(ah/kle) - Ein Boxkampf am Freitagabend endete blutig, noch bevor er überhaupt begann.

Die ehemalige WIBF- und WIBA-Weltmeisterin Rola El-Halabi aus Ulm wollte in Berlin den Titel im Leichtgewicht des Verbandes IBF erringen. Doch kurz vor dem Kampf gegen ihre Kontrahentin Irma Balijagic-Adler soll ihr Stiefvater die Kabine gestürmt und die Boxerin angeschossen haben. Das berichtet die "Südwest Presse". Zuvor soll der 44-Jährige zwei Sicherheitsmänner verletzt haben.

Offenbar bedrohte der mutmaßliche Täter alle Anwesenden in der Kabine mit einer Waffe und wies sie an, den Raum zu verlassen. Lediglich seine Stieftochter sollte bei ihm bleiben. Laut "Bild Online" schoss er ihr dann gezielt in eine Hand, ein Knie und in beide Füße.

Die Veranstalter riefen nach den ersten Schüssen die Polizei. Die konnte den Mann überwältigen und verhaften. Die Halle wurde geräumt. Die Mordkommission ermittelt gegen den 44-jährigen Täter nun wohl wegen versuchten Totschlags.

Die Verletzten wurden sofort ins Krankenhaus gebracht und sollen sich außer Lebensgefahr befinden.

Der Hintergrund der grausamen Tat soll ein Familienstreit gewesen sein. Laut "Südwest Presse" war Rola El-Halabis Stiefvater bis Januar ihr Manager. Sie soll sich jedoch im Streit von ihm getrennt haben. "Bild Online" will von Rola El-Halabi erfahren haben, dass der Ziehvater nicht ertragen konnte, dass die 26-Jährige einen Freund hat. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat die Hintergründe der Tat jedoch noch nicht bestätigt.

Am Freitag wollte Rola El-Halabi auf die sportliche Bühne zurückkehren. Doch nun ist ihre Karriere mit großer Wahrscheinlichkeit beendet.