• 19:10 Uhr: ➤ Lawrow bestätigt Moskaus Pläne für Regimewechsel in der Ukraine
  • 17:41 Uhr: Lawrow: Transport von ukrainischem Getreide wird abgesichert
  • 15:27 Uhr: Ukrainische Häfen bereiten Ausfuhr von Getreide vor
  • 12:36 Uhr: Russisches Verteidigungsministerium behauptet: Schlag in Odessa galt US-Waffen
  • 11:08 Uhr: Russland räumt Raketenangriff auf Odessa ein
  • 10:32 Uhr: Fünf Monate Krieg: Selenskyj zeigt sich siegessicher
  • 09:48 Uhr: US-Regierung stellt nach Angriff auf Odessa Russlands Glaubwürdigkeit infrage
  • 08:57 Uhr: Vize-Ministerin: 5000 Soldatinnen kämpfen für Ukraine an der Front
  • 07:37 Uhr: Göring-Eckardt fordert Alternativen für Panzer-Ringtausch für Ukraine
  • 07:14 Uhr: Selenskyj: Raketen auf Odessa sind "russische Barbarei"

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➤ Lawrow bestätigt Moskaus Pläne für Regimewechsel in der Ukraine

  • 19:10 Uhr

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat im Gegensatz zu früheren Äußerungen erklärt, dass Russland den Sturz der ukrainischen Regierung anstrebt. «Wir helfen dem ukrainischen Volk auf jeden Fall, sich von dem absolut volks- und geschichtsfeindlichen Regime zu befreien», sagte Lawrow am Sonntag in Kairo. Das russische und ukrainische Volk würden künftig zusammenleben.

Die russische Führung hat in den vergangenen Tagen öffentlich ihre Position im Ukraine-Krieg verschärft. So drohte Lawrow am Mittwoch mit der Besetzung weiterer Gebiete auch außerhalb des Donbass. Angesichts der westlichen Waffenlieferungen und deren höherer Reichweite sei es nötig, die Kiewer Truppen weiter abzudrängen von den Gebieten Donezk und Luhansk im Osten der Ukraine, die Moskau als unabhängig anerkannt hat.

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock warf Russland Propaganda vor. «Russland benutzt jedes Mal ein anderes Argument. Diesmal sagen sie, es sei wegen der militärischen Unterstützung», sagte die Grünen-Politikerin in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit der Deutschen Welle.

Kriegsziele des Kreml sind, dass die Ukraine die Gebiete Donezk und Luhansk abtritt und die bereits 2014 von Russland annektierte Krim als russisch anerkennt.

Mit seiner Ankündigung, die politische Führung in Kiew auswechseln zu wollen, widerspricht Lawrow auch eigenen Aussagen vom April. «Wir haben nicht vor, das Regime in der Ukraine zu wechseln», sagte der russische Chefdiplomat damals in einem Interview mit dem Fernsehsender India Today. Es sei Aufgabe der Ukrainer zu entscheiden, unter welcher Führung sie leben wollten, versicherte Lawrow damals. (dpa)

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Die Lage im Überblick:

Seit 24. Februar führt Russland aus der Luft und am Boden einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kurz zuvor hatte Präsident Wladimir Putin das Existenzrecht der Ukraine als eigenständiger Staat in Zweifel gezogen und die sogenannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ostukraine anerkannt.

Die ukrainische Armee wehrt sich seitdem nach Kräften gegen die Invasoren. Auf beiden Seiten gibt es Berichten zufolge Tausende Tote, wie viele Soldaten und Zivilisten bereits starben, lässt sich jedoch nicht unabhängig überprüfen. Fakt ist: Die humanitäre Lage in der Ukraine spitzt sich mit jedem Tag zu. Nach Angaben der UN sind inzwischen über 9,5 Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen (Stand: 19. Juli), vor allem Frauen und Kinder, da Männer zwischen 18 und 60 Jahren das Land nicht verlassen dürfen.

