Höchster Sieg, bester Schütze, meiste Zuschauer: Das Halbfinale der WM 2014 zwischen Deutschland und Brasilien bricht alle Rekorde. Diese Bestmarken wurden am Dienstag neu aufgestellt.

Höchster Halbfinalsieg der Geschichte

Mit 7:1 fertigt Deutschland Gastgeber Brasilien ab - noch nie hat eine Mannschaft in einem WM-Halbfinale so hoch gewonnen. Ähnlich deutliche Siege gab es seit 1950 sonst nur in der Vorrunde. Deutschland hatte zuletzt bei der WM 2002 im ersten Gruppenspiel Saudi-Arabien mit 8:0 bezwungen.

Höchste Niederlage für Brasilien

Alle 16 Tore des besten WM-Schützen der Geschichte in Bildern.

Während sich die deutschen Spieler und Fans jubelnd in den Armen liegen, weint ganz Brasilien. Es ist die höchste Niederlage für die Selecao in ihrer Geschichte. Bisher war das eine 0:6-Schlappe gegen Nachbarland Uruguay - doch das war 1920! Bei einer Weltmeisterschaft haben sie noch nie so drastisch verloren. Bislang war die 0:3-Niederlage im WM-Finale 1998 gegen Frankreich die größte Pleite.

Die bittere Klatsche im eigenen Land wird wohl für ein weiteres Trauma sorgen - noch schlimmer als die Finalniederlage bei der Heim-WM 1950 gegen den Erzrivalen Uruguay. Zudem hat ein WM-Gastgeber noch nie so hoch verloren.

Miroslav Klose ist WM-Rekordtorschütze

Für einen Brasilianer hatte die "historische Demütigung", wie es die brasilianische Zeitung Estado de Sao Paulo formulierte, noch eine zusätzlich persönliche Note. Ronaldo musste seinen Torrekord an Miroslav Klose abtreten. Der deutsche Nationalspieler führt nun mit 16 WM-Treffern alleine die Torschützenliste an. Kein anderer Fußballer hat bei Weltmeisterschaften öfter getroffen.

Nebenbei baute Klose die Bilanz seiner Länderspielkarriere auf insgesamt 71 Tore aus. Damit vergrößerte er den Abstand auf den früheren Rekordhalter Gerd Müller, der 68 Mal im DFB-Trikot verwandelte. Zudem ist der Stürmer von Lazio Rom der erste Fußballprofi überhaupt, der in vier WM-Halbfinals zum Einsatz gekommen ist.

Twitterbeiträge von Promis und Spielern zum Halbfinal-Sieg der DFB-Elf.

Auch sein Mannschaftskollege Thomas Müller darf sich freuen: Der Bayern-Star erreichte mit seinem Tor zum 1:0 eine runde Zahl. Es war der 2000. Treffer in der deutschen Länderspielgeschichte. Außerdem ist er erst der dritte Spieler, dem bei zwei Turnieren fünf Tore gelangen.

Torrekorde für das deutsche Team

Auch Andre Schürrle sorgte für einen Rekord. Der Spieler vom FC Chelsea wurde in der zweiten Halbzeit eingewechselt und schoss prompt das 6:0 und 7:0. Schon gegen Algerien hatte er als Joker getroffen. Löw beweist damit sein glückliches Händchen: Zusammen mit Kloses Treffer gegen Ghana gab es insgesamt vier Joker-Tore für Deutschland - das schaffte das DFB-Team bei einer WM noch nie. Auch hat noch keine deutsche Elf zuvor schneller vier Tore erzielt. Gegen Brasilien dauerte es nur sechs Minuten.

Und noch ein Torrekord: Deutschland überholte Brasilien in der Liste der meisten WM-Treffer. 223 Mal trafen deutsche Schützen, für Brasilien klingelte es nur 221 Mal.

Zuschauerrekord für im deutschen Fernsehen

Auch außerhalb des Platzes sorgte das Halbfinale der WM 2014 für Rekorde. Dem ZDF bescherte es unglaubliche 32,57 Millionen Zuschauer bei einem Marktanteil von 87,8 Prozent. So ein großes Publikum erreichte eine deutsche Fernsehsendung noch nie. Der bisherige Rekord war um 1,5 Millionen Zuschauer geringer und wurde beim WM-Halbfinale 2010 aufgestellt.

Der Regen dürfte bei diesen Zahlen allerdings geholfen haben. Wegen des schlechten Wetters verfolgten viele Menschen das Spiel vor dem eigenen Fernseher. Die Zuschauerzahlen beim Public Viewing werden von Mediacontrol nicht berücksichtigt.

Halbfinale knackt Twitter-Rekord

Auf Twitter wurde die geschichtsträchtige Partie von der ganzen Welt ausgiebig kommentiert. Mit über 35 Millionen Tweets wurde es zum meistdiskutierten Sportereignis seit dem Start des Social-Media-Kanals. Sami Khedira überholte mit seinem Tor zum 5:0 sogar Miley Cirus. Ihr Skandal-Auftritt bei den MTV Awards 2013 erreichte 360.000 Tweets pro Minute, bei Khedira waren es 580.000 pro Minute.