Wer ist Maxime Herbord? Auch nach drei Folgen bleibt das immer noch ein bisschen ein Geheimnis. Wirklich viel hat der Zuschauer über die 26-Jährige nämlich bisher nicht erfahren. In Folge vier ändert sich das – zumindest ein wenig. Auch, weil Maxime beim ersten Kuss eine Reaktion zeigen muss. Und essen.

Christian Vock.
Eine Kritik
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Was wissen wir eigentlich über Maxime Herbord? Also, was wissen wir wirklich über sie? Dass sie gerne zeichnet, malt, Gitarre spielt, zockt und anderen PR-Kram erfahren wir ja nur von RTL. Dass ihr ein elektrisches Enthaarungsgerät "das Leben leichter und entspannter" gemacht haben soll, verrät sie gegen Entgelt auf ihrem Instagram-Profil.

Aber sonst? Abseits von all dem Werbe-Gedöns? Was macht Maxime Herbord den ganzen Tag in ihrer Bacheloretten-Villa? Sie wird sich ja nicht 24 Stunden lang die Pulli-Flusen aus dem Bauchnabel pulen, während sie darauf wartet, ein Date haben wollen zu müssen. Aber wir wissen es eben nicht.

Denn hier sieht das Konzept von "Die Bachelorette" eine kleine Informationsunwucht vor. Von den Herren bekommen wir so gut wie alles mit, was irgendwie die Storytelling-Hürden von RTL überspringt. Mag ein Bewerber den anderen nicht – wir erfahren es sofort. Schaut einer der Herren zu tief ins Glas – jeder bekommt es mit.

Was Maxime in ihren vier Wänden treibt, bleibt hingegen im Verborgenen. Stattdessen bekommen wir ihre Gedankenwelt nur gefiltert mit, wenn sie zu Beginn jeder Folge verträumt in die Ferne blickt und kommentiert, was denn gerade so in ihrem Kopf herumgeht und wo es dort Halt macht.

In Folge vier ist es das eigene Sein und dessen Achillesferse: "Ich bin tatsächlich in einer Position, wo ich sehr verletzlich bin, finde ich", verrät Maxime Herbord bei einem Strandlauf und meint damit nicht etwa mögliche Glasscherben im Sand oder einen Sonnenbrand, sondern, dass "ich einfach offen und ehrlich mit meinen Emotionen umgehe und eigentlich auch ein offenes Buch bin."

Das war so bisher nicht bekannt, eröffnet aber dem Zuschauer ungeahnte Möglichkeiten, Maxime näher kennenzulernen. Vor allem, weil man gar nicht selbst in diesem Buch blättern muss, RTL hat ja in jeder Folge bereits an den wichtigen Stellen Lesezeichen zwischen die Seiten geklemmt.

Maxime Herbord: "Blödsinn sprechen und Kuchen essen"

Gucken wir also einmal, was der Schnitt in Folge vier so übrig gelassen hat, vielleicht ist ja etwas dabei, was uns mehr über Maxime Herbord verrät. Und tatsächlich geht uns hier auch gleich ein Fisch ins Netz.

"Ich find’s nämlich eigentlich auch voll cool, wenn man nur so ein bisschen Blödsinn redet", erzählt Maxime bei ihrem Kuchendate Raphael, als der erklärt, dass es ihm gar nicht so wichtig ist, was man miteinander redet. Entscheidender sei das Wie. Gut, das ist jetzt kein dicker Fisch. Eher so ein Goldfisch. Okay, ein kleiner Goldfisch. Der kleine Bruder eines kleinen Goldfischs. Aber immerhin ein Fisch.

Maxime hat jedenfalls Spaß an ihrem "Blödsinn sprechen und Kuchen essen"-Date, aber so ein bisschen Inhalt hatte sich Raphael dann doch vorgenommen. Mit drei Worten soll Maxime sich selbst beschreiben und ihre Auswahl ist interessant: "kreativ, ulkig und ich merke ganz gut, wenn es anderen nicht so gut geht." Streng genommen waren das keine drei Worte, aber wir nehmen, was wir kriegen können. Und da reicht sich Maxime auch schon weiter.