Karte zur militärischen Lage in der Ukraine. (Achtung: Diese Infografik wird regelmäßig aktualisiert)

Die EU und die USA reagierten mit Sanktionen. Außerdem liefern sie der Ukraine Waffen, auch Deutschland unterstützt das Land mit Waffenlieferungen. Auch Panzer der Klasse Gepard soll die Ukraine aus Deutschland erhalten. Dass die Nato aktiv in den Krieg eingreift, gilt bislang als ausgeschlossen.

Am ersten April-Wochenende sorgten Bilder von den Leichen vieler Zivilisten in der Kleinstadt Butscha bei Kiew international für Entsetzen. Die Ukraine spricht von schweren Kriegsverbrechen und Völkermord und macht dafür russische Truppen verantwortlich. Moskau bestreitet trotz zahlreicher Hinweise am Tod der Zivilisten beteiligt gewesen zu sein. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte, die Verhandlungen mit Russland sollen weiter fortgesetzt werden. Seit dem 18. April läuft eine lange vorbereitete Großoffensive Russlands im Osten der Ukraine.

Die weiteren Meldungen vom 24. Juli:


Lawrow: Transport von ukrainischem Getreide wird abgesichert

  • 17:41 Uhr

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat nach den Raketenangriffen auf die Hafenstadt Odessa bekräftig, dass die internationale Einigung über die Ausfuhr von ukrainischem Getreide über das Schwarze Meer gültig ist. Die Passage über einen Seekorridor solle von einem Kontrollzentrum in Istanbul überwacht werden, sagte Lawrow am Sonntag bei einem Besuch in der ägyptischen Hauptstadt Kairo. Dort sollen Vertreter der Ukraine, Russlands, der Türkei und der Vereinten Nationen tätig sein. Russische und türkische Streitkräfte würden gemeinsam auf dem offenen Meer für die Sicherheit der Schiffe sorgen, sagte Lawrow.

"Und wenn die Schiffe in Richtung der ukrainischen Häfen fahren, um neue Lebensmittelladungen aufzunehmen, dann wird auch eine Kontrolle gewährleistet, die sicherstellt, dass niemand auf dem Weg in die ukrainischen Häfen Waffen dorthin bringt", sagte Lawrow. Er erinnerte auch daran, dass am vergangenen Freitag in Istanbul zwei Dokumente unterzeichnet wurden – zum einen für den Getreide-Export aus der Ukraine; zum anderen darüber, dass sich die Vereinten Nationen für leichtere Exporte von russischen Lebensmitteln und Dünger einsetzen.

Moskau beklagt, dass die von der EU und den USA im Zuge von Russlands Krieg gegen die Ukraine verhängten Sanktionen mit ihrer Strahlkraft inzwischen den Export bremsen, obwohl Lebensmittel direkt nicht betroffen sind. Nach Darstellung Lawrows will UN-Generalsekretär António Guterres sich selbst um die Aufhebung der "illegalen Beschränkungen" bemühen. "Wir werden darauf hoffen, dass ihm das gelingt", sagte Lawrow.

Der Westen habe es selbst in der Hand, die durch hohe Preise aufgeheizte Lage auf dem Lebensmittelmarkt zu entspannen. Dazu müssten etwa die Sanktionen aufgehoben worden, die Russlands Export von Getreide und Düngemittel behinderten, sagte Lawrow. Russland werde zudem selbst weiter alles dafür tun, seine Verpflichtungen als Getreidelieferant zu erfüllen.

In der Ukraine laufen die Vorbereitungen für den Getreidetransport ungeachtet der russischen Raketenangriffe vom Samstag auf den Hafen in Odessa. Das Verteidigungsministerium in Moskau hatte eingeräumt, militärisch genutzte Infrastruktur des Hafens beschossen zu haben. Das löste Ängste aus, das Getreide-Abkommen könne noch platzen. (dpa)

Ukrainische Häfen bereiten Ausfuhr von Getreide vor

  • 15:27 Uhr

Nach der Einigung über die Ausfuhr von ukrainischem Getreide haben die unter internationaler Vermittlung festgelegten drei Häfen am Schwarzen Meer mit der Vorbereitung der Transporte begonnen. Die Arbeiten für die Wiederinbetriebnahme der Häfen in Odessa, Tschornomorsk und Juschnyj seien im Gange, teilte die für die Seehäfen zuständige Behörde bei Facebook mit.

