FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache malt seiner Partei zusätzlich zum Innenministerium auch Chancen auf Außen- und Finanzministerium aus. Es sei schließlich Usus, dass eine Partei den Kanzler stelle und die andere den Finanzminister.

Heinz-Christian Strache will bei einer allfälligen schwarz-blauen Koalition nicht nur das Innenministerium, sondern auch das Finanz- und Außenministerium für seine Partei.

Wenn man Ressorts "auf Augenhöhe" verteilen wolle, sei es "logisch", dass der Juniorpartner in einer Koalition das Finanzressort bekomme, sagte Strache in einem Interview mit "Oe24.tv". "Bei Rot-Schwarz war das auch selbstverständlich."

Für Strache "eine Diskussionsgrundlage"

Als Bedingung wollte er seine Aussage jedoch nicht verstanden wissen. Vielmehr sei das "grundsätzlich so" und "eine Diskussionsgrundlage". Aktuell stellt die SPÖ den Kanzler, die ÖVP hat das Finanzministerium inne.

Strache verwies darauf, dass die FPÖ mit 25,97 Prozent der Stimmen nicht so viel weniger erreicht habe als die ÖVP (31,47 Prozent). Außerdem habe der amtierende Finanzminister Hans Jörg Schelling keine Lust, sein Amt in einer schwarz-blauen Koalition weiter zu bekleiden.

Bleibt Hans Jörg Schelling Minister?

Unterdessen wird munter über die Zukunft von Schelling spekuliert. Dieser hatte vergangene Woche überraschend auf sein Nationalratsmandat verzichtet.

Zwischenzeitlich stiegen seine Chancen, auch unter Schwarz-Blau Finanzminister zu bleiben: Das deutsche "Handelsblatt" berichtete, die Finanzminister der Europäischen Volkspartei (EVP) hätten sich für den 63-Jährigen als Eurogruppenchef ausgesprochen. Voraussetzung dafür wäre der Ministerposten in Österreich.

Und ÖVP-Chef Sebastian Kurz erklärte, sein Parteikollegesei "auf jeden Fall" für das Amt geeignet. Schelling habe "jahrelang Erfahrung als Finanzminister in Österreich und auch in Brüssel hat er sich einen Namen gemacht".

Mehrere Spitzenvertreter der EVP dementierten jedoch: Es sei "völlig unrealistisch", dass Schelling den Posten als Eurogruppenchef bekomme - schon allein deshalb, weil drei hochrangige EU-Posten bereits bereits mit konservativen Politikern besetzt sind: der des EU-Kommissionspräsidenten (Jean-Claude Juncker), des EU-Parlamentspräsidenten (Antonio Tajani) und des Ratspräsidenten (Donald Tusk).

Schelling selbst äußerte sich am Donnerstag erstmals zu den Gerüchten: "Bisher hat mich noch niemand gefragt, außer die Kollegen der Europäischen Volkspartei, da hat es Gespräche gegeben", sagte er am Rande des Investment Day der RCM.

Vor der Wahl hatte der Vorarlberger in einem "Oe24.at"-Interview Interesse bekundet, den Posten weiter zu bekleiden: Er sei "gern bereit, mit Herzblut weiterzumachen". (ank)