Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Johanna Stern (Lisa Bitter) gingen am Sonntagabend im "Tatort: Maleficius" mal wieder auf Täterfang in Ludwigshafen am Rhein. Doch wie realistisch war dieser Krimi eigentlich?

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Lena Odenthal und die bewegende Frage nach den moralischen Grenzen der Medizin. Auch wenn der Ludwigshafen-"Tatort" naturgemäß nicht die Antwort darauf geben kann, - und sich auch ein wenig viel aufhalst - so thematisieren die Macher zumindest eine der zentralen ethischen Problematiken von Ärzten.

Doch wie weit ist die Medizin heute überhaupt? Ist im Film alles Science-Fiction oder schon Realität? Fünf Fragen und Antworten zum Sonntagabend-Krimi "Maleficius":

1. Kann man wirklich Chips ins Gehirn implantieren?

Ja, das gibt es bereits. Die Neurologie forscht tatsächlich seit vielen Jahren in diese Richtung und hat bereits erste Erfolge erzielen können. So existieren schon seit einiger Zeit sogenannte Gehirn-Schrittmacher, die die Symptome von Alzheimer-, Parkinson-, Epilepsie- oder auch Tourette-Patienten deutlich abmildern können.

Auch für gelähmte Patienten sind ähnliche Chip-Implantate bereits in fortgeschrittenen Testphasen.

Bereits 2012 gelang es zum Beispiel einem New Yorker Ärzte-Team, eine 58-jährige Frau dreidimensionale Bewegungen von Roboterarmen dank eines Implantats in ihrem Gehirn steuern zu lassen.

Aufgrund eines Schlaganfalls konnte sie eigentlich vom Kopf abwärts ihren Körper nicht mehr bewegen. Bilder machten damals die Runde, wie sie eine Flasche zum Mund führte und mit einem Strohhalm daraus trank. Was zunächst ungewöhnlich anmutet, ist für viele Patienten reale Hoffnung.

Somit ist im "Tatort: Maleficius" zwar einiges ein wenig überzogen und bisweilen auch unrealistisch dargestellt, eine komplette Erfindung aus der Schublade von Science-Fiction-Autoren sind die im Krimi thematisierten neurologischen Chips und Implantate für das menschliche Gehirn aber nicht.

2. War es das erste "Tatort"-Comeback von Sebastian Bezzel seit dem Konstanz-Ende?

Ja. Von 2004 bis 2016 verkörperte Sebastian Bezzel den Kriminalkommissar Kai Perlmann aus Konstanz an der Seite von Eva Mattes alias Kriminalhauptkommissar Klara Blum. Dann folgte die Absetzung des Ermittler-Duos.

Jetzt gibt es die erste Rückkehr des erfolgreichen Schauspielers in den "Tatort"-Orbit, diesmal allerdings nicht als Gesetzeshüter. Bezzel selbst vermisst im Übrigen den "Tatort" eigentlich nicht.

Einen komplett anderen Polizisten verkörpert Sebastian Bezzel hingegen seit 2013 in bislang sechs Verfilmungen der sogenannten Eberhofer-Serie. In den Provinz-Krimis mimt Bezzel die etwas eigenwillige Hauptfigur, den Dorf-Polizisten Franz Eberhofer aus dem niederbayerischen Niederkaltenkirchen. Seit Anfang August ist der bisher neueste Teil "Leberkäsjunkie" in den Kinos zu sehen.

3. War Heinz Hoenig nicht auch mal selbst ein "Tatort"-Kommissar?

Nein, und außerdem ein äußerst seltener Gast am Sonntagabend im Ersten. Auch wenn Heinz Hoenig eines der bekanntesten deutschen Schauspiel-Gesichter besitzt, machte er häufig einen Bogen um den "Tatort".

Ermittler war er noch nie und in seiner gesamten, mehr als 45-jährigen Karriere war er vor "Maleficius" erst fünfmal in einem "Tatort" zu sehen.

Zuletzt vor über 15 Jahren in dem Saarland-Krimi "Reise des Nichts" noch mit dem 2018 verstorbenen Jochen Senf als schrulligen Ermittler Max Palu in der Hauptrolle.

Seinen ersten "Tatort"-Auftritt hatte der heute 67-Jährige im Jahr 1980 im WDR-Krimi "Der Zeuge" mit Kommissar Enders alias Jörg Hube. Noch vor seinem endgültigen Durchbruch im Wolfgang-Petersen-Drama "Das Boot" an der Seite von Jürgen Prochnow, Klaus Wennemann, Herbert Grönemeyer, Martin Semmelrogge oder Uwe Ochsenknecht.

Zuletzt sorgte Hoenig aber mit einer skurrilen tierischen Rolle für Aufmerksamkeit. In der hochgelobten ProSieben-Show "The Masked Singer" zwängte er sich in ein putziges Kakadu-Kostüm und sang. In der dritten Runde war allerdings für den Schauspieler Schluss und er musste seine Identität unter der Maskerade preisgeben.

4. Ist Lena Odenthal wirklich die dienstälteste "Tatort"-Ermittlerin?

Ja, Ulrike Folkerts verkörpert seit 1989 ununterbrochen die Kommissarin Lena Odenthal aus Ludwigshafen. Somit feiert das Team aus der rheinland-pfälzischen Stadt in diesem Jahr sein 30-jähriges Jubiläum. Kein anderer Ermittler hat so viele Jahre auf dem Buckel wie Odenthal.

Auf Platz zwei im Ranking folgen Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) aus München, die seit 1991 gemeinsam auf Verbrecherjagd gehen. Auf Platz drei rangieren Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) aus Köln mit einem kleinen Abstand. Sie ermitteln "erst" seit 1997.

Aber: Ulrike Folkerts hat bei Weitem nicht die meisten Fälle der aktuellen Ermittler gelöst. Hier führen die Münchner Kollegen mit 81 Folgen, gefolgt von den Kölnern mit 76 Filmen. Lena Odenthal ordnet sich mit 68 gelösten Kriminalfällen auf dem dritten Platz ein.

Davon hatte sie im Übrigen 57-mal Mario Kopper (Andreas Hoppe) und neunmal Johanna Stern (Lisa Bitter) als Sidekick an ihrer Seite.

5. Woher stammt der Teufel-Spruch von Pfarrer Ellig?

Pfarrer Ellig alias Heinz Hoenig versucht der Kommissarin Odenthal in seiner Kapelle ins Gewissen zu reden und bringt sie dabei auch auf die richtige Fährte. Sein prägnantester Spruch: "Wissen Sie, was der größte Erfolg des Teufels ist? Dass er uns Menschen glauben gemacht hat, dass es ihn nicht gibt."

Cineasten und Filmfans könnte dieser Satz durchaus bekannt vorkommen. Er fällt in "Maleficius" nicht zum ersten Mal. Im Original lautet er: "The greatest trick the devil ever pulled was convincing the world he didn't exist." Zu Deutsch ungefähr: "Der größte Trick des Teufels war, die Welt davon zu überzeugen, es gäbe ihn gar nicht."

Er stammt aus dem Meisterwerk des Regisseurs Bryan Singer "Die üblichen Verdächtigen" mit Kevin Spacey in der Hauptrolle aus dem Jahr 1995. Spaceys Rolle, Roger "Verbal" Kint, sagt diesen eindrucksvollen Satz während des Polizei-Verhörs. Zusätzlich ist es – nach der endgültigen Auflösung der Geschichte – die allerletzte Bemerkung vor dem Abspann. (dr)  © spot on news

"Leberkäsjunkie": Der sechste Fall von Franz Eberhofer

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