Gemäß der am Freitag in Istanbul getroffenen Vereinbarung würden die Schiffsverbände für den Getreideexport über den Seeweg vorbereitet, hieß es. Gebildet werde eine Karawane, die von einem Leitschiff angeführt werden solle. Die Behörde forderte Reedereien auf, ihre Schiffe dafür anzumelden.

Die Vorbereitungen liefen ungeachtet der russischen Raketenangriffe vom Samstag auf den Hafen in Odessa. Das Verteidigungsministerium in Moskau hatte eingeräumt, militärisch genutzte Infrastruktur des Hafens beschossen zu haben. Das löste Ängste aus, das Getreide-Abkommen könne noch platzen.

Russland hatte am Freitag in dem Abkommen zugesichert, Schiffe für den Export über einen Seekorridor fahren zu lassen und nicht zu beschießen. Auch die drei beteiligten Häfen dürfen demnach nicht angegriffen werden. Es geht dabei unter anderem um die Ausfuhr von Millionen Tonnen Getreide. Die unter der Vermittlung der Vereinten Nationen und der Türkei unterzeichnete Einigung sieht vor, die Exporte von einem Kontrollzentrum in Istanbul überwachen zu lassen. (dpa)

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Russisches Verteidigungsministerium behauptet: Schlag in Odessa galt US-Waffen

  • 12:36 Uhr

Einen Tag nach den russischen Raketeneinschlägen im Hafen der ukrainischen Schwarzmeer-Metropole Odessa hat Moskau den international kritisierten Angriff mit der Zerstörung von US-Waffen begründet. Die Raketen seien auf ein Schiffsreparaturwerk abgefeuert worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Sonntag mit. In dem Dock seien ein ukrainisches Kriegsschiff und ein Lager mit von den USA gelieferten "Harpoon"-Raketen zerstört worden, hieß es. Die Ukraine hat der russischen Kriegsmarine mit solchen Raketen schon mehrfach schwere Schläge versetzt.

Zudem seien durch die Angriffe Anlagen zur Reparatur und zur Modernisierung des Schiffsbestandes der ukrainischen Seestreitkräfte außer Betrieb genommen worden, hieß es in der Mitteilung der russischen Verteidigungsministeriums. Zuvor hatte das russische Außenministerium die Angriffe auf Odessa eingeräumt (siehe 11:08 Uhr).

Der Angriff am Samstagmorgen hatte international Entsetzen ausgelöst, weil Russland erst am Vortag in Istanbul eine Vereinbarung über die Ausfuhr von ukrainischem Getreide auch aus diesem Hafen in Odessa unterzeichnet hatte. Die Vereinbarung hat weiter ihre Gültigkeit. (dpa)

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Russland räumt Raketenangriff auf Odessa ein

  • 11:08 Uhr

Einen Tag nach den international verurteilten Raketeneinschlägen in der Hafenstadt Odessa hat Russland die Angriffe eingeräumt. Die "Kaliber"-Raketen hätten mit einem "hochpräzisen Schlag" ein Objekt militärischer Infrastruktur im Hafen von Odessa getroffen, teilte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Sonntag im Nachrichtenkanal Telegram mit. Sie sprach von einem Kriegsschiff, das getroffen worden sei.

Der Angriff am Samstagmorgen hatte international Entsetzen ausgelöst, weil Russland erst am Vortag in Istanbul eine Vereinbarung über die Ausfuhr von ukrainischem Getreide auch aus diesem Hafen in Odessa unterzeichnet hatte. Die Vereinbarung hat weiter ihre Gültigkeit.

Zuvor hatte die Türkei nach Gesprächen mit der russischen Seite erklärt, dass Russland die Schuld für die Raketenangriffe in Odessa zurückgewiesen habe und untersuchen lassen wolle. Sacharowas Kommentar zu dem Vorfall war nun die erste offizielle Äußerung von russischer Seite zu dem Vorfall.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die Raketenschläge auf den Hafen von Odessa als einen Akt "offensichtlicher russischer Barbarei" verurteilt (siehe 7:14 Uhr), wie auch Sacharowa in ihrer Stellungnahme erwähnte. "Wenn irgendjemand auf der Welt früher gesagt hat, dass es notwendig ist, mit Russland in Dialog zu treten, Vereinbarungen zu treffen über eine Waffenruhe, ohne unser Gebiet von den Besatzern zu befreien, dann haben die heutigen Raketen die Möglichkeit solcher Aussagen zerstört", sagte Selenskyj.

