Was hat RTL nicht alles versucht, den Bachelor und seine Damen in Liebesbereitschaft zu versetzen. Sonnenuntergänge, Infinity-Pools, Strand-Dinners und natürlich reichlich Schnaps. In Folge fünf geht man nun einen Schritt weiter und lässt Bachelor Dominik Stuckmann sterben. Zumindest kurz. Drüber ist es trotzdem. Darauf einen Tequila!

Christian Vock.
Eine Kritik

Dass so ein Bachelor ein Universalgenie ist, das wissen wir ja inzwischen. Er muss es aber auch sein, denn der Aufgabenbereich eines Bachelors ist vielfältig: Er muss kraftstrotzend in den Sonnenauf- und verträumt in den Sonnenuntergang gucken können. Er muss das Cocktailglas des Werbepartners mit einer Hand heben und zumindest kaschieren können, sollte er dumm wie Frittierfett sein. Ach ja: Bei all dem muss er natürlich auch noch die Liebe finden. In Folge fünf kommen noch zwei weitere Aufgaben hinzu: Er muss die Rasselbande bei Laune halten und er muss tot sein.

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Fangen wir mit dem Totsein an, denn entgegen der Regeln des Versterbens ist das Totsein bei unserem Bachelor nur temporär und vor allem anlassbezogen. Zum einen wäre die Story eines wirklich toten Bachelors recht schnell auserzählt. Zum anderen hat man die Dreharbeiten schließlich auch deshalb nach Mexiko gelegt, damit man den dortigen Tag der Toten, den Día de Muertos, mitfeiern kann. Die deutschen Feierlichkeiten von Allerheiligen sind ja im Vergleich dazu unterhaltungstechnisch eher bieder.

Beim "Bachelor" sieht das ganz anders aus. Der hat in Folge fünf keine Kosten und Schminke gescheut, um seine Anbetenden landestypisch zu prüfen. Zumindest denkt er das. "Wir feiern heute den Día de Muertos, der Festtag der Toten", erklärt Dominik Stuckmann und weiß sogar noch mehr: "Das ist der Tag, an dem die Lebenden das Gemeinsamsein mit den Toten feiern." Und zu einer guten Feier hat ein Bachelor ja noch nie "nein" gesagt, warum dann zu einer mit Toten. Also schmeißt er sich in den Sombrero, malt sich ein Totengesicht und denkt sich eine Aufgabe aus.

"Der Bachelor": Stuckmann ist so gut wie tot

Eine Handvoll Damen soll sich ebenfalls kostümieren und dem in einem Sarg liegenden Stuckmann einen letzten Wunsch erfüllen: "Ihr werdet mir mal mit auf den Weg geben, was ihr mir noch gerne sagen hättet wollen." Ja, Sie werden es auch gleich gemerkt haben: Die Aufgabe ergibt in dieser Form überhaupt keinen Sinn, da Stuckmann ja gar nicht tot ist und sie ihm alles auch einfach so sagen könnten und wenn er tot wäre, er diese Dinge ja gar nicht hören könnte. Wir merken uns einfach: Dinge sagen und wie tot aussehen.

Zumindest das mit dem "wie tot aussehen" bekommen die Damen gut hin, nur die Rede am offenen Sarg fällt manch einer schwer. "Das war komplett drüber, ich weiß nicht was das sollte", äußert Christina Nicolardi sofort ihre Bedenken. Jana-Maria ist dann die erste Grabrednerin und sie versucht es so: "Ich bin froh, dass du der Bachelor bist und ich bin froh, dass ich dich kennenlernen hab dürfen und dass wir so eine tolle Zeit zusammen hatten", fängt Jana-Maria an, doch dann fällt unser toter Bachelor zuerst aus der Rolle und dann ihr ins Wort: "Ich bin auch sehr froh, dass du hier bist."

