• 21:41 Uhr: ➤ Melnyk: Russlands Präsident Putin offenbar zu allem fähig
  • 21:21 Uhr: OSZE-Spitze verurteilt russische Angriffe als "Terror"
  • 18:57 Uhr: Biden: Angriffe auf Ukraine zeigen "äußerste Brutalität" Putins
  • 17:31 Uhr: Ukrainischer Geheimdienst schreibt Medwedew zur Fahndung aus
  • 17:09 Uhr: Macron: Tiefgreifende Veränderung des Kriegs nach russischen Raketenangriffen
  • 14:47 Uhr: Putins "Bluthund" Kadyrow nach Raketenangriffen "zu 100 Prozent" zufrieden
  • 13:15 Uhr: Lukaschenko: Belarus und Russland werden gemeinsame Truppen aufstellen
  • 12:59 Uhr: Lambrecht: Lieferung von Luftverteidigungssystemen an Ukraine wichtig
  • 12:42 Uhr: Putin droht bei weiteren ukrainischen Angriffen mit noch härterer Antwort

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➤ Melnyk: Russlands Präsident Putin offenbar zu allem fähig

  • 21:41 Uhr

Der scheidende Botschafter der Ukraine in Deutschland, Andrij Melnyk, sieht eine reale Gefahr, dass Russland auch Atomwaffen gegen sein Land einsetzen könnte. Die russischen Raketenangriffe auf Städte in der Ukraine hätten gezeigt, dass der russische Präsident Wladimir Putin offenbar zu allem fähig sei, sagte Melnyk am Montag RTL/ntv. Der Westen solle Russland ganz klar und ohne diplomatische Floskeln darstellen, was Russland erwarten würde, sollte Putin die Atomwaffen in der Ukraine einsetzen. "Und ich glaube, dass unsere Partner und Verbündete durchaus in der Lage sein sollten, das in einer Sprache zu tun, die Putin verstehen wird", so Melnyk.

Der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates im Weißen Haus, John Kirby, sagte am Sonntag, die US-Regierung habe keine Hinweise darauf, dass Putin eine Entscheidung zum Einsatz von Atomwaffen getroffen habe.

Melnyk ist nur noch wenige Tage als Botschafter in Deutschland. Er wird am 14. Oktober Berlin verlassen, um einen neuen Posten im Außenministerium in der ukrainischen Hauptstadt Kiew zu übernehmen. Sein Nachfolger ist der ukrainische Top-Diplomat Olexij Makejew.

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Die Lage im Überblick:

Seit 24. Februar führt Russland aus der Luft und am Boden einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kurz zuvor hatte Präsident Wladimir Putin das Existenzrecht der Ukraine als eigenständiger Staat in Zweifel gezogen und die sogenannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ostukraine anerkannt.

Die ukrainische Armee wehrt sich seitdem nach Kräften gegen die Invasoren. Auf beiden Seiten gibt es Berichten zufolge Tausende Tote, wie viele Soldaten und Zivilisten bereits starben, lässt sich jedoch nicht unabhängig überprüfen. Fakt ist: Die humanitäre Lage in der Ukraine spitzt sich mit jedem Tag zu.

Karte zur militärischen Lage in der Ukraine. (Achtung: Diese Infografik wird regelmäßig aktualisiert)

Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR hat inzwischen mehr als 13,7 Millionen Grenzübertritte aus der Ukraine registriert (Stand: 04. Oktober). Die Flüchtenden sind vor allem Frauen und Kinder, da Männer zwischen 18 und 60 Jahren das Land nicht verlassen dürfen. Laut UNHCR sind in dieser Zeit knapp 6,4 Millionen Grenzübertritte zurück in die Ukraine registriert worden (Stand: 04. Oktober).

Die EU und die USA reagierten mit Sanktionen. Außerdem liefern sie der Ukraine Waffen, auch Deutschland unterstützt das Land mit Waffenlieferungen. Auch Panzer der Klasse Gepard soll die Ukraine aus Deutschland erhalten. (dpa)

Die weiteren Meldungen vom 10. Oktober

OSZE-Spitze verurteilt russische Angriffe als "Terror"

  • 21:21 Uhr

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sieht die jüngsten russischen Angriffe in der Ukraine als "Terror" gegen die Zivilbevölkerung. "Diese abscheulichen militärischen Aktionen bedeuten die völlige Missachtung des Völkerrechts und des Kriegsvölkerrechts", hieß es am Montagabend in einer gemeinsamen Stellungnahme von OSZE-Führungspersönlichkeiten.