Russland hatte am Freitag in dem Abkommen zugesichert, Schiffe für den Export über einen Seekorridor fahren zu lassen und nicht zu beschießen. Auch die drei beteiligten Häfen dürfen demnach nicht angegriffen werden. Es geht dabei unter anderem um die Ausfuhr von Millionen Tonnen Getreide. Die unter der Vermittlung der Vereinten Nationen und der Türkei unterzeichnete Einigung sieht vor, die Exporte von einem Kontrollzentrum in Istanbul überwachen zu lassen. (dpa)

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Fünf Monate Krieg: Selenskyj zeigt sich siegessicher

  • 10:32 Uhr

Genau fünf Monate nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hat sich Präsident Wladimir Selenskyj in Kiew siegessicher gezeigt. "Dieser Krieg hat die Ukraine nicht gebrochen und wird sie nicht brechen", teilte der Staatschef am Sonntag im Nachrichtenkanal Telegram mit.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte den Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar befohlen – unter anderem unter dem Vorwand, dass sich die Atommacht von dem in die Nato strebenden Nachbarland bedroht sieht. Selenskyj betonte: "Wir werden nicht aufgeben. Wir werden schützen, was uns gehört. Wir werden gewinnen!"

Das Leben in der Ukraine gehe trotz des Krieges weiter, sagte Selenskyj und veröffentlichte dazu Fotos des Kampfes der Menschen gegen die russische Invasion. "Er (der Krieg) wird uns ganz bestimmt nicht zu Geiseln machen dieses Horrors, den die Invasoren in unser Land gebracht haben."

Der Präsident fordert immer wieder die USA und andere Nato-Staaten auf, schwere Waffen zu liefern, um den russischen Vormarsch zu stoppen und besetzte Gebiete zu befreien. Dazu hatte er auch eine US-Delegation am Samstag in Kiew empfangen.

Der ukrainische Generalstab berichtete am Sonntag, dem 151. Tag des Krieges, von neuen Angriffen von russischer Seite mit Schwerpunkt in den Gebieten Donezk und Charkiw. Teils seien die Eindringlinge zurückgedrängt worden, hieß es.

Den Angaben des Generalstabs zufolge sind seit Beginn des Krieges fast 40 000 russische Soldaten bei den Kämpfen gestorben. Westliche Experten gehen aber davon aus, dass es deutlich weniger sind. Russland hat zuletzt Ende März Angaben zu seinen eigenen Verlusten gemacht. Damals nannte das Verteidigungsministerium in Moskau die Zahl von 1351 Toten. (dpa)

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US-Regierung stellt nach Angriff auf Odessa Russlands Glaubwürdigkeit infrage

  • 09:48 Uhr

Die US-Regierung stellt nach dem Raketenangriff auf die ukrainische Hafenstadt Odessa einen Tag nach der Unterzeichnung eines Abkommens zum Getreide-Export aus der Ukraine die Glaubwürdigkeit Russlands infrage. Der Angriff lasse "ernste Zweifel" am russischen Engagement aufkommen, erklärte US-Außenminister Antony Blinken am Samstag. "Er untergräbt die Bemühungen der UN, der Türkei und der Ukraine, wichtige Nahrungsmittel auf die Weltmärkte zu bringen."

Die UNO und die Türkei hatten monatelang zwischen Kiew und Moskau vermittelt, um eine Wiederaufnahme der seit Kriegsbeginn blockierten ukrainischen Getreidelieferungen zu erreichen. Am Freitag kam es zur Einigung unter anderem für abgesicherte Transitrouten im Schwarzen Meer. Die Kriegsparteien sagten zu, keine Schiffe auf diesen Routen anzugreifen.

