Fünfte Folge, dritte Staffel. Gestern ging es in der "Höhle der Löwen" im wahrsten Sinne des Wortes um die Wurst. Während die einen trotz – oder gerade wegen – einer Knoblauchfahne punkten konnten, trat ein Gründer bereits zum zweiten Mal vor die Investoren.

Diese kulinarische Zuneigung ist gewiss: In Sachen Imbiss rangiert der Döner auf der Beliebtheitsskala in Deutschland ganz weit oben. Jan und Roman aus Bremen haben deshalb "Papa Türk" erfunden. Dabei handelt es sich nicht um eine Dönerbudenkette. Nein – es geht um ein Erfrischungsgetränk. Denn so lecker der Döner sein mag, so sicher ist hinterher eins: Mundgeruch. Der in "Papa Türk" enthaltene grüne Blattfarbstoff Chlorophyll soll fiesen Atem neutralisieren.

Ein krasser Fehler kostet Kandidatin bei "Höhle der Löwen" jegliche Chancen.

Für diese Erfindung erhoffen sich Jan und Roman bei "Die Höhle der Löwen" 400.000 Euro und sind bereit, 25 Prozent ihrer Firmenanteile abzugeben. Ihre Taktik, um die Investoren zu überzeugen: zwei Döner, eine Knoblauchfahne und etwas Appetit. Aber nur einer der beiden trinkt danach "Papa Türk". Was jetzt fehlt, ist ein Test! Dafür hauchen Jan und Roman Unternehmer Ralf Dümmel ins Gesicht. Der kann den Unterschied bestätigen – frischer Atem versus Mundgeruch. Zusätzlich überzeugt der Drink geschmacklich.

Am Ende sind vier Löwen draußen und einer übrig. "Da dümmelt was", stellt Erlebnisexperte Jochen Schweizer zu Recht fest. Und so bietet Ralf Dümmel Jan und Roman 400.000 Euro für 30 Prozent der Anteile. Ein fairer Deal für die Erfinder, die mit "Papa Türk" und einem Investor an Bord deutschlandweit durchstarten möchten.

LaLatz: Sympathie statt Investment

Wer vier Kinder hat, muss sich mit Lätzchen auskennen. So wie die vierfache Mamma Eva Schrader. Sie präsentiert in der "Höhle der Löwen" ihre Innovation, den "LaLatz", und wünscht sich 100.000 Euro, für die sie zehn Prozent ihrer Firma bietet. Ihre Lösung soll Eltern von Kleinkindern Zeit und Nerven sparen. Der "LaLatz" ist nämlich eine Kombination aus Lätzchen und Tischset.

Bei der Vox-Sendung "Die Höhle der Löwen" kämpfen Gründer um die Gunst der Investoren. Die wiederum hoffen, mit ihrem Investment auf eine Goldgrube zu setzen: auf die Erfindung des Jahres, die Cashcow, den Millionen-Treffer. Den könnte gestern Abend Carsten Maschmeyer gelandet haben.

In einem Jahr hat die Erfinderin 8.000 Euro Umsatz erzielt und 700 Lätzchen verkauft. Das Ergebnis ihres Pitchs: Sympathie ja, Investment nein. Weil die Zweifel der Investoren überwiegen und ihre Firmenbewertung zu hoch ist, geht Eva Schrader mit leeren Händen nach Hause.

Der Stick, der desinfiziert und die Diät, die polarisiert

Irgendwie erinnert die Wortschöpfung "Glasello" an einen Lippenpflegestift. Obwohl das weit gefehlt ist. "Glasello" ist ein Reinigungs- und Desinfektionsstick für Gläser, Getränkedosen und Besteck. Kreiert haben ihn Stevan und José, die sich 125.000 Euro von den Löwen erhoffen. Im Gegenzug sind sie bereit, 15 Prozent ihrer Anteile abzugeben. Der Viren- und Bakterientöter hat sich in zwei Monaten online 4.000 Mal verkauft.

"Braucht die Welt dieses Produkt?", fragt Jochen Schweizer. Ralf Dümmel und Judith Williams finden: "Ja!" Während Ralf Dümmel 125.000 Euro für 30 Prozent zur Verfügung stellen möchte, bietet Homeshopping-Unternehmerin Judith Williams denselben Betrag für 25,1 Prozent der Anteile. Stevan und José entscheiden sich für Ralf Dümmel und verlassen die "Höhle der Löwen" mit einem Deal.

