Während ihres Urlaubs auf Sansibar hatte Angela Wolf mit ihrem Freund Schluss gemacht, um sich wenig später in den Bilderbuch-Massai Paulo zu verlieben. Zurück in München wickelte sie ihr Leben ab und wanderte mal eben nach Afrika aus.

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Wenn es eine Mess-Skala für Liebesintensität gäbe, würden Angela Wolfs Gefühle wahrscheinlich alle Rekorde brechen. Berauscht von der Liebe zu ihrem 15 Jahre jüngeren Massai, wirkt die 41-Jährige wie ein Teen-Girl im Endorphin-Vollrausch.

"Ich bin so unfassbar verliebt, muss immer grinsen, kann einfach nicht an ihm vorbeigehen, ohne ihn anzufassen." So überschwänglich schwärmte die Friseurin aus München von Paulo, der zu diesem Zeitpunkt der VOX-Auswandererdoku "Goodbye Deutschland" noch auf seine deutlich reifere Eroberung warten musste, schlappe 7.000 Kilometer von München entfernt.

Münchner Frisörin: "Ich könnte mir vor Aufregung in die Hosen scheißen"

"Morgen geht's los. Ich könnte mir vor Aufregung in die Hosen scheißen", freute sich "Angie". Nebenbei wurde noch schnell das alte Leben verabschiedet, die beste Freundin gedrückt und der schluchzende Vater getröstet ("Es tut verdammt weh, aber ich kann's nicht ändern").

Wolfs neues Liebes- und Lebens-Kapitel weckt Erinnerungen an den Kinofilm "Die weiße Massai", den 2005 mehr als zwei Millionen Zuschauer im Kino sahen. Die Literaturverfilmung hatte kein Liebes-Happy-End. Die "Goodbye Deutschland"-Variante wirkte hingegen fast schon kitschig schön. Zumindest der Anfang.

Zwei Monate zuvor war Angie mit ihrem damaligen Freund nach Sansibar geflogen, sechs Wochen wollten sie bleiben. Ihre streitgeplagte Beziehung überlebte dort aber nur eine Woche.

Ein weiterer Grund für das Ende war, dass Angie ein Auge auf den Hotel-Mitarbeiter Paulo geworfen hatte. Es funkte, und zwar gewaltig. "Der zukünftige Freund hat mir bei Ankunft die Koffer getragen, das war schon eine abgefahrene Geschichte!"

Mit der Zeichentrickfigur Pocohontas vergleicht "Goodbye Deutschland"-Auswanderer Christian Blankenhorn seine Frau Umussy gerne. Jetzt hat ihm die stolze Häuptlingstochter ein Ultimatum gestellt: Spätestens 2020 soll er dauerhaft zu ihr und den gemeinsamen Töchtern in den Amazonas-Dschungel ziehen.

"Goodbye Deutschland": Auswanderin und Massai können sich nicht unterhalten

Angie verliebte sich in den gelernten Kuhhirten, ihre Gefühle schlugen Purzelbäume in Endlosschleife. Immer wieder berührten und küssten sich die beiden bei Angies Ankunft am Flughafen. Dass sich das Liebespaar eigentlich nicht unterhalten konnte, weil keiner die Sprache des anderen auch nur in Ansätzen verstehen konnte - macht doch nix!

Angie und der 26-jährige Paulo bewiesen, dass Liebe keine Vokabeln braucht. Später büffelte Angie hin und wieder Swahili und brachte ihrem Schatzi bairische Wörter bei - ja, "bairisch und kein Deutsch!", darauf legte sie großen Wert.

Glückliches Paar auf Sansibar: Frisörin Angela Wolf aus München und der Massai Paulo

Neben all dem Geturtel musste allerdings auch wieder Geld verdient werden. Angie arbeitete in dem Hotel, in dem alles begonnen hatte. Auf Provisionsbasis sollte sie neue Gäste akquirieren und die nur aufs Notwendigste eingerichteten Zimmer aufhübschen.

Damit verdiente sie um die 300 Euro im Monat. Das Liebespaar kam langsam sicher in der Realität an. Paulo seufzte: "Es bedrückt mich, dass ich mich nicht mit Angela unterhalten kann."

Die ließ sich nicht runterziehen von den ersten imaginären grauen Wolken auf Sansibar - und schmiedete große Pläne! Ihr mitgebrachtes Erbe wollte sie in ein benachbartes Grundstück investieren und selbst Bungalows an Touristen vermieten.

Hochzeit mit Massia-Tänzen und Ziegenblut-Ritual

Eineinhalb Jahre später war das VOX-Team wieder vor Ort. Hat Angela Wolf ihren Visionen Taten folgen lassen? Ja! Sie hat es tatsächlich geschafft, ihre eigene Ferien-Anlage aufzubauen.

Ihren Paulo hat sie mittlerweile geheiratet, es gab eine Hochzeit mit Stammes-Tänzen, eine Ziege wurde geschlachtet. "Ich sollte das Blut trinken, aber da war dann ich raus", nahm es die Auswanderin mit Humor. Paulo trug mittlerweile sportliche Kleidung und kein Stammesgewand mehr. "Das störte mich beim Bauen und Putzen. So kann ich viel besser arbeiten." Sogar das hat Angie geschafft.

In der Liebe alles super so weit, aber der Kampf um Gäste entpuppte sich als hart. "Oh, ich höre ein Auto, da könnte jemand kommen", zuckte Angie plötzlich auf und eilte voller Hoffnung zum Eingangstor. Endlich mal wieder begrüßte sie neue Kundschaft und betreute diese liebevoll.

Nur Top-Bewertungen in den Buchungsportalen lassen ihr mutiges Geschäftsmodell am Leben. Als die Sonne unterging, knutschte und liebkoste sie sich wieder einmal mit Paulo. Nur die Sonne, das Meer und das Kamerateam waren in diesem wieder einmal innigen Moment dabei. "Ihr Business steht auf wackeligen Beinen, aber ihre Liebe scheint gefestigt", verkündete der Doku-Sprecher, als die beiden sich küssten wie zwei frisch verliebte Teenager.

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"Goodbye Deutschland"-Spezial mit Daniela Büchner

Jens Büchner erfüllte sich den Traum vom Auswandern und lebte bis zu seinem Tod auf Mallorca. Acht Jahre lang nahm er das Team der Auswanderer-Sendung "Goodbye Deutschland" mit auf seinen Weg. An diesem Montag erzählt Daniela Büchner in der Sendung, wie es ihr nach dem Tod ihres Ehemannes auf der Insel ergeht.
Teaserbild: © TVNOW / 99pro Media