• Der Rechtsstreit zwischen Apple und Epic bringt Firmengeheimnisse ans Licht.
  • Ein geleaktes Dokument zeigt, wie viel Epic das kostenlose Lockangebot von Gratis-Titel im Epic Games Store wert war.
  • Überraschend ist unter anderem, wie unterschiedlich die Publisher und Entwickler behandelt wurden - auch bei Exklusiv-Vereinbarungen.

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Der Rechtsstreit zwischen Apple und Epic hat einen kuriosen Nebeneffekt: Er fördert Firmengeheimnisse zutage - in erster Linie von Epic selbst. Am Montag, 3. Mai, fand der Prozessauftakt statt. Die Macher von "Fortnite" und Betreiber des Epic Games Store reichten Klage gegen den iPhone-Riesen ein. Der Vorwurf: Apples Monopol und rigide Geschäftspraktik, 30 Prozent aller Umsätze im App Store einzubehalten, seien nicht rechtens.

Offenbar hat jemand im Gerichtssaal fleißig mitgeschrieben, denn bereits kurz nach dem ersten Prozesstag gelangten Dokumente aus dem Prozess an die Öffentlichkeit, die nicht für Letztere bestimmt waren. Zu den geleakten Firmengeheimnissen zählt unter anderem eine Tabelle mit internen Zahlen, die der Videospiel-Journalist Simon Carless auf Twitter veröffentlichte. Darauf erkennbar: die Summen, die Epic den Publishern für die Veröffentlichung der wöchentlich verfügbaren Gratisspiele im Epic Games Store im Zeitraum 2018 und 2019 bezahlte.

Der einmalige Betrag, den Epic beispielsweise für das Survival-Abenteuer "Subnautica" springen ließ: rund 1,4 Millionen US-Dollar. Auch die Zahl der Downloads ist transparent. "Subnautica" beispielsweise wurde von rund 4,6 Millionen Usern der eigenen Bibliothek hinzugefügt. Etwas mehr, nämlich 1,5 Millionen US-Dollar, war Epic Games das kostenlose Anbieten von drei "Batman"-Spielen aus der "Arkham"-Serie von Warner Bros. im September 2019 wert. Bei "Metro 2033 Redux" dagegen ging Koch Media offenbar komplett leer aus, obwohl auch der dystopische Shooter einige Tage gratis angeboten wurde.

Flop oder Top? Die Kalkulation mit Gratis-Spielen im Epic Games Store

Zudem offenbart die Tabelle, wie viele Neukunden die einzelnen Gratis-Titel anlockten. "Subnautica" ist gesamt mit über 800.000 Nutzern Spitzenreiter, vom Preis-Leistungsverhältnis her ist jedoch das Indie-Game "World of Goo" ungeschlagen: Schlappe 50.000 Dollar bezahlte Epic dafür und konnte damit über 155.000 Neukunden gewinnen.

Die Rechnung ging nicht immer auf für Epic: "Celeste" gehört zur Kategorie Flop: Hier zahlte der Publisher 12 Dollar pro neugewonnenem Nutzer. Ebenfalls ersichtlich wurde durch die geleakten Daten, wie viel Geld Epic die einjährige Exklusivität von "Borderlands 3" wert war: Publisher 2K Games spielte der Deal rund 150 Millionen US-Dollar in die Kasse.

Ebenfalls geleakt: Ein Brief von Epics Vizepräsident Joe Kreiner an Sony. Darin versucht dieser, den Soft- und Hardware-Riesen vom Thema Crossplay zu überzeugen und lockte mit Argumenten wie offengelegten Marketingdaten und kostenlosen Ingame-Goodies, mit denen Sony das PSPlus-Abo hätte bewerben können. Sony blockte, im Gegensatz zu Microsoft und Nintendo, ab. Erst im August 2019 öffnete sich Sony dem Thema Crossplay, allerdings gegen Gebühr, die ein Publisher für dieses Feature für PS-Spiele berappen muss. (tsch)  © 1&1 Mail & Media/teleschau

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