. Die Geschichte des jungen Piloten Pete "Maverick" Mitchell fing den Zeitgeist der 1980er-Jahre perfekt ein. 36 Jahre später ist auch Mitchell älter, das Fliegen ist natürlich seine Leidenschaft und sein Leben geblieben. Erfahrung und Können hätten eigentlich eine große Karriere nach sich ziehen müssen. Doch mit Autoritäten hat er es nach wie vor nicht so.

Wie anders ist dagegen das Leben seinen alten Rivalen "Iceman" verlaufen. Der hat es mittlerweile zum Admiral gebracht und schützt aus dieser Position heraus "Maverick". Im echten Leben könnte sich das Schicksal von Val Kilmers kaum mehr von dem von Superstar Tom Cruise unterscheiden: Kilmer erkrankte vor Jahren an Kehlkopfkrebs und hat seine Stimme verloren. Jede Anstrengung des Drehs ist ihm auf rührende Weise anzusehen. Dass seine Rolle nicht gestrichen, sondern seinen Möglichkeiten angepasst wurde, sagt vielleicht mehr über das Verhältnis aller Beteiligten zu diesem Film aus, als es jede Kritik und jeder Pressetext könnte.

Darf man so einen Film in diesen Zeiten gut finden?

"Iceman" alias Admiral Kazanski setzt sich dafür ein, dass Mitchell Rekruten der Air Force fit macht für eine lebensgefährliche Mission. Der Beste für die Besten. Dass einer dieser Top-Rekruten Bradley "Rooster" Bradshaw (Miles Teller) ist, der Sohn seines tödlich verunglückten Co-Piloten und Kumpels "Goose", bringt natürlich jede Menge Konfliktpotenzial mit sich. Weniger kompliziert ist dagegen die Romanze zwischen "Maverick" und seiner alten Flamme Penny Benjamin, gespielt von Jennifer Connelly. Auf wirklich gelungene Weise treffen hier zwei Erwachsene auf Augenhöhe aufeinander.

Für Fans des 86er-"Top Gun" hat aber eine andere Beziehung größeres Romantik-Potenzial - wenn nämlich Cruise eine andere alte Liebe wiederfindet. Wir wollen Ihnen den Filmspaß nicht verderben, lesen Sie daher jetzt vielleicht lieber nicht weiter – aber vielleicht erinnern Sie sich ja an den Moment, als ein gewisses Raumschiff, das den Kessel-Flug in weniger als 12 Parsec macht, unter eine Plane entdeckt wurde?

Die schönste Szene ist aber gleichzeitig auch Symbol für die schwierige Frage, die über dem Ganzen schwebt: Darf man das? Darf man so einen Film in diesen Zeiten gut finden? Das kann und muss jeder für sich beantworten. Um für zwei Stunden und 17 Minuten die Realität zu vergessen, lohnt sich der Gang ins Kino. Wer das nicht kann und will, sollte sich den Eintritt und das Popcorn sparen.

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