Nach schwachen Leistungen in der ersten Hälfte der Saison zieht Red Bull die Reißleine und ersetzt Pierre Gasly mit einem vielversprechenden F1-Neuling.

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Pierre Gasly muss seinen Sitz im RB15, dem diesjährigen Auto von Red Bull, räumen. Die Entscheidung, ebenso wie der Name seines Nachfolgers, wurde am vergangenen Montag offiziell bekannt gegeben. Alexander Albon, der die ersten zwölf Rennen für Torro Rosso fuhr, soll nun aufrücken und ab Belgien, neben dem zuletzt auftrumpfenden Max Verstappen, den zweiten Sitz bei Red Bull besetzen.

Für Red Bull ergibt der Fahrerwechsel zur Saison-Halbzeit durchaus Sinn. Mit seinen jüngsten Erfolgen brachte Verstappen seinem Team viele Punkte in der Konstrukteurs-WM ein, welches nun nur knapp hinter den schwächelnden Ferraris auf Platz 3 steht. Doch genau hier lag auch das Problem.

Verstappen fuhr Gasly davon

Nachdem Red Bull in den vergangenen Jahren mit Motoren von Renault gefahren war, wechselte das Team in dieser Saison zu Honda, weshalb die Erwartungen an das Auto zu Beginn eher gemäßigt waren. Doch schnell wurde klar: Auch dieses Jahr ist mit Red Bull zu rechnen.

In den vergangenen vier Rennen fuhr das Team dank Verstappen zwei Siege ein und auch sonst lief vieles rund. Doch eben nicht alles. Während Verstappen die gesamte Formel-1-Welt beeindruckte, lief es für seinen Teamkollegen nicht so gut. Gasly machte in den vergangenen Monaten eher mit schlechten Ergebnissen auf sich aufmerksam.

In Hockenheim fuhr er beispielsweise zehn Runden vor Schluss auf einen anderen Fahrer auf, beschädigte dabei sein Auto schwer und konnte somit das Rennen nicht beenden. Der Fahrer dem er auffuhr? Niemand anderes als Alexander Albon, der ihn nun bei Red Bull beerben wird.

Pierre Gasly kurz nach seinem Auffahrunfall in Hockenheim

Red Bull startet den Angriff auf Ferrari

Der Fahrerwechsel in der Sommerpause kann klar als Angriff auf Ferrari gewertet werden. Während Mercedes sowohl in der Fahrer- als auch in der Konstrukteurs-WM unangefochten an der Spitze steht, sieht es auf den Plätzen zwei und drei schon ganz anders aus.

In dieser Saison schwächelten die Ferrari-Piloten merklich, was Verstappen immer wieder ausnutzen konnte, um sich so vor Leclerc und Vettel Platz drei in der Fahrerwertung zu sichern. Doch um auch in der Konstrukteurswertung an Ferrari vorbeizuziehen, benötigt Red Bull einen zweiten Fahrer, der zuverlässig punktet und Ferraris Fehler gnadenlos ausnutzt.

Genau dazu war Gasly in dieser Saison nicht imstande, und auch genau das wird der Maßstab für Alexander Albon sein. Für Albon selbst kommt der Wechsel einem kometenhaften Aufstieg gleich. Diese Saison ist seine erste überhaupt in der Formel 1.

Albon muss sich jetzt beweisen

Der 23-Jährige hat nun die Chance, sich in seiner ersten Saison direkt bei einem Top-Team zu etablieren und zusammen mit Verstappen Red Bulls Zukunft über 2019 hinaus zu prägen.

Emotionaler Auftritt: Mick Schumacher fährt in Papas Ferrari

Mick Schumacher hat für die deutschen Formel-1-Fans die Zeit zurückgedreht. Der 20-jährige Formel-2-Pilot fuhr in Hockenheim im Ferrari F2004 seines Vaters Michael. © ProSiebenSat.1
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