Eva Herman war mal die Frau, die uns die Welt ins Wohnzimmer brachte. Die ehemalige "Tagesschau"-Sprecherin hat sich mit ihren Äußerungen über Feminismus, die Nazi-Zeit und die Flüchtlingskrise selbst ins Abseits geschossen. Ein Rückblick in Zitaten.

Kaum ein anderes Datum hat so eine gewichtige geschichtliche Bedeutung für Deutschland, wie der 9. November: 1918 die Ausrufung der Republik in Deutschland, 1923 der Hitler-Putsch, 1938 die Reichskristallnacht, 1989 der Fall der Berliner Mauer. Irgendwie passend, dass Eva Herman am 9. November 1957 geboren wurde. Ihr tiefer Sturz von der Tagesschau-Sprecherin zur wirren Verschwörungstheoretikerin mit bedenklichem Gedankengut ist eben auch ein Teil der Geschichte unseres Landes.

Verharmlosung des Nazi-Regimes

Mit diesem Zitat fängt alles an. Eva Herman leistet sich 2007 den klassischen "Unter Hitler war nicht alles schlecht"-Aussetzer und wird als Tagesschau-Sprecherin abgesetzt:

"Mit den 68ern wurde damals praktisch alles das - alles was wir an Werten hatten - es war 'ne grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle - aber es ist eben auch das, was gut war - das sind die Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt - das wurde abgeschafft."

Anschließend versucht sie sich in der ZDF-Show von Johannes B. Kerner zu rechtfertigen, vergisst darüber aber, einen Fehler einzugestehen:

"Ich muss einfach lernen, dass man über den Verlauf unserer Geschichte nicht sprechen kann, ohne in Gefahr zu geraten."

Es folgt die nächste Verharmlosung des dritten Reichs - und gleichzeitig der Anlass für Kerner, sich schön schmierig als gutes Gewissen der Nation darzustellen und sie aus der Sendung zu komplimentieren:

"Es sind auch Autobahnen damals gebaut worden, und wir fahren heute drauf."

Die Rolle der Frau

Die Sache mit der Familie war auch davor schon Hermans Hauptanliegen, wie ein Gastbeitrag aus dem Jahr 2006 im Magazin "Cicero" beweist, in dem sich Herman Verhältnisse wie in den 1950er-Jahren wünscht und das mit der vermeintlichen natürlichen Voraussetzung der Geschlechter begründet:

"Männer haben nur in seltenen Fällen freiwillig Hausaufgaben übernommen oder Kinder aufgezogen. Aufgrund ihrer Veranlagung sind sie dafür auch nicht unbedingt vorgesehen."

Ganz gegen die Selbstverwirklichung der Frauen ist sie nicht - aber fast:

"Es ist selbstverständlich, dass Frauen etwas lernen, dass sie sich weiterbilden und Aufgaben auch außerhalb der Familie übernehmen, wenn sie das Talent dafür haben. Doch all das sollte in Maßen geschehen."

Eva Herman über die Flüchtlingskrise

Seit neuestem ist aber der Flüchtlingsstrom nach Europa Hermans Thema und vor allem die Verschwörung dahinter, wie sie in einem Beitrag für die Seite Wissensmanufaktur.net, auf der sich allerlei Verschwörungstheoretiker ihren kruden Theorien hingeben können, zeigt:

"Unsere abendländische Heimat wird in einer Art übermotorisiertem Zeitraffer in ein Schlachtfeld verwandelt. Man wundert sich, woher die vielen Fremden so urplötzlich in dieser gewaltigen Masse herkommen. Wer gab grünes Licht, bzw. wer organisierte diese Ströme von Menschen? Oder soll es Zufall sein, dass sie sich zeitgleich besinnen, ihre Heimat zu verlassen?"

Dass es kein Zufall ist, sondern bittere Bürgerkriegs-Realität, die gerade einen großen Teil zum Beispiel der Syrer aus ihrer Heimat vertreibt, lässt Herman natürlich nicht gelten. Vielmehr seien die gleichen Mächte am Werk, die auch schon die Twin Towers zum Einsturz gebracht hatten:

"Das inzwischen sagenumwobene 9/11 ist ein moderneres Zeugnis für derartiges Vorgehen, dessen Zielsetzung durchaus in engem Zusammenhang mit unserer heutigen, immer desolater werdenden Situation zu tun hat: Man erschuf durch diesen tödlichen Trick den terroristischen, islamischen Feind, dessen Ziel die Vernichtung der westlichen Welt sein soll. Es gehört nur wenig Rechercheaufwand dazu, die offizielle Sprachregelung der westlichen Welt zu widerlegen, zu ungeschickt war der Anschlag damals durchgeführt worden."

Was sie von diesen künstlich erschaffenen Feindbildern hält, zeigt sie an anderer Stelle des Textes - und offenbart dabei eindrücklich, wie stark sie ihre Vorurteile inzwischen selbst verinnerlicht hat:

"Es sind, wie erwähnt, nicht nur Kriegsopfer, die hier ankommen, sondern in ihrem offiziellen Windschatten segeln zahllose starke, junge Männer herüber. Viele von ihnen kommen nicht in friedlicher, hilfesuchender Verfassung, sondern sie sind laut, streitsüchtig, verprügeln sich gegenseitig, spucken Einheimische an, und sie fordern ein besseres Leben."