"Ich bin nur verwirrt die ganze Zeit", gesteht Rea Garvey bei „The Masked Singer“. Trotzdem liegt er am Ende mit seinem Tipp, wer unter der Maske von Galax’Sis steckt, goldrichtig. Und obwohl die Jury schon zu wissen glaubt, wer die Discokugel ist, hält die noch eine Überraschung bereit.

Christian Vock.
Eine Kritik
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Es gibt Sachen, die macht man nicht mal eben nebenbei. Oder sollte sie nicht einfach nebenbei machen. Tanken und rauchen zum Beispiel. Oder freiklettern und jonglieren. Es gibt aber noch etwas Anderes, das man nicht mit einer anderen Tätigkeit kombinieren sollte, denn es erfordert viel zu viel Aufmerksamkeit: die Hinweise bei "The Masked Singer" zu verstehen versuchen. Das wurde einem am Samstagabend wieder einmal vor Augen geführt.

"Klamotten von der Stange kommen mir nicht in den Stall", sagt das Zebra am Samstagabend im Einspielfilmchen vor ihrem Auftritt bei "The Masked Singer". "Der Ork ist nämlich wieder von Schluckauf geplagt", hört man hingegen eine Stimme im Indizien-Einspieler des Orks sagen. Und den Gorilla sieht man in seinem Filmchen, wie er auf einer riesigen Banane die Wellen reitet, weil er "Wasserspaß" so mag. Alles klar?

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"Herzlich willkommen in Moschner-Land"

Nein, auch die Hinweise auszuwerten, die man als Zuschauer bei "The Masked Singer" bekommt, macht man nicht mal en passant. Denn hier muss man erstens sehr genau hingucken und -hören und zweitens entweder sehr viel unnützes Wissen haben oder die Muße, es sich anzueignen. Kurzum: Für die Hinweise bei "The Masked Singer" muss man sehr viel Zeit und einen stabilen Freundeskreis haben.

Zugegeben, die Hinweise, machen nur einen kleinen Teil des Erfolgs der Show aus, aber sie gehören eben dazu. Genauso wie die Verwirrung, die sie bei der Jury auslösen. "Was bedeutet die Ente immer im Hintergrund?", fragt sich beispielsweise Ruth Moschner am Samstagabend, als sie über den Ork rätselt und als sie zuvor beim Zebra auf Ella Endlich tippt, hat das folgenden Grund: "Die Wolken könnten auf ihre Stiefmutter Carmen Nebel hinweisen."

Ja, offenbar hat Ruth Moschner sowohl viel Zeit als auch einen stabilen Freundeskreis. Das erklärt Moderator Matthias Opdenhövel mit anderen Worten auch Gastjurorin Linda Zervakis, als Moschner zuvor minutenlang herleitet, warum im Kostüm des Seesterns entweder Jasna Fritzi Bauer, Anna Maria Mühe oder Jasmin Schwiers steckt: "Linda, herzlich willkommen in Moschner-Land."

Gewagter Tipp von "The Masked Singer"-Rategast Linda Zervakis

Linda Zervakis selbst ist da eher das Gegenteil von Ruth Moschner, aber hat an diesem Abend einen Geistesblitz. Oder zumindest glaubt sie, einen zu haben: "Die Indizien sagen mir eigentlich nie viel", gesteht Zervakis nach dem Auftritt von Galax’Sis, hat aber diesmal ein gutes Gefühl, weil einen guten Tipp: die Mutter von Greta Thunberg! Zum einen schließt sie das aus der Einspieler-Aussage von Galax’Sis, dass es immer heißer werde, zum anderen habe die Mutter, Malena Ernman, bereits beim ESC für Schweden gesungen.

Ganz anders sieht die Lage bei Rea Garvey aus. Kurz vor dem Auftritt des Orks gesteht der Sänger: "Ich bin nur verwirrt die ganze Zeit." Das mag ihm so vorkommen, ist aber nicht ganz richtig. Denn bei einem Tipp ist sich Garvey völlig sicher und seine Kolleginnen Moschner und Zervakis stimmen ihm zu: Unter der Maske der Discokugel kann nur Sängerin Jeannette Biedermann stecken. Das kann natürlich sein, nur erfährt der Zuschauer das erst später, denn die Discokugel schafft es diesmal wieder in die nächste Runde.

Discokugel sorgt für Überraschung

Zuvor sorgt sie aber für eine kleine Überraschung bei ihrem Auftritt. Zunächst läuft alles ganz normal, als die Sängerin ihre Version von Coldplays "Higher Power" anstimmt. Doch mittendrin nehmen die Tänzerinnen der Sängerin die Ganzkörper-Discokugel ab und zum Vorschein kommt eine zweite, deutlich kleinere Discokugel-Maske, die nur den Kopf versteckt. In der Tat ein origineller Einfall, der auch bei Zervakis und Moschner für offene Münder sorgt.

Keinen offenen Mund hat hingegen Rea Garvey, als die Verliererin des Abends am Ende ihre Maske abnehmen muss, denn der Ire hatte genau den richtigen Riecher. Zuvor waren die sieben Kandidatinnen und Kandidaten in einer Vierer- und einer Dreier-Gruppe gegeneinander angetreten. Die drei Kostümierten mit den wenigsten Stimmen der Zuschauer mussten noch ein zweites Lied singen, danach fiel die finale Entscheidung und die traf diesmal das Fantasiewesen Galax’Sis.

Wir erinnern uns: Linda Zervakis hatte hier auf die Mutter von Klimaschutz-Aktivistin Greta Thunberg, Malena Ernman, getippt. Rea Garvey hat hingegen einen anderen Vorschlag: "Ich bin überzeugt, dass es Joana Zimmer ist", tippt Garvey auf die blinde Sängerin und kann auch Ruth Moschner davon überzeugen – zu Recht. Denn tatsächlich verbirgt sich die Sängerin Joana Zimmer, die einst mit dem Hit "I Believe" 2005 bekannt wurde, unter dem Galax’Sis-Kostüm. Damit sind noch sechs kostümierte Promis im Rennen.

Teaserbild: © ProSieben/Willi Weber