Denn Dominik bekommt ebenfalls ein Einzeldate und mit Max ist sie danach zum Abendbrot verabredet. Aber während das Date mit Dominik wenig persönliche Informationen über Maxime liefert, ist das Treffen mit Max schon erkenntnisreicher – wenn auch nicht viel. Max sei ihr vor allem durch seine lustige Seite aufgefallen, die dieser sofort bestätigt:

"Man könnte denken, ich bin dauer-high", erzählt Max mit breitem Grinsen, löst die Sache aber nicht auf. Stattdessen freuen sich beide, dass Max trotz zweier Schlittenstürze als Kind heute so gerade Zähne hat und spielt noch einmal das Drei-Wort-Selbstbeschreibungspiel. Doch Maximes Konzentration hat bei Date Nummer drei inzwischen nachgelassen: "kreativ, empathisch und ich glaub’ es war witzig, aber auf eine andere Art gesagt."

"Die Bachelorette": Julians Kussüberfall, Kevin kontert lyrisch

Ulkig wär’s gewesen, aber was soll’s. Bei ihrem nächsten Date Julian braucht sie ihren Kopf nämlich für andere Dinge. Denn als die beiden mit einem Flugzeug übers Meer fliegen, bekommt sie von Julian unverhofft einen Kuss.

Offenbar mehr Unfall als Absicht, wie Julian seinen Kollegen anschließend beschreibt. Dass Maxime nicht sofort das Weite sucht, liegt nicht nur an den nicht vorhandenen Fluchtwegen im engen Flugzeug, sondern daran, dass der Kuss nicht nur unangenehm für sie war: "Der Bauch schreit, dass ich Julian eigentlich sehr mag. (…) Aber mein Kopf schreit: war zu früh."

Mehr Infos zu "Die Bachelorette" 2021 finden Sie hier

Trotz des Frühstarts bekommt Julian abends noch eine warme Mahlzeit in Maximes Villa und da erfahren wir tatsächlich noch ein bisschen mehr über unsere Bachelorette. Julian scheint nämlich aus der Art des Essens etwas über Maxime herausgelesen zu haben: "Trotzdem war dieser Burger einfach besonders, weil es ein Zeichen war, dass sie die einfachen Dinge schätzt und dass sie sich nicht zu schade ist, mit ihren kleinen Händen so einen Riesenburger in die Hand zu nehmen und da reinzubeissen."

Ja, bemerkenswert, was man trotz kleiner Hände alles so zu leisten imstande ist. Eine ganz andere Leistung vollbringt indes Kevin. Der wurde bisher als Pflanzenflüsterer inszeniert, hat aber auch eine poetische Seite, wie er Maxime in der Nach der Rosen beweisen will:

"So sitze ich alleine hier, so weit weg von dir. Die Wellen gleiten über den Sand und so erheb ich meine Hand. Dein Wesen ist mir noch nicht bekannt, doch vielleicht funkelst du wie ein Diamant. Meine ganze Aufmerksamkeit liegt bei dir, doch vergiss nicht: Ich bin ein Stier. So jag ich den roten Rosen hinterher, die Konkurrenz, die läuft nur nebenher."

Was wissen wir nun nach Folge vier über Maxime Herbord?

Was auch immer die Botschaft seines Gedichts gewesen sein mag, bei Maxime löst es einen eher verhaltenen Gefühlsausbruch aus: "Dankeschön. Cool, dass du mir das so offen gesagt hast." Maxime Herbord findet halbgute Gedichte also auch nur halbgut.

Was Maxime noch nicht mag, ist, wenn man ihr bei der Nacht der Rosen entweder die Stimmung vermiest oder sie nicht ausreichend hebt. Deshalb müssen Kenan, Benedikt und Lorik diesmal die Show verlassen.

Und sonst so? Was wissen wir nach Folge vier noch über Maxime? Immerhin ein bisschen mehr: Sie redet gerne Blödsinn, kann trotz ihrer kleinen Hände selbständig einen Burger halten und sich unter Arbeitsbelastung das Wort ulkig nicht merken. Das ist doch schon mal was.

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