HC Straches TV-Konfrontations-Marathon zur Nationalratswahl am 15. Oktober brachte zwei völlig verschiedene Duelle. Nach der eher sachlichen Diskussion mit Neos-Chef Matthias Strolz folgte ein heftiger Schlagabtausch mit der grünen Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek, der mit einer Klagsdrohung endete.

Heinz-Christian Strache stellte sich am Montag gleich zwei TV-Duellen auf Puls 4. Den Anfang machte die Konfrontation mit Neos-Chef Matthias Strolz.

Gleich zu Beginn wurden, den Regeln entsprechend, Geschenke ausgetauscht. Matthias Strolz überreichte HC Strache einen Europa-Wimpel mit den Worten „Man kann österreichischer Patriot sein und Europa im Herzen tragen“. Strache beschenkte Strolz mit einem Bonsai-Baum und der Bemerkung: „Den bitte nicht zu fest umarmen."

Nach dem Austausch der Geschenke gab es einen Wortgefecht als Strache Strolz vorwarf, hinter den Neos stünden Millionäre wie Hans Peter Haselsteiner. Strolz konterte damit, dass bei den Neos alles transparent sei. „Bei uns kann man jedes Wurstsemmerl sehen“, so Strolz. Danach konterte der Neos-Chef mit einem Taferl, das Strache mit russischen Oligarchen in Verbindung brachte.

Der FPÖ-Chef rechtfertigte sich damit, dass Politiker die Aufgabe hätten, auf diplomatischer Ebene Neutralität zu leben. Die Sanktionen gegen Russland seien zum Schaden Österreichs. Strolz nannte Strache ein Sicherheitsrisiko für Österreich.

Paarlauf bei Wirtschaftsthemen

Als das Gespräch von Moderatorin Corinna Milborn auf Wirtschaftsthemen gelenkt wurde, waren beide Kontrahenten um Konsens bemüht. Bei Themen wie dem Schutz des Bargelds, dem Nein zur Erbschaftssteuer und Steuersenkungen waren immer wieder die Worte „einverstanden“ und „bin mit dabei“ zu hören.

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Es wurde allerdings nicht mit Kritik an der rot-schwarzen Regierung gespart. Hier war klar, dass beide Spitzenkandidaten versuchten, Wähler aus dem roten und schwarzen Lager anzusprechen und für sich zu gewinnen.

Uneinigkeit herrschte nur beim Thema Arbeiter aus dem Osten. Während Strolz darauf beharrte, dass auch viele Österreicher davon betroffen wären, wenn man den Rollbalken herunterlässt, weil sie in anderen Ländern arbeiten oder etwa Pflegepersonal aus dem Osten beschäftigen, konterte Strache mit dem Beispiel Burgenland, wo 3.000 - 5.000 neue Arbeitsplätze geschaffen wurden, die allerdings von Arbeitnehmern aus dem Osten besetzt wurden. Österreichische Arbeitnehmer würden dabei leer ausgehen.

Heftiger Schlagabtausch mit Lunacek

So ruhig und besonnen Strache bei der Diskussion mit Matthias Strolz wirkte, so heftig geriet die Konfrontation mit der Spitzenkandidatin der Grünen Ulrike Lunacek. Beschenkte Lunacek HC Strache anfangs noch mit Kinokarten für den Klimawandel-Film „Immer noch eine unbequeme Wahrheit“ von Al Gore und Strache Lunacek, an vergangene Zeiten erinnernd, mit einem Bild von Ex-Grünen-Chefin Eva Glawischnig, so war bald klar, dass sich das Gespräch nicht harmonisch entwickeln würde.

Diskussion über Klimawandel

Passend zu ihrem Geschenk startete Ulrike Lunacek die Diskussion mit dem Thema Klimawandel.

Die Vorwürfe Lunaceks, Strache würde den Klimawandel leugnen und FPÖ Politiker würden auf EU-Ebene bei Abstimmungen fehlen, konterte der blauen Spitzenkandidat damit, dass Klimaschutz für ihn „Heimatschutz“ sei und sich die FPÖ deshalb in Österreich für den Umweltschutz einsetze und erneuerbare Energien fördern möchte.

Das war es aber auch schon mit der Harmonie. Schon bei den Themen Steuersenkung und Erbschaftssteuer ortete Lunacek ein „blaues Wunder“, denn schließlich hätte die FPÖ während der schwarz-blauen Regierungszeit Ambulanzgebühren eingeführt und Pensionen gekürzt.

Hasszerfressen und schäbig

Völlig aus dem Ruder geriet die Diskussion, als Strache den Grünen Chaos vorwarf und ein „nachhaltiges Pilz-Problem“ diagnostizierte.

Beim Thema Flüchtlinge meinte Strache, er sehe massiven Antisemitismus unter vor allem muslimischen Zuwanderern. Lunacek warf Strache daraufhin Antisemitismus in der FPÖ vor.

So würde der FPÖ-Abgeordnete Johannes Hübner nach antisemitischen Aussagen nicht mehr kandidieren. HC Strache bezeichnete die Politik der Grünen daraufhin als "hasszerfressen" und die Reaktionen als "schäbig". Lunacek forderte daraufhin Strache mehrmals auf, diese Aussagen zurückzunehmen, was Strache ablehnte. Lunacek kündigte daraufhin an, die Aussagen rechtlich auf eine Klage hin prüfen zu lassen. Das Duell endete somit mit bösen Worten.