Der Bau des neuen Rapid-Stadions gilt als Jahrhundertprojekt. Nun beschreitet der Verein auch bei der Finanzierung neue Wege: Fans sollen sich im Rahmen eines Crowd-Investments finanziell an dem Projekt beteiligen können. Ohne ein gewisses Risiko ist der Einsatz aber freilich nicht.

"Alle Sympathisanten, Freunde, Fans und Familienmitglieder des Vereins sind eingeladen, eine starke weitere Säule unseres neuen Stadions zu werden", rief Rapid-Präsident Michael Krammer bei einer Pressekonferenz am Montag zur Unterstützung auf. "Rapid InvesTOR" - so nennt man bei Rapid die Veranlagung in Form von qualifizierten Nachrangdarlehen, die Anleger der SK Rapid GmbH gewähren. Die Angebotsfrist hat bereits begonnen und endet voraussichtlich am 1. März 2016.

Krammer betonte, die Veranlagung mache Rapid unabhängiger von Banken und rücke den Klub näher zu seinen Fans.

Ab 100 Euro sind Fans dabei

So sehen die Details zum "InvesTOR" aus: Mit einer Summe ab 100 Euro können sich Fans beteiligen, die Höchstgrenze liegt bei drei Millionen Euro. Dabei werden ihnen jährlich Basiszinsen gutschrieben. Jedes Jahr können sie zusätzlich zum Basiszinsatz Bonuszinsen für das jeweilige Kalenderjahr erhalten, die vom sportlichen Erfolg des SK Rapid in der UEFA Champions League oder der UEFA Europa League abhängig sind.

Der Basiszins richtet sich nach der Laufzeit und soll zwischen zwei und drei Prozent liegen.

Insolvenz als Horrorszenario für alle Beteiligten

Am Ende der Laufzeit erhalten die Investoren ihr investiertes Kapital zurück - außer, es liegt Zahlungsunfähigkeit oder negatives Eigenkapital zurück. In solchen Fällen verschiebe sich die Rückzahlung, heißt es von Rapid.

Als bitteres Eigentor entpuppt sich die Investition allerdings für die Fans, sollte Rapid insolvent gehen. Hintergrund: Die Darlehen sind qualifiziert nachrangig, was bedeutet: Forderungen der Anleger werden erst nach den Forderungen aller nicht qualifiziert nachrangigen Gläubiger bedient. (af)