"Das einzige Motiv für diese brutalen und grausamen Taten ist das Verbreiten von Terror, um taktisches und strategisches Versagen zu kompensieren", sagte die OSZE-Spitze, darunter Polens Außenminister und OSZE-Vorsitzender Zbigniew Rau sowie die deutsche OSZE-Generalsekretärin Helga Maria Schmid.

Russland ist einer der 57 Mitgliedstaaten der OSZE. Die in Wien ansässige Organisation überwachte jahrelang den brüchigen Waffenstillstand zwischen der ukrainischen Armee und prorussischen Separatisten in der Ostukraine. Nach Beginn der russischen Invasion zogen die OSZE-Beobachter ab. (dpa)

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Biden: Angriffe auf Ukraine zeigen "äußerste Brutalität" Putins

  • 18:57 Uhr

US-Präsident Joe Biden hat die russischen Raketenangriffe auf die Ukraine "aufs Schärfste" verurteilt. Sie zeigten einmal mehr "die äußerste Brutalität des illegalen Krieges" von Kremlchef Wladimir Putin gegen das ukrainische Volk, erklärte Biden am Montag. Die Angriffe bestärkten die US-Regierung darin, dem ukrainischen Volk beizustehen, so lange es nötig sei. Man werde Russland weiterhin gemeinsam mit den internationalen Partnern zur Rechenschaft ziehen. "Wir fordern Russland erneut auf, diese unprovozierte Aggression sofort zu beenden und seine Truppen aus der Ukraine abzuziehen", so Biden.

US-Außenminister Antony Blinken versicherte seinem ukrainischen Amtskollegen Dmytro Kuleba angesichts der Angriffe in einem Telefonat die "unerschütterliche wirtschaftliche, humanitäre und sicherheitspolitische Hilfe" der US-Regierung. Die Attacken vom Montag, bei denen landesweit mehrere Menschen getötet wurden, gelten als Reaktion des Kremls auf die Explosion an der für Russland strategisch wichtigen Brücke zur annektierten Halbinsel Krim. (dpa)

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Ukrainischer Geheimdienst schreibt Medwedew zur Fahndung aus

  • 17:31 Uhr:

Der ukrainische Geheimdienst SBU hat Russlands ehemaligen Präsidenten Dmitri Medwedew zur Fahndung ausgeschrieben. Laut dem am Montag veröffentlichten Aufruf wird Medwedew der Angriff auf die Grenzen und die Souveränität der Ukraine vorgeworfen. Nach Paragraph 110 Absatz 2 des ukrainischen Strafgesetzbuches droht ihm damit als Beamter eine Haftstrafe von fünf bis zehn Jahren.

Medwedew, der derzeit Vizesekretär des nationalen Sicherheitsrates in Russland ist, hatte am Sonntag praktisch die Vergeltungsschläge Russlands für die Explosion auf der Krim-Brücke angekündigt. Die Explosion sei ein Terroranschlag, auf die Russland mit der "Vernichtung der Terroristen" reagieren werde, schrieb er.

Nach den schweren Raketenangriffen auf Kiew und andere ukrainische Großstädte am Montag schob er nach, dass dies erst der Anfang sei. Der ukrainische Staat sei in seiner jetzigen Form eine ständige Bedrohung für Russland. Deshalb müsse die politische Führung des Nachbarlands vollständig beseitigt werden, betonte Medwedew. (dpa)

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Macron: Russische Angriffe tiefgreifende Veränderung im Ukraine-Krieg

  • 17:09 Uhr

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat die Angriffe Russlands auf Städte in der Ukraine scharf kritisiert. "Die vorsätzlichen Angriffe Russlands auf dem gesamten Territorium der Ukraine und gegen Zivilisten stellen eine tiefgreifende Veränderung in der Natur dieses Krieges dar", sagte er Medienberichten zufolge am Montag im französischen Château-Gontier. Er werde sich in Paris mit seinen diplomatischen und militärischen Beratern treffen, um eine Bestandsaufnahme der Situation vorzunehmen.