Man kann nicht sofort rekonstruieren, welches Detail dieser an Skurrilitäten reichen Szene Jana-Maria den Rest gab, aber die junge Dame fühlt sich so unwohl, dass Stuckmann die anderen Damen vor die Tür schickt. Unter vier Augen und im Licht der Kamera erklärt Jana-Maria, dass ihre Gefühle vom Tod ihres Vaters herrühren: "Das ist mir zu viel." Aber wie hätte man seitens der Produktionsfirma so eine Emotionalität beim Thema Tod auch vorhersehen können? Doch da hat unser Bachelor schon wieder etwas ganz anderes im Kopf: "Du siehst verdammt heiß aus heute in diesem Outfit", erzählt er Jana-Maria, nachdem die Tränen getrocknet sind.

Und jetzt alle: "Tequila-Tag!"

Doch da sind ja auch noch die anderen Damen und auch wenn Christina Nicolardi immer noch nicht den Sinn des Ganzen verstanden hat, sagt sie ihm, was sie ihm zu sagen hat. Und so ist unser Bachelor am Ende rundum zufrieden, auch wenn er die Absurdität dieses Schauspiels zumindest geahnt hat: "Da hat keine von den Damen gesagt: Ey, du hast sie nicht mehr alle – was ich auch verstehen hätte können."

Bei den in der Villa verbliebenen Damen geht Bachelor Stuckmann nur unwesentlich subtiler vor: "Wir haben von Dominik Tequila geschickt bekommen", erzählt Chiara Fröhlich fröhlich und zündet sich mit den anderen Bachelorinas dann alsbald die Lampen an. "Welcher Tag ist heute?", fragt Valeria rhetorisch und mit einem "Tequila-Tag!" läutet der Rest der Truppe die Feierlichkeiten ein.

Nach der Rückkehr der Damen, die den "Tequila-Tag" durch die Pflicht-Veranstaltung mit Dominik verpasst haben, entspinnt sich eine kleine Diskussion um ein Armband, das Jana-Maria seinerzeit von Dominik erhalten hat, den Erhalt aber nicht von der ebenfalls bearmbandeten Lara hat quittieren lassen. Die Armband-Affäre entwickelt sich zu einer Generalabrechnung mit Jana-Maria – sehr zur Freude von Emily, denn die kommt mit zu viel Eintracht nicht zurecht: "Die sind alle so harmoniesüchtig."

Chiara Madonna: "Eigentlich hab’ ich einen anderen Typ Mann"

Und weil Emily eine Frau der Tat ist, köchelt sie tags drauf die Harmonie gleich ein bisschen runter. Nach einem Gruppendate darf sie noch ein bisschen allein beim Bachelor bleiben, bekommt erst Komplimente, dann einen Kuss und will beides bei ihrer Rückkehr nicht nur nicht für sich behalten, sondern schmückt auch noch ihr Potenzial beim Küssen aus: "Wenn ich könnte, wie ich wollte … Aber es ist immer noch Fernsehen", erklärt Emily der Konkurrenz, dass sie beim Kuss handwerklich unter ihren Möglichkeiten geblieben ist.

Da könnte selbst ein zweiter Tequila-Tag die Stimmung nicht mehr retten: "Hier ist alles möglich, aber damit hat, glaube ich, wirklich keiner gerechnet", wagt Nele eine Kollektiveinschätzung. "Hat mir so ein bisschen die Schuhe ausgezogen in dem Moment", teilt Anna Neles Überraschung. Der Rest der Folge ist schnell erzählt: Franziska hat Ohr und bekommt von der Ärztin ein Bachelor-Gruppendate-Kontaktverbot. Lara erhält ein kurzes Update vom Bachelor: "Du kreist mir im Kopf und das nicht zu wenig" und der Bachelor ein Update von Chiara Madonna: "Eigentlich hab’ ich einen anderen Typ Mann."

Und so gehen alle Beteiligten mit ein wenig Schlagseite in die Nacht der Rosen. Dort erwartet die Truppe nicht nur eine Poolparty, sondern auch eine Reihe von Deeskalationsgesprächen. Kaum ist Christina Aurora besänftigt, muss das Feuer bei Nele gelöscht werden, ehe der Kuss mit Emily bei Anna eine Erklärung erfordert. Im Pool geht die Laune unter Alkoholeinfluss dann wieder kurz nach oben, ehe sie bei Christina Aurora, Chiara Madonna und Valeria in den Keller sackt, denn unser Bachelor plant die weitere Show erstmal ohne die drei Damen.

Leonard Freier
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