Mit Regisseur Woody Allen zusammenzuarbeiten, ist für viele Schauspieler ein Lebenstraum. Nicht mehr für den Briten Colin Firth - der hat sich offen gegen Allen ausgesprochen. Der Grund sind die anhaltenden Missbrauchsvorwürfe, die im Zuge der #metoo-Debatte wieder lauter wurden.

"Ich würde nicht wieder mit ihm zusammenarbeiten" sagte der unter anderem aus "The King’s Speech - Die Rede des Königs" bekannte Colin Firth in einem Statement dem britischen Blatt "The Guardian".

Die Aussage kommt nicht von ungefähr, sie scheint eine direkte Reaktion auf ein neues TV-Interview mit Woody Allens Tochter Dylan Farrow zu sein. Darin spricht sie erstmals vor laufender Kamera über die Missbrauchsvorwürfe gegen ihren Vater.

Die Vorwürfe gegen Woody Allen sind seit den 90ern bekannt

Dylan Farrow ist eines von drei Kindern Woody Allens mit seiner Ex-Frau Mia Farrow. Schon 2014 hatte sie öffentlich behauptet, ihr Vater habe sie als Kind missbraucht.

Gerüchte darum gab es schon seit der Trennung von Mia Farrow 1992. Woody Allen wies immer alle Vorwürfe zurück.

Colin Firth hatte zuletzt unter der Regie Woody Allens an der Seite Emma Stones die Hauptrolle in der Liebeskomödie "Magic in the Moonlight" übernommen. Das war 2013, bevor Dylan Farrow einen anklagenden Essay über ihren Vater veröffentlichte.

Immer mehr Stars distanzieren sich von Woody Allen

Auch der 30-jährige Bruder Ronan Farrow hat eine Kolumne im "Hollywood Reporter" veröffentlicht, in der er auch die Medien für ihren Umgang mit den Vorwürfen kritisiert.

Nach seiner Meinung hätten die Missbrauchsvorwürfe gegen Woody Allen viel stärker thematisiert werden müssen, indem auch die mit ihm arbeitenden Stars hätten befragt werden müssen.

Kurz zuvor hatten sich diverse Promis von Woody Allen distanziert, etwa die für die kommenden Oscar-Nominierungen hoch gehandelten Greta Gerwig ("Lady Bird") und Timothée Chalamet ("Call Me By Your Name").

Letzterer will sein Honorar für das Mitspielen im abgedrehten Woody-Allen-Film "A Rainy Day in New York" an die "Time’s Up"-Kampagne gegen sexuelle Belästigung spenden.  © 1&1 Mail & Media/ContentFleet