Macron hatte am Morgen bereits mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj telefoniert und seine große Besorgnis ausgedrückt. Macron habe Selenskyj zugesichert, "die Unterstützung für die Ukraine weiter zu verstärken, um auf die von Kiew formulierten Bedürfnisse zu antworten, auch in Form von Rüstungsgütern", teilte der Elysée-Palast am Montag mit.

Die französische Außenministerin Catherine Colonna verurteilte "wahllose" russische Angriffe auf ukrainische Städte. Vorsätzliche Angriffe auf Zivilisten "stellen ein Kriegsverbrechen dar", schrieb Colonna im Kurznachrichtendienst Twitter. (AFP/dpa/hub)

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Putins "Bluthund" Kadyrow nach Raketenangriffen "zu 100 Prozent" mit Krieg zufrieden

  • 14:47 Uhr

Nach massiven russischen Raketenangriffen auf die Ukraine hat der tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow die Attacken als Vergeltung für die Explosion an der Krim-Brücke am Samstag verteidigt. "Was hast du Penner-Selenskyj denn gedacht: Du darfst und andere nicht", schrieb er am Montag auf seinem Telegram-Kanal an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gerichtet.

Der Führung in Kiew warf Kadyrow die langjährige Bombardierung des Donbass-Gebiets in der Ostukraine vor und erklärte: "So, jetzt bin ich zu 100 Prozent zufrieden mit der Durchführung der militärischen Spezialoperation." In Russland heißt der Krieg gegen die Ukraine nach wie vor offiziell "militärische Spezialoperation". Kadyrow war vergangene Woche wegen seiner "Verdienste" in dem Krieg zum Generaloberst befördert worden.

Kadyrow, der in Tschetschenien eine "Bluthunde" genannte Söldnertruppe befehligt, forderte Selenskyj zur Flucht auf. "Wir haben dich, Selenskyj, gewarnt, dass Russland noch nicht einmal richtig angefangen hat, also hör auf zu jammern wie eine Niete und renn lieber, solange es noch nicht bei dir eingeschlagen hat", forderte der 46-jährige Machthaber der russischen Teilrepublik Tschetschenien, dem zahlreiche Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden. Kadyrow gilt als einer der lautstärksten Unterstützer von Präsident Wladimir Putin im Krieg gegen die Ukraine.

Die Raketenangriffe auf Kiew und andere Großstädte in der Ukraine haben massive Schäden an der wichtigen zivilen Infrastruktur des Landes verursacht. Ziele waren nach Angaben Selenskyjs zumeist Energieversorger. Es gab zahlreiche Tote und Verletzte.

Die Angriffe gelten als Reaktion Moskaus auf die Explosion an der für Russland strategisch wichtigen Krim-Brücke am Wochenende. Putin hatte sie als "Terrorakt" bezeichnet und die Ukraine der Tat beschuldigt. Kiew hat bislang offiziell nicht die Verantwortung für die Explosion übernommen. (dpa)

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Deutsche Visastelle in Kiew bei russischen Angriffen getroffen

  • 15:40 Uhr:

Bei den russischen Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew ist auch der Standort der Visastelle der deutschen Botschaft getroffen worden. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts (AA) in Berlin bestätigte am Montag, dass es zu "Beschädigungen" an dem Gebäude kam, wie auf Bildern in Online-Netzwerken zu sehen sei. Im sogenannten "101 Tower" finde aber "seit Monaten kein Dienstbetrieb mehr statt und auch heute morgen waren dort keine Kolleginnen und Kollegen vertreten", sagte der Sprecher.

Das liege daran, dass es derzeit keine Visumspflicht für aus der Ukraine fliehende Menschen gebe, sagte er. Das Auswärtige Amt sei "in enger Abstimmung" mit den Kollegen vor Ort, um das Ausmaß der Schäden festzustellen.

Fotos im Kurznachrichtendienst Twitter zeigen den getroffenen Büroturm in einer Rauchwolke. Auf vielen Stockwerken sind die Fenster zertrümmert, die Räume scheinen ausgebrannt. (afp)

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Kiew ruft Bevölkerung zum Stromsparen am Abend auf

15:25 Uhr:

Die ukrainische Führung hat nach den schweren russischen Luftangriffen die Bevölkerung aufgerufen, am Abend elektrische Geräte auszuschalten, um das Stromnetz nicht zu überlasten. "Wegen des heutigen Beschusses bitten wir alle inständig, nach Möglichkeit zwischen 17 und 22 Uhr den Energieverbrauch zu beschränken", schrieb der stellvertretende Chef des Präsidialbüros, Kyrylo Tymoschenko, am Montag auf seinem Telegram-Kanal. Nur so lasse sich die Spitzenbelastungszeit ohne weitere Abschaltungen überstehen.