Einen lukrativen Deal wünschen sich auch die Medizinstudenten Mareike und Marc. Ihre Idee: Man nehme 50 Prozent übergewichtige Deutsche und einen Markt, der schier unerschöpfliches Potenzial bietet. Was dabei herauskommt? "Intueat". Ein Online-Programm, das langfristigen Abnehmerfolg ohne Jo-Jo-Effekt verspricht. In 16 Wochen und mit 379 Euro Einsatz sollen alle, die das Konzept und die Wissenslektionen beherzigen, wieder lernen, intuitiv zu essen. Und das heißt: Bewusst und mit Genuss. Ohne Verbote.

Hierfür erhoffen sich die Gründer 150.000 Euro für zehn Prozent ihrer Firma. Ein stark psychologischer Ansatz, der für Judith Williams zu wenig den gesundheitlichen Aspekt einschließt. Und auch die anderen Löwen bleiben skeptisch. Bis auf Erlebnisexperte Jochen Schweizer – Intueat passt zu den Ernährungsseminaren, die auf seiner Website verkauft werden. Sein Angebot: 150.000 Euro für 33 Prozent der Firmenanteile. Ein gleichberechtigter Partner? Das ist den Gründern zu viel.

Die stärkste Brille der Welt?

Der Österreicher Christoph Egger will mit seiner Sonnenbrille "gloryfy unbreakable" den deutschen Markt erobern. Der Clou: Der spezielle Kunststoff macht sowohl das Gestell als auch die Gläser flexibel. Kaputte Sonnenbrillen oder zerbrochene Gläser sind damit passé.

In Österreich ist die "gloryfy" erfolgreich. Drei Millionen Euro setzt der Österreicher damit inzwischen um. Deshalb wünscht sich Christoph eine halbe Million Euro und ist gewillt, fünf Prozent seiner Unternehmensanteile abzugeben. Die Löwen überzeugt er mit einer 1,5 Tonnenpresse. Selbst die kann der Brille nichts anhaben. Die Bügel springen heraus und lassen sich anschließend mit einem Klick wieder anbringen. Die Kunststoffgläser sind ebenfalls noch ganz.

Mit dem Sicherheitsaspekt bei Unfällen erreicht der Gründer Investor Carsten Maschmeyer. Internetexperte Frank Thelen ist fasziniert: "Ich habe wenige Produkte in der Höhle der Löwen gesehen, die mich so beeindruckt haben." Nach einer Verhandlungsrunde kommt der Deal zustande. Carsten Maschmeyer und Frank Thelen beteiligen sich mit 20 Prozent an "gloryfy unbreakable" – und bringen neben ihrem Know-how 750.000 statt 500.000 Euro ein.

Brad Brat statt Brad Pitt

Mit "Pfotenheld", einem Onlineshop für Katzen- und Hundebedarf, ging Marvin Kruse in der vergangenen Staffel ordentlich baden. Seine Idee, Leckerlies und Tierspielzeuge für null Euro zu "verkaufen" und nur mit Portokosten Gewinn zu erzielen, stieß auf kopfschüttelnde Ablehnung. Also hat sich Marvin eine neue Idee überlegt: Eine 750 Gramm schwere Bratwurst namens "Brad Brat".

Weil sie in Scheiben geschnitten und nur von zwei Seiten gegrillt werden muss, passt sie so perfekt ins Brötchen wie ein durchschnittlicher Hintern auf einen Eimer. Zu seinem Glück fehlen Marvin 150.000 Euro, für die er zehn Prozent an seiner Erfindung bietet.

Was den Geschmack angeht, kann "Brad Brat" die Investoren glücklich stimmen. Anders dagegen die Marge: Auch wenn der Umsatz sich binnen zwei Wochen auf 35.000 Euro beläuft, beträgt die Marge pro Wurst nur rund 70 Cent. Für die Löwen ist das nicht lukrativ genug. Trotzdem bleibt ihnen Marvin in guter Erinnerung – als sympathischer, cooler Typ mit kleinen Margen und großem Charisma.