Beatrice Egli ist gut im Geschäft. Die Schlagersängerin veröffentlichte kürzlich ihre Single "Terra Australia", im Juni kommt das neue Album "Natürlich". Auf ihre Tour im vergangenen Jahr ließ die 30-jährige Schweizerin aber eine mehrwöchige Auszeit in Australien folgen. Egli war körperlich an ihre Grenzen gegangen und wollte Abstand zu dem Rummel um ihre Person gewinnen. Im Interview spricht sie über die Zeit "Down Under" und verrät, wie es ist, unerkannt auf einem Campingplatz zu leben.

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Beatrice Egli, Sie kommen von einem längeren Aufenthalt in Australien zurück. Mitte April veröffentlichten Sie dazu passend den neuen Song "Terra Australia". Dieser beginnt mit den Worten "Zu viele Fragen habe ich mir gestellt, ich musste raus …" Warum hatten Sie eine Auszeit nötig?

Beatrice Egli: Hinter mir liegen sechs intensive Jahre. Sonntage oder Urlaube kenne ich schon lange nicht mehr. Ich glaube, dass ich in diesen sechs Jahren vieles erlebt habe, das ich überhaupt nicht realisiert habe. Es gibt im Leben diese Phasen, in denen man sich fragt: "Wo stehe ich eigentlich? Was ist alles mit mir los?" Ich glaube, jeder kennt das. Ich durfte noch eine wundervolle Tour spielen, die aber auch ihre Spuren hinterlassen hat. Ich habe eine Grippe verschleppt, ich wusste zwischenzeitlich nicht, ob ich die letzten Shows vielleicht sogar absagen muss. Ich bin körperlich ans Limit gegangen, ich hatte nur noch wenig bis gar keine Energie mehr und habe mir dann eine Auszeit genommen. Ich stehe nicht da, wo ich stehe, weil ich auf der faulen Haut gelegen habe. Ich habe in den letzten Jahren natürlich auch emotionale Momente, Hochs und Tiefs, erlebt. Es hat jetzt einfach mal gut getan, mich aus allem rauszunehmen.

Ging es auch darum, dem Rummel um Ihre Person mal zu entfliehen?

Ja, um mal eine Distanz zu bekommen, zu dem Leben, das ich führe. Eine gesunde Distanz vielleicht auch. Um wieder mal alles neutral zu sehen. In meinem Fall war es die richtige Entscheidung, denn es hat mir gutgetan.

Was haben Sie während Ihrer Zeit in Australien gemacht?

Die ersten drei Wochen war ich mit meinen Freunden im Camper unterwegs, über Weihnachten und Neujahr. Dann war ich drei Wochen ganz alleine unterwegs, mit Zelt und Auto. Danach habe ich dann aber auch gemerkt, dass ich mein Leben vermisse. Ich vermisse die Musik, ich vermisse es, Musik zu machen und auf der Bühne zu stehen. Das war schön, als dieses Gefühl zurückkam. Denn davor hatte ich ein bisschen Angst, dass es vielleicht anders hätte kommen können. Dass ich denken könnte: "Ich möchte nicht zurück." Das hätte auch passieren können. Alles war offen. Bevor ich abgereist bin, wusste keiner, wie es weitergeht, wenn ich zurückkomme. Werde ich noch ein Album machen? Wie wird das Album sein? Aber jetzt merke ich, dass ich es total vermisst habe. Und es ist schön, wieder zu spielen!

Ein Stück weit ein Selbstfindungstrip also?

Ja, ich glaube schon. Mit Familie und Freunden darüber zu sprechen, wie es einem geht und was einen umtreibt, hat mir sehr gutgetan. Und danach mit diesen Gesprächen im Hinterkopf alleine für sich selber zu sein, war sehr gut. Alles zu reflektieren war sehr wichtig. Es ist viel passiert in den letzten sechs Jahren. Von außen sieht das immer leicht aus. Aber es gab auch schwierige Momente. Momente, in denen man vielleicht mal denkt: "Schaffe ich das alles? Wie soll das gehen?" Es war gut, Abstand zu kriegen.

Hat die Zeit in Australien Sie inspiriert, etwas anders zu machen?

