In der vorletzten Folge der dritten Staffel des "Sommerhaus der Stars" steigen die Kandidaten in luftige Höhen – zumindest für eins der Spiele. Dafür sinkt das Niveau in Kellertiefen hinab.

Eine Kritik
von Christian Genzel, Freier Autor

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"Es nervt mich, wenn die eigene Freundin situativ dumm reagiert", wettert Felix, der Hübsche von Micaela Schäfer. Einmal mehr ist er von ihrer Leistung bei einem der "Sommerhaus"-Spiele enttäuscht – wie eigentlich jedes Mal.

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"Ich liebe dich", schüttelt er missbilligend den Kopf. "Aber du kannst keine Regeln befolgen."

Die Regeln sahen so aus: Auf einer schwebenden Plattform mussten beide Partner gegenseitig ihr Gewicht ausgleichen, weil die Plattform sonst wie eine Wippe wegkippt und einer der beiden herunterfällt. Dass die Spieler angeseilt sind, scheint ihre Nerven nicht zu beruhigen.

Einer muss nun jeweils zum Ende der Plattform laufen, einen Umschlag mit einer Quizfrage vom Rand abziehen und dann wieder in die Mitte gehen, um mit dem Partner gemeinsam die Antwort zu geben.

"Wie viele Männer wollen mehr Sex, als sie haben?", wird da beispielsweise gefragt; als Antwort sind stets zwei Möglichkeiten vorgegeben. In diesem Fall: Jeder zweite oder jeder dritte? Die Lösung ist, nun ja, ganz und gar nicht überraschend.

Auch die anderen Fragen gehen in eine ähnliche Richtung:

  • Wie viele Männer hätten gerne eine mehr als 15 Jahre jüngere Partnerin?
  • Wie lange duschen die Deutschen im Durchschnitt?
  • Wie viel Prozent der Deutschen haben sich schon beim Nachbarn über zu laute Sexgeräusche beschwert?

Da soll noch einer sagen, Reality-Fernsehen würde nicht bilden.

Die Fragen werfen die Kandidaten jedenfalls nicht so sehr aus der Bahn wie die Wippe selbst: Fast alle Teilnehmer stürzen irgendwann ab, nur Patricia Blanco und ihr Freund Nico sowie Shawne Fielding und ihr schöner Patrick können sich halten. Felix und Micaela Schäfer fallen, bevor sie auch nur einen einzigen Punkt ergattern können.

Krasse Vorstellungskraft!

Das zweite Spiel ist beinahe genauso lehrreich. Mit verbundenen Augen müssen die Kandidaten an herabhängenden Gegenständen lecken, um ihre Form zu erkennen. Sie züngeln an den Objekten herum, bis sie dann verkünden können: "Gartenzwerg!"

Während Micaela Schäfer versehentlich an ihrem Felix leckt, statt am Ratestück, zeigt sich Julian Evangelos als versierter Zungenkünstler. Bei einer überdimensionierten Büroklammer erklärt er seiner Freundin Steffi: "Wie die gespreizten Beine einer Frau."

Sie steht ein wenig auf dem Schlauch, also hilft er nach: "Wenn wir jetzt Missionarsstellung machen würden, dann wären deine Beine auf bestimmte Weise gespreizt." Sie ist begeistert: "Du hast so 'ne krasse Vorstellungskraft!"

Noch krasser machen´s die Fussbroichs, die nämlich alle der zehn Gegenstände erlecken und das Spiel souverän gewinnen.

"Die machen alles für Geld"

Nachdem Patricia Blanco und Frank Fussbroich als jeweilige Spielegewinner nicht aus dem Haus gewählt werden dürfen, müssen die restlichen Paare umso stärker um ihren Verbleib bangen. Während sie ihre Taktiken besprechen, fällt überraschend oft das Wort "Arschloch".

Genau genommen wird das Wort sehr häufig zwischen Frank Fussbroich und Felix Steiner ausgetauscht. Der sensible Felix ist sichtlich irritiert darüber und verkündet: "In Amerika hätte man ihn wahrscheinlich erschossen, wenn er das gesagt hätte."

Die Stimmung erreicht dann ihren Höhepunkt, als Frank dem Felix vorwirft, nur nach Alkoholkonsum die Klappe aufzureißen. "Alkohol ist keine Lösung", erklärt Frank. Felix ist tief getroffen: "Ich überlege, dagegen rechtliche Schritte einzuleiten."

Sehr empfindsam zeigt sich auch Julian Evangelos, der ob dieser boshaften Konflikte so viele Tränen vergießt, dass sogar seine Freundin Steffi mitweinen muss. "Diese Leute machen alles für Geld", schluchzt er.

Bei der Abstimmung dürfen die Paare dann sogar jeweils zwei Stimmen vergeben. Julian und Steffi müssen das Haus ebenso verlassen wie Micaela und Felix. Wer sich da Sorgen um den Hausfrieden macht, kann beruhigt sein: Laut Vorschau hängt der auch in der letzten Folge noch schief.