• Alfred Biolek ist im Alter von 87 Jahren gestorben.
  • Er schlief am Freitagmorgen friedlich in seiner Kölner Wohnung ein.

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Der Entertainer Alfred Biolek ist tot. Er starb am Freitagmorgen. Der frühere Fernsehmoderator und Talkmaster sei in seiner Kölner Wohnung friedlich eingeschlafen, sagte sein Adoptivsohn Scott Biolek-Ritchie der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Biolek war seit längerem gesundheitlich angeschlagen gewesen. Er wurde 87 Jahre alt.

Vom Justiziar zum Moderator

Biolek kam am 10. Juli 1934 in Freistadt im heutigen Tschechien zur Welt, sein Vater war Rechtsanwalt, die Mutter Laienschauspielerin. Wie sein Vater promovierte auch Biolek und fing beim ZDF deshalb 1963 auch nicht gleich vor der Kamera an, sondern als Justiziar.

Doch schon nach kurzer Zeit zog es ihn in die Fernsehunterhaltung. Biolek arbeitete in der Redaktion des ZDF-Magazins "Drehscheibe" und moderierte Sendungen wie "Tipps für Autofahrer" und "Urlaub nach Maß". Beim Mainzer Sender wurde er schnell stellvertretender Unterhaltungschef.

1970 wechselte Biolek als Produzent zur "Bavaria Film" nach München, wo er später die ARD-Samstagabendshow "Am laufenden Band" mit Moderator Rudi Carrell produzierte. Seinen eigenen Durchbruch als Moderator schaffte Biolek ab 1976 in der WDR-Talkreihe "Kölner Treff". Danach war Biolek regelmäßiger Gast auf dem Bildschirm: Nach Sendungen wie "Bio's Bahnhof", "Bei Bio", "Show-Bühne" und der Spielshow "Mensch Meier" ging schließlich 1991 "Boulevard Bio" auf Sendung.

Alfred Biolek verführt Prominente zum Plaudern

Bei ihm durften sich seine Gäste wohlfühlen, laute Töne vor der Kamera waren ihm fremd. Vor einem Millionenpublikum schuf er mit seiner Freundlichkeit eine herzenswarme Atmosphäre, die trotzdem - oder vielleicht gerade deshalb - die Prominenten zum Plaudern verführte.

Heute würde ihn im Fernsehen "keiner mehr nehmen", sagte Biolek vor einigen Jahren mal der "Bild"-Zeitung. Seine Art des Fernsehmachens sei viel zu ruhig, aber er habe sich einfach "gut unterhalten".

Im Jahr 2003 wurde "Boulevard Bio" nach 485 Folgen eingestellt. Daneben wurde auch die Kochsendung "Alfredissimo" beliebt, mit dieser verabschiedete er sich 2007 vom Fernsehen. "Meine Zeit ist jetzt zu Ende", sagte er damals. Biolek gewann den Grimme-Preis und den Bambi.

Biolek hat zwei Adoptivsöhne

2010 zog er sich bei einem Sturz von einer Wendeltreppe schwere Schädelverletzungen zu und fiel ins Koma. Seitdem lebte er recht zurückgezogen in Köln. Scott kümmerte sich in dieser schweren Zeit um ihn.

Daraufhin adoptierte Biolek den 35 Jahre jüngeren Briten. Er ist sein zweiter Adoptivsohn. (ff/dpa/afp)

Teaserbild: © picture alliance/dpa/Rolf Vennenbernd