• ARD und ZDF haben das Staatsbegräbnis von Queen Elizabeth II. parallel ausgestrahlt.
  • Beim TV-Publikum sorgte dieser Entscheid für Unverständnis.
  • So begründet ihn der öffentlich-rechtliche Rundfunk.

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Das Staatsbegräbnis von Königin Elizabeth II. dominierte am Montag (19. September) das Fernsehprogramm. Übertragen wurde es unter anderem von ARD und ZDF. Ab 9:00 Uhr morgens zeigten die öffentlich-rechtlichen Sender praktisch identische Bilder - sehr zum Unmut der Zuschauerinnen und Zuschauer. Im Netz verschaffen sie ihrem Ärger Luft.

"Bei allem Beileid – brauchen wir wirklich drei verschiedene, stundenlange Sonderberichterstattungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zur Beisetzung der Queen?", wundert sich ein Nutzer beim Kurznachrichtendienst Twitter.

Auch Politiker Olaf in der Beek hält drei Übertragungen – insbesondere mit Blick auf die Kosten – für wenig sinnvoll. Er twittert: "Einerseits beklagt der ÖRR stets steigende Kosten, andererseits überträgt man Beerdigung der Queen auf drei Sendern gleichzeitig. Bei Doppel- und Dreifachstrukturen braucht sich dann keiner mehr beschweren, wenn man strukturelle Reform von ARD und ZDF fordert."

Vorwurf der Gebührenverschwendung

Journalistin Ann-Kathrin Büüsker pflichtet bei: "Der ÖRR steht gerade (auch zurecht) in der Kritik ob der Verwendung von Gebührenmitteln und vorhandener Doppelstrukturen. Und dann entscheiden sich sowohl ARD als auch ZDF beide parallel stundenlang mit eigenen Teams von der Queen-Beerdigung zu berichten."

Moderator Jan Böhmermann begründet die Parallelübertragung folgendermaßen: "ARD und ZDF senden heute beide die Beerdigung der Königin, damit sich keiner der beiden Sender von der Döpfner-Presse vorwerfen lassen kann, die Queen nicht genug geliebt zu haben."

Autor Till Raether erklärt sich die Doppelübertragung hingegen so: "Ich fürchte, ARD und ZDF glauben wirklich, dass es Menschen gibt, die sich so sehr mit ihnen identifizieren, dass es ihnen wichtig ist, es auf ihrem Sender sehen zu können, das sagt so viel über Organisationspsychologie."

So begründen ARD und ZDF die Doppelübertragung

In Wirklichkeit hat die Übertragung auf mehreren Kanälen jedoch einen anderen Grund, wie das ZDF auf Anfrage des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" (RND) schreibt: "Andere Royal-Ereignisse haben ARD und ZDF nach Absprache seit vielen Jahren im Wechsel übertragen. Der Tod von Queen Elizabeth II. ist aufgrund der historischen und politischen Bedeutung von dieser Absprache ausgenommen. Nach der Trauerfeier für die Queen werden ARD und ZDF zu dieser Praxis zurückkehren."

Ähnlich klingt es seitens des Ersten: Der Tod der britischen Königin sei "ein Ereignis von so überragender journalistischer und zeithistorischer Bedeutung [...], dass in diesem einen Sonderfall eine Parallelübertragung stattfinden kann und sollte", erklärt ein Sprecher der ARD.

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Zuvor war aus übereinstimmenden Medienberichten hervorgegangen, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach London schicken würde.  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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