Im "Tatort: Die ewige Welle" wird Kommissar Leitmayr mit einer längst vergessen geglaubten Episode aus seiner Vergangenheit konfrontiert. Diese Fragen blieben am Ende offen.

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Der neueste "Tatort" aus München ging ungewohnte Wege. In "Die ewige Welle" wird in Rückblicken auch immer wieder die Vergangenheit von Kommissar Leitmayr beleuchtet, der in den 80er-Jahren mit einem Freund und seiner großen Liebe einen Sommer in Portugal verbrachte.

Doch jetzt holt ihn genau diese Geschichte im Hier und Jetzt wieder ein. Fünf offene Fragen zum neuesten München-Krimi.

"Tatort aus München": Gibt es in München wirklich Surfer?

Existiert wirklich mitten in München, hunderte Kilometer vom Meer entfernt, eine Surfer-Szene oder stammt diese Idee aus den Köpfen der Drehbuchautoren?

Nein, diese Welle und die dazugehörigen Sportler, die mit ihren Brettern am Fahrrad durch die Stadt radeln, gibt es in in der Tat. Am Eisbach, eine Ableitung der Isar, die durch den Englischen Garten fließt, befindet sich an der Prinzregentenstraße in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt diese stehende Welle, die in Surfer-Kreisen internationale Bekanntheit hat.

Im Jahr 2010 kam sogar der Dokumentarfilm "Keep Surfing" über die Eisbach-Welle in die Kinos.

Konsumieren Drogenabhängige wirklich Schmerzpflaster?

Ja, tun sie. Meist mit dem Wirkstoff Fentanyl. Das synthetische Opioid wird als Schmerzmittel bei Narkosen angewandt, findet aber auch als Pflaster für die Behandlung von chronischen Krankheiten zur Schmerztherapie Anwendung.

Seit einigen Jahren wird Fentanyl, das zum Vergleich rund 100-mal stärker ist als Morphin, auch zu Rauschzwecken missbraucht. Doch dahinter verbirgt sich eine riesige Gefahr. Aufgrund der starken Wirkung können bereits geringe Überdosierungen zu Atemstillstand und Tod führen.

Allein 2014 starben 4.200 Menschen in den USA an einer Überdosis Fentanyl, das teilweise auch zum Strecken von Heroin verwendet wird.

Hat Leitmayr ein Recht darauf zu erfahren, ob er Vater ist?

Nein, eigentlich nicht. Allerdings steckt dahinter eine schwierige juristische Frage, die seit vielen Jahren die Gerichte beschäftigt. In manchen Fällen hatten Richter geurteilt, dass die Mutter sehr wohl verpflichtet sei, den Vater unter bestimmten Voraussetzungen zu nennen.

In einem wegweisenden Urteil sah das Bundesverfassungsgericht 2015 allerdings keinen Anspruch, die Identität des biologischen Vaters zu erfahren. Die Argumentation: Zum einen würde durch eine Verpflichtung das Persönlichkeitsrecht der Mutter verkannt.

Zum anderen gebe es schlicht und ergreifend kein anwendbares Gesetz, entsprechende Urteile seien also eine unzulässige Rechtsfortbildung.

Wer spielt Leitmayrs Kumpel Mikesch Seifert?

Woher kannte man das Gesicht von Leitmayrs Freund Mikesch? Der Schauspieler Andreas Lust verkörpert glaubhaft den gescheiterten Lebemann, der glaubt, sich nur noch mit einem Drogendeal aus seinem Dilemma manövrieren zu können.

Andreas Lust wurde 1967 in Wien geboren und machte sich zunächst als Theater-Schauspieler in seiner Heimat einen Namen. Erst seit Mitte der 90er-Jahre tauchte er in kleineren Rollen im Kino und Fernsehen auf. Eine tragende Rolle spielte er 2008 in dem Drama "Revanche", das 2009 für den Oscar als "Bester ausländischer Film" nominiert wurde.

Auch im "Tatort"-Universum ist Lust alles andere als ein Unbekannter: Erst im März 2019 besetzte er im Freiburger-Krimi eine tragende Episoden-Rolle. Insgesamt ist es bereits sein achter Auftritt in der beliebten Sonntagabend-Reihe.

Was wollten die Drehbuchautoren mit "Die ewige Welle" transportieren?

Wie die Autoren Alex Buresch und Matthias Pracht vorab bereits bekannt gaben, zeichneten sie rund um die Eisbach-Welle die Figur eines Münchner Originals, ein Surfer der ersten Stunde.

Doch während sich seine Freunde über die Jahre in ein bürgerliches Leben zurückgezogen hätten, könne er nicht loslassen: "Mikesch ist hängen geblieben in einem München, das es so wohl nicht mehr gibt. Das München der Freigeister und Lebenskünstler."

Auch Kommissar Leitmayr komme aus diesem München und aus dieser Zeit, deswegen liege es nahe, auch in seiner Vergangenheit zu forschen. Die Geschichte sei eine Hommage an Menschen wie Mikesch: "An jemanden, der nicht aufgibt, der sich wie die ewige Welle immer weiter auf der Stelle bewegt, bis es nicht mehr geht." (dr)  © spot on news

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