Der Münster-"Tatort" ist immer für einen Spaß zu haben: In dieser Wiederholung von 2013 sorgt Schlagerstar Roland Kaiser für das nötige Augenzwinkern.

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Wer am Sonntag aus schöner Gewohnheit den "Tatort" im Ersten einschaltet, dem könnte die ausgestrahlte Folge allzu bekannt vorkommen. Aus triftigem Grund.

Doch nicht Corona-bedingte Produktionsengpässe sind der Anlass, dass die ARD so früh im Jahr zur Krimikonserve greift. Nein, wie seit einigen Jahren an den Osterfeiertagen üblich, ist die aktuelle Erstausstrahlung für Ostermontag vorgesehen. Tags zuvor gibt es hingegen nur eine Wiederholung, wobei sich das "nur" in diesem Fall eigentlich verbietet. Die Episode "Summ, Summ, Summ" (2013) zählt zu den erfolgreichsten der fast 50-jährigen "Tatort"-Geschichte. Natürlich kommt sie aus Münster, dem TV-Revier gewordenen Quotenparadies.

Worum geht es im "Tatort: Summ, Summ, Summ"?

Professor Dr. Boerne (Jan Josef Liefers) macht im Film von Regisseur Kaspar Heidelbach (Buch: Jan Hinter und Stefan Cantz) die schicksalhafte Zufallsbekanntschaft des Schlagersängers Roman König. Schuld an der Begegnung ist eine hochgefährliche Bananenspinne. Gleich zwei Exemplare sind nach einem Einkauf aus der Staude gekrabbelt und verweilen nun irgendwo in Boernes Wohnung oder in der seines Nachbarn Kommissar Thiel (Axel Prahl).

Während der Kammerjäger anrückt, wird Boerne in ein Luxushotel ausquartiert, er bezieht die Suite neben der des Schlagerstars. Es entwickelt sich so etwas wie Freundschaft zwischen den beiden Snobs - was dann auch entscheidend für den Fall wird. Denn ermordet wurde: eine Frau aus Bremen, die nicht nur eine attraktive Journalistin war, sondern, wie sich herausstellt, auch die heimliche Geliebte des Schmusesängers. Doch der tut so, als ginge ihn das alles nichts an.

Wer ist der Schlager singende Gaststar im "Tatort"?

Die Hits schüttelt er aus dem Ärmel. Der Erfolg ist seine Welt. Und die Frauen? Er hat sie alle, denn Roman König ist ein Star und Charmeur der ganz hohen Schule. Wer könnte in einem "Tatort" aus Münster einen solchen Schlagerkönig trefflicher spielen als Roland Kaiser, der seit vielen Jahren in Münster lebende "Schlager-Kaiser" höchstpersönlich? Der eigens für den Film komponierte Song "Egoist" ist so etwas wie das Titellied des Films und will am Ende gar nicht mehr aus den Gehörgängen weichen. Sogar ein kleines Konzert wurde in die Handlung eingebaut, das dann schnell Roland Kaisers eigentliche Stärke offenbart: Der Entertainer ist auf der Bühne zu Hause. So war der Auftritt im "Tatort" sein erster und lange auch letzter als Schauspieler. Vergangenes Jahr wurde bekannt, dass Kaiser für die noch nicht ausgestrahlte Tragikomödie "Eisland" vor der Kamera steht. Sein Schauspielpartner hier wie damals: Axel Prahl.

Wie urteilten Publikum und Kritiker über den "Tatort: Summ, Summ, Summ"?

Wie nicht selten der Fall beim "Tatort" aus Münster waren die Kritiken bei der Erstsendung im März 2013 gemischt. Die "Münstersche Zeitung" fand den Film "spannend und unterhaltsam", der Kritiker des "stern" erachtete die Mischung als "liebenswert": "witzige Wortgefechte, Situationskomik, skurrile Szenen und eine herrlich-überdrehte Krimihandlung". "Focus Online" hingegen bemängelte, dass "die Drehbuchautoren aber wirklich nur noch auf das tantige, gegenseitige Beömmeln der beiden Antipoden setzen", und auch bei "Spiegel Online" wurde moniert, dass "die übliche Gag-Kanonade abgefeuert" werde, sodass der Münster-"Tatort" in der Konsequenz "leider selbst wie ein schaler Schlager" wirke.

Auf der Bühne zu Hause: Roman König (Roland Kaiser) singt seinen Hit "Egoist".

Im Zweifel wichtiger jedoch als die Meinung der Berufskritiker: Beim Publikum war "Summ, Summ, Summ" fast ein Straßenfeger wie in alter Zeit. Mit 12,99 Millionen Zuschauern wurde die stärkste "Tatort"-Reichweite seit 1993 gemessen. Seither wurde diese Rekordmarke etliche Male übertroffen - allerdings ausschließlich von den Herren Boerne und Thiel aus Münster.

Lohnt sich das Einschalten?

Wir finden: ja! Roland Kaiser schlägt sich wacker als Schauspieler und offenbart neben den gestandenen Meistern des Augenzwinkerns sogar einen Hauch von Selbstironie. Ohne ginge es sowieso nicht in Münster. Einziger Hinweis zum Gebrauch: Nur nicht zu ernst nehmen, bitte! Nicht auszuschließen, dass die Wiederholungsquote nicht viel unter der am Ostermontag folgenden Erstausstrahlung verbleibt. Der "Tatort: Das fleißige Ließchen" (13. April, 20.15 Uhr, ARD) markiert den Dienstantritt der neuen Saarbrücker Kommissare Leo Hölzer (Vladimir Burlakov) und Adam Schürk (Daniel Sträßer).  © 1&1 Mail & Media/teleschau

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