Mit dem Kosmetik-Beutel in die Moab-Wüste von Utah: Michael Wendler treibt bei einem Männertrip den Auswandererkönig Konny Reimann an den Rand der Verzweiflung. Die Frage nur: Wann wurde das Ganze eigentlich gedreht?

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Michael Wendler hat es geschafft: Aus den Promi-Spalten der Medienwelt ist er seit Monaten nicht mehr wegzudenken. Nicht wegen seiner Schlagermusik, eher wegen seiner viel jüngeren Freundin.

Hätte er um diese Bekanntheits-Triebfeder früher gewusst, hätte er sich womöglich nicht auf ein Format wie "Konny Goes Wild" eingelassen, das ihn offenbar lange vor "der Laura" zusammen mit dem Kult-Auswanderer auf eine viertägige Wandertour durch die Wüste von Moab in Utah geschickt hat: Ü30 Kilometer bei Ü40 Grad mit einem 15-Kilo-Rucksack auf dem Promi-Buckel - und das in einer Gegend, in der es kaum Schatten, dafür aber Schlangen und Uran-verseuchtes Wasser gibt.

Und dann noch der Einstieg! Also vielmehr der Abstieg. Am Seil hängend ging's einen Abhang hinunter. "Ich zitter am ganzen Körper. Da kamen die ganzen Gefühle von meinem Absturz damals wieder hoch. Furchtbar." Gemeint war jener Unfall beim Dreh der RTL-Show "Ich bin ein Star - Lasst mich wieder rein" 2015, bei dem sich der Sänger die Hand brach.

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"Konny goes wild": "Ich bin ja Sänger und kein Bergsteiger"

Natürlich lebt das Format davon, dass neben dem Outdoor-Experten Konny Reimann die meisten Promis keine allzu gute Figur in der Wildnis abgeben. Doch Michael Wendler forderte Zuschauer und seinen Survival-Guide auf besondere Weise heraus. "Ich bin ja Sänger und kein Bergsteiger", gab er früh zu bedenken.

Und auch dem Reimann schwante bereits zu Beginn ihres Trips fernab ausgetretener Touri-Trampelpfade Böses: "Ich glaube, dass es schwierig für ihn wird, weil er eben halt doch ziemlich verwöhnt ist, was Essen und auch die Hygiene betrifft."

Freunde werden das keine mehr: Michael Wendler und Konny Reimann (links).

Doch was folgte, verschlug nicht nur dem 63-Jährigen mehrfach die Sprache.

Obwohl nur mit einem überschaubaren Wasservorrat ausgestattet, setzte sich der Wendler bereits an Tag 1 in den Kopf, die Haare zu waschen. Blankes Entsetzen bei seinem Gefährten: "Wir sind am Arsch der Welt. Wasser ist hier wertvoller als Gold oder Diamanten. Da habe ich das erste Mal gedacht: Ich glaub, ich hätte ihn zuhause lassen sollen."

Doch ein Wendler wischte derlei Bedenken beiseite: "Ein bisschen Hygiene muss sein. Mir ist das egal, was Konny sagt. Bei Konny ist das Haarproblem nicht mehr ganz so groß. Und es ist ein persönliches Luxusgefühl. Das ist mir total wichtig."

Offenbar ebenso wie täglich ein frisches Outfit auf dem Leib zu tragen. Auch hier verhallten Reimanns Worte in der menschenleeren Ödnis: "Es ist hier keiner. Es interessiert keinen, wie du aussiehst. Oder wie du stinkst. Es ist völlig wurscht." Eine echte Männerfreundschaft schien da bereits weiter entfernt zu sein als das nächste Wasserversteck für die beiden Wanderer.

"In meinem Alter finde ich auch keine andere mehr"

Mit Golfschuhen auf Wandertour. Kann man machen, Herr Wendler.

Als Schuhwerk für den 43 Kilometer Trip durch Utahs Wildnis wählte der Wendler übrigens reinweiße Golftreter. Mit Spikes. "Darin bekomme ich keine Blasen." Apropos: Als die erste Nacht anstand, blies der Wendler seine Luftmatratze auf. Während er darauf lag. Weil er sich nicht schmutzig machen wollte. Immerhin gab's erhellende Bettgepräche über Frauen. So war sich der Wendler zu diesem Zeitpunkt sicher: "In meinem Alter finde ich auch keine andere mehr." Wie alt ist diese TV-Konserve eigentlich?

Aber das Kopfschütteln vor dem Fernseher ging weiter. Immer weiter. Auch angesichts der Tatsache, dass jede dunkle Wolke am Himmel und jedes anschwellende Bächlein von RTL II zur drohenden Gefahr hochgejazzt wurde - konsequent bis zur letzten Prüfung: die Überquerung eines Canyons per Seil.

Beim Abseilen kamen bei Michael Wendler (links) all die Gefühle an seinen Bungie-Absturz wieder hoch.

Konny hatte sichtlich Spaß dabei trotz schmerzhaften Einstieg ("My Balls!"), der Wendler lief lieber drum rum, um auf der anderen Seite seine damalige Frau Claudia (!) in die Arme zu nehmen. "Ich bin ein Mann und brauche nicht diese Männlichkeitsprüfung, um jedem zu zeigen, dass ich es könnte", rang er nach einer Erklärung. "Ich glaube auch, dass Konny eine andere Definition von Männlichkeit hat als ich. Konny ist ein waghalsiger Mensch, der Glück hatte, dass er vielleicht in seinem Leben noch nicht so viele dramatische Erlebnisse hatte. Wenn du welche hattest, dann wirst du einfach vorsichtiger. Das ist einfach menschlich bedingt."

Und das Fazit, Herr Wendler? "War geil, dabei gewesen zu sein, aber nochmal würde ich es nicht machen. Ich hab wieder Brusthaare, obwohl ich jahrelang drauf geachtet habe, keine zu haben. Und ich stinke wie ein Iltis." Konny Reimann würde so einen Trip "mit dem richtigen Kumpel an der Seite" indes jederzeit wieder in Angriff nehmen - nur eben nicht mit dem Michael.

(tsch)

Teaserbild: © RTL II