Die Tour de France 2025 ist seit Sonntag vorbei, Tadej Pogacar krönte sich abermals zum Rad-König. Der professionelle Radsport gehört zu jenen Sportarten, die für Laien besonders verwirrend sein können. Wir wollen helfen!
Peloton, Ausreißer, der "Chute!"-Ruf und vieles mehr: Im professionellen Radsport und speziell der Tour de France gibt es besonders viele Fachbegriffe und Fremdwörter, mit denen man als Laie schnell mal überfordert sein kann.
Hinzu kommen Fragen über Fragen, auf die Nicht-Radsport-Experten häufig keine Antwort haben, wenn sie das Radrennen zum Beispiel im Fernsehen mitverfolgen: Warum hat ein Fahrer ein gepunktetes Oberteil an, was genau macht eigentlich ein "Helfer", was passiert nach einem Massensturz, was sollen die ganzen Autos auf der Strecke – und wie gehen die Fahrer während der Etappe eigentlich auf die Toilette?
Wir möchten helfen – und das in Form eines neuen Formats: Tour de France für Ahnungslose.
Das Prinzip: Schicken Sie uns Ihre Frage(n) zur Tour de France, wir versuchen sie im Anschluss nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten. Kurz, prägnant und klar verständlich. Wichtig dabei: Keine Frage ist zu banal. Fragen Sie uns, was Sie schon immer über die Tour de France wissen wollten!
Wir konnten mit André Greipel einen echten Experten für die Beantwortung Ihrer Radsport-Fragen gewinnen. Der ehemalige Radrennfahrer gewann in seiner erfolgreichen Karriere unter anderem elf Etappen der Tour de France.
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Ihre Fragen mit der dazugehörigen Antwort werden wir nach und nach in diesem Artikel veröffentlichen:
"Die diesjährige Königsetappe ist zweifelsfrei das 18. Teilstück von Vif hinauf auf den 2304 Meter hohen Col de la Loze, der dieses Jahr das 'Dach' der Tour ist. Davor müssen aber mit dem Col de la Glandon und dem Col de Madeleine zwei weitere "Ungetüme" auf der 170 Kilometer langen Etappe bezwungen werden. Wie bereiten sich die Fahrer auf solche Kletterpartien vor? Was macht man am Tag davor anders als vor Flachetappen?" (Anonym)
Greipel: "Das ist sicher eine Hammeretappe. Man macht nichts anders als die Tage zuvor. Man versucht, eine gute Nacht zu haben und die Speicher am Vorabend aufzuladen. Das Frühstück ist natürlich auch sehr wichtig, aber generell ist das ein Tag, vor dem jeder Fahrer sehr viel Respekt hat."
"Was sind Rouleure?" (Anonym)
Greipel: "Fahrer die lange ein hohes Tempo fahren können, ohne an Leistung zu verlieren."
"Heißt es tatsächlich 'der Fahrer wurde ABGEHANGEN', wie es die Kommentatoren auf Eurosport immer wieder sagen oder muss es nicht eigentlich 'der Fahrer wurde ABGEHÄNGT' heißen? Kann man das noch als "Radsport-Sprech" durchgehen lassen oder ist das nicht einfach falsches Deutsch?" (Oliver)
Greipel: "Beide Ausdrucke funktionieren in der Radsport-Sprache."
"Wie wird eigentlich die Zeit zwischen einzelnen Fahren bzw. Gruppen während der Etappe so genau live ermittelt?" (Mario)
Greipel: "Meistens nehmen die Kommissäre ein Ortsschild, an dem der erste Kommissär das Signal zum zeitnehmeneden Kommisär gibt. Wenn der zweite Kommissär dann an dem Ortsschild ist, wird die Zeit genommen. Bei der Tour wird es jedoch durch die GPS-Tracker, die jeder Fahrer am Rad hat, genommen."
Empfehlungen der Redaktion
"Auf der Tour werden immer ausgeklügeltere Helme verwendet und sogar Übersocken mit besserer Aerodynamik. Macht demgegenüber nicht auch eine offen getragene Lockenpracht eines Fahrers (z.B. Quinn Simmons) etwas aus? Oder vielleicht sogar ein langer Bart?" (Monika)
Greipel: "Natürlich ist offenes Haar und auch ein Bart nicht wirklich aerodynamisch. Das muss aber jeder Fahrer selbst entscheiden, wie weit er geht oder auch nicht."
"Was ist der Unterschied von Hochflansch und Niederflansch, gibt es Vor- oder Nachteil?" (Anonym)
Greipel: "Natürlich ist eine Hochflansch-Felge aerodynamischer als eine kleinere Felge. Das Gewicht der nicht so hohen Felge ist jedoch geringer."
Über den Gesprächspartner
- André Greipel ist ein ehemaliger deutscher Radrennfahrer, der in seiner Karriere unter anderem mehrmals an der Tour de France teilgenommen hat. Bei der Frankreich-Rundfahrt konnte er über die Jahre insgesamt elf Etappen gewinnen. Daneben gewann der mehrfache deutsche Straßenmeister (2013, 2014, 2016) sieben Etappen beim Giro d'Italia und vier bei der Vuelta a Espana. 2021 beeendete Greipel seine Radsport-Karriere.