Große Augen und dicke Backen: In der Halbfinal-Folge von "Der Kampf der Realitystars" macht RTLzwei kurzen Prozess und schmeißt am Mittwochabend gleich vier Promis aus der Show. Das sorgt naturgemäß noch einmal für ordentlich Rummel – und für eine Diskussion über Po-Hygiene.

Christian Vock
Eine Kritik
von Christian Vock

Wie kaum ein anderes Trash-TV-Format geht "Kampf der Realitystars" so offen damit um, was es von seinen Teilnehmern erwartet: Tränen, Trubel und Tiefschläge. Von der Auswahl der Kandidaten über die Regeln bis hin zu den Spielchen ist klar, dass es hier um die maximal mögliche Eskalation der Belegschaft geht.

Und das Konzept geht bisher fabelhaft auf, denn eigentlich muss RTLzwei gar nicht viel machen, weil auch die Kandidaten wissen, wofür sie gebucht wurden. Den Rest erledigen Geltungsdrang und das pure Menschsein – und natürlich der Mann im Schnittraum. In der jüngsten Folge umso mehr, da es hier um den Einzug ins Finale in der kommenden Woche geht.

Die erste Gelegenheit, ihre Eitelkeiten publikumswirksam auf die Probe zu stellen haben die Kandidaten bei "Der Wand der Wahrheit", wie RTLzwei die Rangliste nennt, bei der die Promis die Übereinstimmung von Selbst- und Fremdwahrnehmung überprüfen können – diesmal bezüglich der Frage: "Wer ist echt und wer ist fake?"

"Kampf der Realitystars": Johannes Haller gibt Hygiene-Nachhilfe

Die Damen und Herren sind sich relativ schnell einig, dass Willi Herren und Georgina Fleur von den Zuschauern als am fakesten wahrgenommen werden – sollte es dieses Wort überhaupt geben.

Und weil die Kandidaten nicht nur hier, sondern auch bei vielen der anderen Kollegen richtig lagen, bekommen sie zur Belohnung ein paar Videogrüße ihrer Liebsten und diejenigen der Liebsten, die auch in der Trash-Entertainment-Szene tätig sind, auf diese Weise auch ein bisschen Sendezeit. Es ist ein Geben und Nehmen.

Nachdem also genommen und gegeben wurde, kommt es – nur der Mann im Schnittraum weiß wieso – zu einem unerwarteten Themenwechsel. In geselliger Runde spricht Johannes Haller Kevin Pannewitz auf dessen WC-Hygiene an: "Wie machst du das nach dem Toilettegehen? Nachdem du groß warst?"

Der beteuert, seinen Stuhlgang seit seiner Ankunft ausgesetzt zu haben, woraufhin Johannes Haller auf die Verwendung des in der Toilette installierten Schlauchs zu sprechen kommt.

Dessen Existenz hatte Marion Pfaff, alias Krümel, gar nicht erst wahrgenommen, ist sich zudem über seinen Verwendungszweck im Unklaren. Haller hilft hier gerne nach und erklärt, wie der Schlauch konkret anzuwenden ist.

Das will Krümel allerdings nicht glauben, weshalb sie bei der Produktionsfirma nachfragt: "Ich wollte fragen, ob das stimmt, dass der Schlauch oben in der Toilette für den Popo ist?"
Als ob das bisherige Gespräch nicht schon genug voll ungewollter Information gewesen wäre, darf man im Anschluss auch noch Zeuge werden – zum Glück nur mit den Ohren – wie Krümel sanitäres Neuland betritt.

Die Schlauchübung zeigt auch sofort Wirkung: "Supergeil, das ist Hammer, ist das", findet Krümel und glaubt, die "Erfindung des Jahres" für sich entdeckt zu haben, die noch dazu "einen Oscar verdient hat." In der Filmbranche dürfte man das anders sehen.

Johannes Haller: "Ich will nicht der Manipulator sein"

Nach dieser Beweisführung, was nicht alles so als Fernsehunterhaltung durchgeht, gibt es ein kurzes Strandspiel, das man mit "sieht nicht schön aus" vielleicht am besten umschreiben kann. Doch all das dient nur dem Vorgeplänkel für das Kommende und das sollte eine Überraschung für die Kandidaten bereithalten.

Zuerst müssen sich die Realitystars untereinander einigen, wem sie einen Freifahrtschein für das Finale geben. Das sorgt erst für Disharmonie und dann für Freude bei Willi Herren, denn er bekommt das Ticket. Diese Entscheidung wiederum ist der Anlass für eine breit angelegte Schnutenzieherei und für ein Bekenntnis von Johannes Haller: "Ich will nicht der Manipulator sein."

Noch längere Schnuten gibt es nur, weil kurz darauf bekannt wird, dass sich zwar noch ein Kandidat selbst retten kann, darüber hinaus aber noch vier Promis die Show verlassen müssen.

Was folgt, ist das übliche Gedankenrotieren, Insgebetnehmen, Taktieren und Paktieren bis alles für die Entscheidung angerichtet ist: alle gegen alle, jeder für sich, eine Gruppe gegen die anderen. Nichts muss, alles wird. Kurzum, RTLzwei hat gute Vorarbeit geleistet, dass es so kurz vor Schluss noch einmal ein Fest der Animositäten mit all seinen Nebenwirkungen wird.

An dessen Ende schlurfen die Promis mit der ihnen möglichen Eleganz zur Stunde der Wahrheit und erwarten ihr selbst zu strickendes Schicksal. Im ersten Wahlgang fliegen Krümel alias Marion "Krümel" Pfaff und Johannes Haller raus, beim zweiten Urnengang dann noch Steff Jerkel und Momo Chahine.

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