• Statt mit einer Goldmedaille und dem WM-Titel kehrt Radstar Mathieu van der Poel als Verurteilter aus Australien nach Hause zurück.
  • Der 27-Jährige fühlte sich in der Nacht vor seinem Rennen von zwei Jugendlichen gestört.
  • Die Situation eskalierte, van der Poel wurde vorübergehend verhaftet. Ein Gericht sprach das Urteil.

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Nach seiner Auseinandersetzung mit zwei Teenagern ist Radsport-Star Mathieu van der Poel zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Der 27-Jährige muss umgerechnet etwa 1.000 Euro zahlen, da er in der Nacht vor dem WM-Rennen am Sonntag im australischen Wollongong ein 13 und ein 14 Jahre altes Mädchen geschubst haben soll. Das berichtet die niederländische Zeitung "De Telegraaf" am Montag.

Die Teeanger hatten im Vorfeld der handgreiflichen Auseinandersetzng auf dem Hotelflur Lärm gemacht und gegen van der Poels Zimmertür gehämmert.

Die Situation eskalierte. Aus Frust und Ärger schubste van der Poel nach Angaben der Polizei eines der beiden Mädchen gegen eine Wand, wodurch dieses eine leichte Schürfwunde am Ellbogen erlitt. Van der Poel verbrachte weite Teile der Nacht auf einer Polizeiwache, das Rennen gab der Enkel des französischen Radsportidols Raymond Poulidor übermüdet nach rund 30 Kilometern auf. Vor einem Gericht bekannte sich der Radstar am Montag schuldig.

Der mehrmalige Radsport-Weltmeister Mathieu van der Poel stieg aus dem WM-Rennen in Wollongong aus.
Nur knapp 30 von insgesamt 266,9 Kilometern des Straßenrennens um den WM-Titel bestritt der Niederländer Mathieu van der Poel am 25. September 2022 im australischen Wollongong.

Van der Poel: "Nach einer Weile hatte ich die Nase voll"

"Ich wollte früh ins Bett gehen, aber auf dem Hotelflur waren viele Kinder, die ständig an meine Tür geklopft haben", berichtete van der Poel am Sonntag: "Nach einer Weile hatte ich die Nase voll. Ich sagte ihnen auf eine nicht sehr freundliche Art und Weise, dass sie aufhören sollen. Da wurde die Polizei gerufen."

Der Fall sollte eigentlich am Dienstag verhandelt werden, wurde auf Bitten des Verteidigers jedoch vorgezogen. Der Richter beanstandete van der Poels Reaktion. Er hätte den Sicherheitsdienst des Hotels anrufen müssen, hieß es.

Der Richter urteilte, van der Poel habe das Gesetz in die eigenen Hände genommen. Es sei ratsamer gewesen, den Sicherheitsdienst des Hotels zu rufen. Gegen die Geldstrafe legte der Verteidiger umgehend Einspruch ein. Van der Poel konnte unabhängig davon die Heimreise antreten.

Nach einem Bericht von "Sporza" habe nicht nur das Image von van der Poel unter dem Vorfall gelitten, sondern auch das des Hotels. Die Online-Bewertung soll drastisch gesunken sein, weil Fans des Rad-Stars vermehrt negative Kommentare und Wertungen hinterlassen haben sollen. (dpa/SID/hau)

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