Am Samstag meldete die Ukraine dann russischen Raketenbeschuss auf Odessa, die größte Stadt und der wichtigste Hafen an der ukrainischen Schwarzmeerküste. Die Attacke wurde international verurteilt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Russland vor, sich routinemäßig nicht an Abmachungen zu halten. Moskau bestritt nach Angaben des türkischen Verteidigungsministeriums, den Angriff ausgeführt zu haben.

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Vize-Ministerin: 5000 Soldatinnen kämpfen für Ukraine an der Front

  • 08:57 Uhr

In der ukrainischen Armee dienen laut Vizeverteidigungsministerin Hanna Maliar mehr als 50.000 Frauen, mehr als 5.000 von ihnen seien derzeit an der Front. Das sagte die Politikerin nach Angaben der Nachrichtenagentur Ukrinform bei einem internationalen Gipfel der First Ladies und Gentlemen in Kiew am Samstag. Von den 50.000 Frauen im ukrainischen Militär dienten insgesamt 38.000 als Soldatinnen, die übrigen gingen zivilen Aufgaben nach. Gastgeberin des Gipfels, der am 150. Tag des russischen Angriffskriegs gegen ihr Land stattfand, war die First Lady der Ukraine, Olena Selenska. (dpa)

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Göring-Eckardt fordert Alternativen für Panzer-Ringtausch für Ukraine

  • 07:37 Uhr

Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) fordert Alternativen für den mit Polen vorgesehene Waffen-Ringtausch für die Ukraine. "Der Ringtausch funktioniert nicht wie geplant", sagte Göring-Eckardt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Alternativen gehören auf den Tisch. Etwa, direkt Waffen zu liefern, wenn wir das können."

Bei dem Ringtausch-Verfahren sollen östliche Verbündete der Ukraine leicht bedienbare Panzer sowjetischer Bauart zu Verfügung stellen. Deutschland sagte den Nato-Partnern im Gegenzug modernes Gerät als Ersatz zu. Polens Präsident Andrzej Duda hat Berlin allerdings wiederholt vorgeworfen, Zusagen nicht einzuhalten.

Die Kritik aus Warschau "mag undiplomatisch gewesen sein, sie ist aber ein Weckruf", sagte Göring-Eckardt. Deutschland müsse "eine ausreichende Unterstützung der Ukraine mit Waffen" organisieren. "Waffenlieferungen entscheiden mit über die Dauer des Krieges, über Menschenleben." (afp)

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Selenskyj: Raketen auf Odessa sind "russische Barbarei"

  • 07:14 Uhr

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat einen Raketenangriff auf die Stadt Odessa als "offensichtliche russische Barbarei" bezeichnet. Der Angriff mit mehreren Raketen auf die für den Export ukrainischen Getreides wichtige Hafenstadt sei aber auch ein "Rückschlag für die politische Stellung Russlands", sagte Selenskyj am Samstagabend in seiner täglichen Videoansprache. Die "zynischen" Angriffe zeigten, dass Russland nicht vertrauenswürdig und ein Dialog mit Moskau zunehmend unhaltbar sei.

Die Attacke bringe die Ukraine andererseits "noch näher an das Ziel, die Waffen zu erhalten, die wir für unseren Sieg brauchen", fügte Selenskyj hinzu. Das ukrainische Militär hatte am Samstag gemeldet, zwei Marschflugkörper seien im Hafen von Odessa eingeschlagen. Die ukrainische Luftverteidigung habe zwei weitere abgefangen. Der Angriff ereignete sich einen Tag, nachdem Moskau und Kiew einem von der türkischen Regierung und den Vereinten Nationen vermittelten Abkommen über den Export blockierten ukrainischen Getreides zugestimmt hatten.

Die Attacke wurde international verurteilt. Moskau bestritt nach Angaben des türkischen Verteidigungsministeriums, den Angriff ausgeführt zu haben. Odessa ist einer der drei Orte, die in dem Getreide-Abkommen ausdrücklich als zentral für den Getreideexport genannt werden. Nach offiziellen Angaben der Ukraine war zum Zeitpunkt des Angriffs Getreide im Hafen von Odessa gelagert. Die Vorräte seien aber nicht getroffen worden. (afp)

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Mit Material von dpa und AFP

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