Zoë Straub will in große, bärtige Fußstapfen treten: Sie wird in diesem Jahr für Österreich beim Eurovision Song Contest in Schweden antreten. Die 19 Jahre alte Wienerin war am Sonntag zu Gast bei Claudia Stöckl in der Ö3-Sendung "Frühstück bei mir", um aus dem Nähkästchen zu plaudern.

Dem Millionenpublikum beim Eurovision Song Contest sieht Zoë Straub entspannt entgegen. Ihr Motto ist es, immer das Beste zu geben - egal ob vor 20 oder 200.000 Menschen. Das Interesse an ihrem Privatleben ist mittlerweile ebenso groß, wie an ihrem musikalischen Beitrag.

Die 19-Jährige fühlt sich vom Rummel um ihre Person aber nicht eingeschüchtert. Sie will diese Zeit in vollen Zügen genießen – im Bewusstsein, dass der Hype um sie möglicherweise bald wieder vergehen wird.

Die Musik gewinnt, nicht der Text

Die Welle des Erfolgs schwemmt aber mindestens so viele Fans wie Kritiker an. Viele stört die Sprache des Songs ("Loin d'ici"), denn Zoë singt auf Französisch.

Es ist verständlicherweise schwierig, eine Verbindung zur Alpenrepublik Österreich herzustellen, wo am Frühstückstisch Kipferl und Verlängerter statt Croissants und Café Au Lait zu finden sind.

Viele österreichische Song-Contest-Fanatiker fühlen sich nicht repräsentiert, da sie den Song ihrer eigenen Botschafterin nicht verstehen. Aber, um bei der Frühstücksmetapher zu bleiben, "Hater" gehören zum Song Contest wie die Butter aufs Brot.

Zoë zeigt Verständnis für die, die wenig Begeisterung für die Sprache ihres Songs aufbringen können, entgegnet aber: "Musik ist eine Sprache, die jeder spricht".

Das Gefühl, dass das Lied vermittelt, zählt mehr als seine Message. Damit hat sie bestimmt nicht Unrecht: Ein Text mit Tiefgang ist bekanntlich keine Grundvoraussetzung, um den Song Contest zu gewinnen.

Vater warnte vor dem Musikerleben

Ein weiterer Vorwurf, den sich die Song-Contest-Starterin regelmäßig anhören muss ist, dass sie ihre gesamte Karriere nur ihrem Vater, Papermoon-Gründer Christof Straub, zu verdanken hätte.

Ihre Teilnahme am Songcontest sei ein Produkt von Vetternwirtschaft und sie sei von ihrem Eislaufvater in das Showbusiness gedrängt worden.

Zoë verneint all diese Gerüchte vehement und betont, dass es ihr eigener Kindheitstraum gewesen sei, auf der Bühne zu stehen. Ihr Vater habe sie eher vor dem Musikerleben und der damit verbundenen finanziellen Unsicherheit gewarnt.

Allen Einwänden zum Trotz sagt die 19-Jährige: "Auf der Bühne habe ich den Spaß meines Lebens!"

In ihrem Privatleben, fern der bösen Zungen, ist Zoë Straub ein lebensfroher, treuer Mensch mit Sinn für Romantik. Die Scheidung ihrer Eltern habe sie nicht als negativen Einschnitt in ihre Kindheit empfunden, sagt die Musikerin. Vielmehr habe sie es als Möglichkeit gesehen, "Quality Time" mit ihren Eltern verbringen zu können.

Die frisch verliebte Sängerin ist vor kurzem bei ihrem Freund Kaspar eingezogen und derzeit einfach nur glücklich.

Bleibt zu hoffen, dass dieses Glücksgefühl bis Mai, wenn der Song Contest stattfindet, anhält und Österreich nicht noch einmal 48 Jahre auf einen Sieg (Udo Jürgens: 1966, Conchita Wurst: 2014) warten muss.

Oder, um es mit den viel zitierten Worten der ehemaligen Contest-Teilnehmerin Nadine Beiler zu formulieren: "Hoffentlich g’winnt sie uns den Schaß".