FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hetzt in sozialen Medien gegen Außenminister Sebastian Kurz. Auslöser war dessen Aussage: Er hätte auf den Sieg Van der Bellens gewettet.

Die Demokratie sei wichtig und demokratische Wahlentscheidungen ohne Klagen zu akzeptieren – so lautete das Credo der FPÖ vor dem Wahlsonntag. Doch bereits kurz nach dem Bekanntwerden des Siegs von Alexander Van der Bellen ließen Aussagen an der Ernsthaftigkeit dieser Aussage zweifeln.

Schon im ersten Statement zum Wahlausgang regnete es seitens des FPÖ-Wahlkampfmanagers Herbert Kickl etliche Seitenhiebe. Die "Einer-gegen-alle-Mentalität" dominierte die Reaktionen.

Wenig später stimmte auch FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache in den Chor der Verschwörungstheoretiker ein und sprach von einem ungleichen Wahlkampf, von Medienkonglomeraten zu Gunsten des "linken" Kandidaten und einer Mobilisierung der Eliten. Es scheint, als hätte die FPÖ doch ein erhebliches Problem damit, demokratisch legitimierte Wahlergebnisse zu akzeptieren.

Strache: "Zeigt Charakter von Kurz"

Selbst drei Tage nach der Wahl kann es Strache nicht lassen. Auf Twitter und Facebook attackierte er Außenminister Sebastian Kurz: ."Davor den Mund halten und danach mit vollen Hosen stinken. Zeigt den Charakter von Herrn Kurz", schrieb der FPÖ-Chef.

Kurz sprach von Wettempfehlung für Freunde

Der Auslöser für diese Reaktion war ein Statement von Sebastian Kurz nach Van der Bellens Rede am Dienstagabend: "Ich war nicht sonderlich überrascht, ich habe den Wahlsieg von Alexander Van der Bellen vorausgesagt", sagte der Außenminister und fügte hinzu, er habe Freunden geraten, auf den Sieg des Wirtschaftsprofessors zu wetten.

Dieses Statement verwunderte insofern, weil der ÖVP-Politiker bis zu diesem Zeitpunkt keine Äußerung zur Wahl getätigt hatte. Er sprach auch keine Wahlempfehlung aus, im Gegensatz zu ÖVP-Klubchef Reinhold Lopatka (für Hofer) oder Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (für Van der Bellen). Mehr wollte er dazu aber auch am Dienstag nicht sagen. Er ließ lediglich wissen, dass er sich gefreut habe, dass die Wahl zu Ende sei.

User reagieren scharf auf Strache-Posting

Den Reaktionen zufolge hat sich der FPÖ-Chef damit einmal mehr weit aus dem Fenster gelehnt. Auch deklarierte Hofer-Wähler mahnten, dass die gegenseitigen Vorwürfe "wie im Kindergarten" seien. Andere wieder meinten, es sei nicht besonders intelligent sich mit potenziellen Koalitionspartnern anzulegen – schon gar nicht mit einem der aktuell beliebtesten Politiker des Landes, womit Sebastian Kurz gemeint war.