Ich möchte das, was ich mache, weitermachen. Aber mit einer gesunden Energie! Ich möchte Australien mit in mein Leben nehmen, damit ich nicht gleich wieder eine Auszeit brauche. Ich möchte eine gesunde Balance finden.

Können Sie in Australien völlig anonym leben oder werden Sie dort auch erkannt?

Ich habe es genossen, einfach mal rauszugehen und ein ganz normales Leben zu führen, ohne erkannt zu werden. Oder Menschen kennenzulernen, ohne dass sie mich schon kennen. Es gab nur eine Situation, in der ich erkannt wurde. Und die war tatsächlich sehr rührend. Als ich irgendwo im Nirgendwo auf meinem Campingplatz war, hatte ich meinen Schlüssel für die Toilette vergessen. Ich habe dann eine Frau nach ihrem Schlüssel gefragt und sie hat auf Deutsch geantwortet. Als ich dann auf Deutsch weiter gesprochen habe, hat sich mich gepackt und umarmt und gesagt: "Ich wusste es, Sie sind die Egli! Als Sie gestern gelacht haben, wusste ich, dass sie es sind." Sie hat sogar geweint vor Freude, da musste ich auch weinen (lacht).

In Ihrem Song "Terra Australia" gibt es auch die Zeile: "Irgendwann bleibe ich für immer da." Ist Auswandern eine Option?

Ja, aber wenn dann erst in vielen Jahren. Auch wenn ich mit dem Wetter hier nicht immer so glücklich bin, genieße ich erstmal das Leben hier (lacht). Ich bin eher ein Sommerkind. Was im Herbst meines Lebens passiert, weiß ich noch nicht. Da ist alles möglich. Aber das sind noch ein paar Jahrzehnte (lacht).

Musikalisch scheint Sie der Aufenthalt in Australien auf jeden Fall inspiriert zu haben. Gleich zu Beginn des Songs hört man Didgeridoos.

Natürlich hat mich die Reise inspiriert, sie hat auch Geschichten geschrieben, die ich den Komponisten erzählt habe. Die haben daraufhin passende Songs für mich geschrieben. Diese Leichtigkeit, diese Wärme, diese Geräusche der Natur, die Farben, das sind Dinge, die mich total inspiriert und mir auch wieder neue Energie gegeben haben.

Wie reagieren Ihre Fans auf diese neuen musikalischen Einflüsse?

Es war ein magischer, unvergesslicher Moment, als ich "Terra Australia" bei meinem ersten Auftritt nach meiner Rückkehr gesungen habe. Ich war sehr, sehr aufgeregt, dieses Lied zu singen. Niemand kannte es, aber alle hörten aufmerksam zu. Am Ende war der Applaus so gigantisch, so warmherzig, als hätten mich alle einmal umarmt. Es war, als ob ich alles, was ich in dem Lied spüre, den Menschen irgendwie wiedergeben kann, sodass es sie auch erfreut und ihnen guttut. Das war ein sehr emotionaler Moment, wo ich auch geweint habe danach.

Das neue Album erscheint am 14. Juni. Was können die Fans erwarten?

Das Album heißt "Natürlich" und diese Natürlichkeit wird man hören und spüren. Aber auch das "Natürlich" im Sinne von, dass man mit mir Spaß haben kann und dass ich an jedem Ort für jeden Spaß zu haben bin. Es wird auch einen Song "Natürlich" geben, wo es genau darum geht, dass Mädchen Spaß haben und das Leben genießen wollen.

Wie sehen Ihre Pläne für die zweite Hälfte des Jahres aus?

Ich freue mich über alle, die nach einer Tour fragen und sehnsüchtig warten. Aber es wird noch ein bisschen dauern, da ich erst im Dezember die letzte Tour abgeschlossen habe. Ich werde mich erstmal voll und ganz dem Album widmen und dann schauen, was für eine Tour das werden wird. Im Sommer moderiere ich dann die neue RTL-Sendung "Schlager sucht Liebe".

Beatrice Egli ist Schweizerin und ein großer Schlagerfan. Als Sängerin schafft sie es 2013 in die Top 10 der zehnten DSDS-Staffel und etabliert sich im Anschluss als Schlagersängerin. Am 14. Juni 2019 erscheint ihr neues Album "Natürlich!".

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