Zandvoort - Dass Weltmeister Max Verstappen im Red Bull zu seinem fünften Formel-1-Titel rast, scheint fast ausgeschlossen. Nur zehn Rennen stehen in dieser Saison noch an. Gerade bei seinem Heimspiel in Zandvoort will der Niederländer am Sonntag (15.00 Uhr/Sky) aber nur zu gerne wieder glänzen. Auch Rekordweltmeister Lewis Hamilton ist nach schwierigen und oft frustrierenden ersten Monaten bei Ferrari auf eine Steigerung aus - der WM-Lauf an der Nordsee könnte dabei wegen möglichen Regenwetters chaotisch werden. Das sind die wichtigsten Fragen nach der Sommerpause:

Wann eskaliert das McLaren-Duell um den WM-Titel?

Nur noch neun Punkte Vorsprung hat Spitzenreiter Oscar Piastri (24) in der Gesamtwertung vor Lando Norris (25), der drei der vier vergangenen Rennen gewinnen konnte. Schon in Kanada kam es bei einem harten Duell zur Berührung der beiden, Norris schied nach seinem Fehler sogar aus. Und auch weiterhin dürfen die McLaren-Piloten frei gegeneinander fahren, eine Stallorder gibt es (noch) nicht. Für beide geht es um den ersten WM-Titel, und auch wenn sie als Freunde gelten, dürfte es noch hitziger werden - bis zum Crash? Das soll unbedingt vermieden werden, Geschenke wird es aber nicht geben. "Wir sind auch hier, um zu beweisen, wer der bessere Fahrer ist", sagte Norris.

Gelingt Max Verstappen mit Red Bull die Wende?

Der viermalige Weltmeister Max Verstappen (27) hat mit 97 Punkten Rückstand auf Piastri als Dritter kaum noch Chancen auf die erfolgreiche Titelverteidigung. Seit mehr als drei Monaten konnte der Red-Bull-Star nicht gewinnen. Beim Heimrennen mit zehntausenden Landsleuten auf den Tribünen fehlt es trotzdem nicht an Motivation. "Ich will die Chancen nutzen, die sich mir bieten", sagte der einstige Dominator in Zandvoort. 2026 soll unter neuem Reglement wieder um den Titel gefahren werden: "Es macht keinen Sinn, frustriert zu sein. Wir müssen schauen, wie das Auto funktioniert und wie wir es verbessern können."

Endet Lewis Hamiltons Frust im Ferrari endlich?

Rekordweltmeister Lewis Hamilton (40) hat so gar keine Lust mehr, die Fragen nach seiner Ferrari-Krise zu beantworten. In Zandvoort wirkte der Brite merklich genervt, als er über seine Aussichten für den Rest der Saison sprechen sollte. "Es hat sich nicht viel geändert", sagte Hamilton. Zwar sehe er viel Potenzial in seinem roten Renner, auf den Asphalt brachte er das aber bislang viel zu selten. In seinem Frust hatte er schon angeboten, das Cockpit zu räumen, doch längst ist sein Fokus ein anderer. "Es geht nur darum, mich darauf zu konzentrieren, wieder Spaß an meiner Arbeit zu haben. Ich liebe diesen Sport", sagte er.

Vor dem Großen Preis der Niederlande
Lewis Hamilton sucht aus dem Weg aus der Krise. © dpa / Bradley Collyer/PA Wire/dpa

Schafft Nico Hülkenberg noch mehr Überraschungen?

Der erste Podestplatz seiner Karriere in Silverstone war der Höhepunkt der Saison für Nico Hülkenberg (38). Bevor der Rheinländer im nächsten Jahr in den Audi steigt und dem neuen deutschen Werksteam mit all seiner Erfahrung zu einem starken Start verhelfen soll, liebäugelt er mit dem aktuellen Team Kick Sauber mit Platz fünf in der Konstrukteurswertung. "Ich will das Beste aus meinen Möglichkeiten machen, am Abend in den Spiegel sehen und sagen können: Wir haben nichts unversucht gelassen", sagte der Neunte der Fahrerwertung: "Ich will Spaß haben und so viele Punkte wie möglich holen."

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Ist die Formel-1-Karriere von Mick Schumacher vorbei?

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