Die Paar-Spiele-Show "Paar Wars" mit Ralf Schmitz ist zurück. In Staffel zwei bleibt alles beim alten – nur den Namen wollte man aus aktuellem Anlass ändern. Und so zocken diesmal in "Paar Love" wieder drei Paare um eine Kontostandserhöhung – auch unter der Gefahr, dass nach einem Spiel der Familienfrieden wegen einer Kurznachricht wackeln dürfte.

Christian Vock.
Eine Kritik
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Ist man pessimistisch, kann man die Fernsehlandschaft in Deutschland durchaus als ein wenig trist wahrnehmen. Entweder sieht man Shows, die bereits Jahre oder gar Jahrzehnte auf dem Buckel haben, wie etwa "Deutschland sucht den Superstar", "The Voice of Germany" oder "Schlag den Star". Oder aber man wird Opfer der aktuellen Retro-Welle und muss sich die Neuaufgüsse von Shows ansehen, die die Sender aus gutem Grund vor Jahren eingestellt haben.

Auch bei Sat.1 hätte man ausreichend alte Shows im Schrank, mit denen man ebenfalls auf der Retro-Welle hätte reiten können. Doch statt "Nur die Liebe zählt" noch einmal aufzuwärmen, entschied sich Sat.1 zumindest für den Mittwochabend anders. Hier läuft nun die zweite Staffel von Ralf Schmitz’ Spielshow "Paar Wars", allerdings mit einer kleinen, aber wichtigen Änderung.

Denn in einer Zeit, in der in Europa ein Krieg tobt, fand man einen Titel, in dem "Wars", also "Krieg", vorkommt, daneben. "Das passt grad nicht", erklärt Ralf Schmitz am Mittwochabend und es gibt wenig Gründe, ihm da zu widersprechen. Also hat Sat.1 aus "Paar Wars" kurzerhand "Paar Love" gemacht, der Rest bleibt aber unverändert.

"Paar Love": Gewinnsumme von "bis zu 100.000 Euro"

Zum Beispiel das Preisgeld. "Bis zu 100.000 Euro" können die Paare bei "Paar Love" gewinnen und damit folgt man den gängigen Werbeversprechen, nach denen bis zu 100 Prozent der Schuppen entfernt oder bis zu 100 Prozent aller Bakterien vernichtet werden. Da liest man dann vor allem die 100 Prozent und übersieht dabei, dass der Zusatz "bis zu" bedeutet, dass es womöglich aber nicht dazu kommt.

Und so klingen die 100.000 Euro bei "Paar Love" natürlich spektakulär, auch wenn man fairerweise festhalten muss, dass die Spielregeln eine andere Formulierung nicht wirklich zulassen. Denn auch in Staffel zwei spielen drei Paare in acht Runden gegeneinander und können dabei pro Runde verschieden hohe Geldbeträge erspielen. Die beiden Paare, die hier das meiste Geld gesammelt haben, spielen dann im Finale um das Geld auf ihrem Konto - und wenigstens bei den Preisen für die Plätze zwei und drei gibt es keinen versteckten Haken.

Die Zweitplatzierten bekommen nämlich einen Reisegutschein für zwei Personen und nicht etwa einen für bis zu zwei Personen. Platz drei bekommt einen noch ehrlicheren Preis – nämlich gar keinen. Und unter diesen Bedingungen geht es also nun los und die Paare sind diesmal: Sabrina und Philipp, Halime und Alexander und Diana und Jens.

Halime warnt ihren Freund Alexander

Die Spiele und Prüfungen, die die drei Paare entweder gegeneinander, gegen ein anderes Paar oder aber solo bestehen müssen, bedienen sich dabei an Ideen, die man so oder so ähnlich schon in irgendeiner anderen Show gesehen hat. Das ist nicht schlimm, nur, weil man nicht auf der Retro-Welle surft, heißt das nicht, dass man das Fernsehen gleich neu erfinden muss. Und so spielt man eben Spielchen, bei denen es in irgendeiner Form um Paare geht.

Mal muss man die morgendliche Badroutine des Partners rekonstruieren, dessen Körper an Po, Hand und Nase wiedererkennen, die Fähigkeiten des anderen richtig einschätzen oder Klötzchen auf dem Bauch des anderen stapeln. Das ist mal lustig, mal weniger, reicht aber insgesamt schon für einen durchschnittlich unterhaltsamen Fernsehabend. Dass "Paar Love" aber noch ein bisschen über dem Durchschnitt liegt, hat die Show Ralf Schmitz, aber vor allem den Paaren zu verdanken, denn die holen erst die Unterhaltung aus den Spielen heraus.

Etwa Halime und Alexander. Die müssen in einem Spiel getrennt voneinander Fragen beantworten, zum Beispiel welches der vier vorgegebenen Automodelle es nicht gibt. Wichtig ist aber nicht, dass die Antworten richtig sind, nur dass beide dieselbe Antwort geben. Das klappt bei den beiden nur so leidlich, irgendwann verstrickt man sich in Diskussionen und Halime droht ihrem Freund: "Bitte stell mich nicht dumm hin. Du weißt, wie das endet, mein Freund!"

Clevere Idee für die Zuschauer: "Nettes Kompliment, aber danke nein"

Er wird es wissen und der Zuschauer kann es sich vorstellen. Und weil Ralf Schmitz dabei das macht, was er am besten kann, nämlich genau zuhören und blitzschnell merken, wenn sich etwas Humoristisches anbahnt, gerät der Abend in seinen besten Momenten zu einer unterhaltsamen Mischung aus Albernheiten, Zoten und Impro-Witzen. Höhepunkt dieser Mischung ist ein Spiel zwischen Halime und Alexander und Sabrina und Philipp, dessen Folgen wahrscheinlich noch irgendwie aufgearbeitet werden müssen.

Was war passiert? Bei besagtem Spiel können sich Sabrina und Philipp einen Punkt sichern, wenn sie ein kleines Wagnis eingehen. In diesem Fall müssen sie an einen zufälligen Kontakt aus dem Messenger-Telefonbuch die Nachricht schicken, ob er oder sie nicht Interesse an einem "romantischen Abenteuer zu dritt" mit Sabrina und Philipp hätte. Und weil beide den Punkt brauchen, erwischt es zufällig Philipps zwei Jahre jüngere Großcousine, die sich über die Nachricht freuen darf.

Eine clevere Idee, denn so bleibt der Zuschauer ein bisschen bei der Stange, schließlich will man wissen, wie denn nun die Antwort der Großcousine ausfällt. Das erfährt man etwas später am Abend und die Nachricht fällt doch verhältnismäßig diplomatisch aus: "Nettes Kompliment, aber danke nein." Dass der Abend für Sabrina und Philipp doch noch gut ausgeht, liegt zum einen daran, dass Ralf Schmitz die Großcousine noch per Sprachnachricht aufklärt, vor allem aber daran, weil sie am Ende 56.000 gewinnen. Oder wie man bei Sat.1 sagt: "bis zu 100.000 Euro".

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