Der Vertreter des ukrainischen Präsidenten im Parlament, Andrij Herus, warnte vor einem "der schwersten Abende" für die ukrainische Energieversorgung. In einigen Regionen werde es gar keinen Strom geben, in anderen werde nach Plan für eine gewisse Zeit der Strom abgestellt. In den Abendstunden ist die Belastung für das Netz am stärksten. Je mehr Strom die Bürger selbst sparten, um so eher könne eine großflächige Abschaltung vermieden werden, erklärte Herus. Elektroheizungen, Boiler, E-Herde, Mikrowellen-Geräte und Waschmaschinen zählte er bei den größten Stromfressern auf.

Die russischen Raketenangriffe haben vor allem Objekte der Energieinfrastruktur in der Ukraine getroffen. In Kiew wurde unter anderem das Wärmekraftwerk beschossen, auch aus anderen Regionen wurde der gezielte Beschuss von Kraft- und Umspannwerken gemeldet. (dpa)

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Lukaschenko: Belarus und Russland werden gemeinsame Truppen aufstellen

  • 13:15 Uhr

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hat die Bildung einer gemeinsamen regionalen Militäreinheit der Streitkräfte seines Landes mit der russischen Armee angekündigt. Dies habe er mit Russlands Präsident Wladimir Putin beim informellen Gipfel der Staatschefs der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) in Sankt Petersburg vereinbart, sagte Lukaschenko nach Angaben der Staatsagentur Belta. "Die Basis dieser Einheit sind die Streitkräfte der Republik Belarus." Grund für den Schritt seien die wachsenden Spannungen an der Grenze zur Ukraine, sagte der 68-Jährige weiter. Über inoffizielle Kanäle habe er erfahren, dass die Ukraine Angriffe auf das Territorium von Belarus plane. Man müsse daher darüber nachdenken, wie sich die Sicherheit des Landes erhöhen lasse.

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte dazu lediglich, Putin und Lukaschenko diskutierten in ihren bilateralen Gesprächen ständig über eine Vielzahl von Bereichen, dazu gehöre auch das Thema Verteidigung. Dies sei in der Militärdoktrin des Unionsstaates vorgesehen, den beide Länder bilden.

Der auch als "letzter Diktator Europas" bezeichnete Lukaschenko hatte stets erklärt, sich nicht in den Krieg hineinziehen lassen zu wollen. Zugleich schloss er das angesichts der Lage nicht aus. Belarus hat schon von Anfang an zum Ärger der Ukraine seine Militärstützpunkte bereitgestellt für die russischen Angriffe auf die Ukraine. Aus Sicht der Ukraine ist Belarus bereits Kriegspartei. (dpa)

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Lambrecht: Lieferung von Luftverteidigungssystemen an Ukraine wichtig

  • 12:59 Uhr

Die jüngsten russischen Raketenangriffe auf die Ukraine zeigen nach Ansicht von Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) die Bedeutung einer raschen Lieferung von Luftverteidigungssystemen an die Ukraine. "Russlands Angriffe mit Raketen und Drohnen terrorisieren vor allem die Zivilbevölkerung", teilte die Ministerin am Montag mit. "Deshalb unterstützen wir jetzt besonders mit Flugabwehrwaffen. In den nächsten Tagen steht das erste von vier hochmodernen Iris-T SLM Luftverteidigungssystemen zum wirksamen Schutz für die Menschen in der Ukraine bereit."

Eine erste Einheit werde "sehr bald" vor Ort sein, sagte auch ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums am Montag in Berlin. Drei weitere Einheiten könnten hingegen erst "im Laufe des nächsten Jahres" geliefert werden. Grund dafür sei die notwendige Koordinierung mit der Rüstungsindustrie sowie mit weiteren Nationen, die dort Rüstungsgüter bestellt haben.

Lambrecht war zu Monatsbeginn zu einem Besuch in der Ukraine. Dabei hatte sie bereits die rasche Lieferung einer ersten versprochenen Einheit des bodengestützten Luftabwehrsystems Iris-T SLM zugesagt. Das System gilt als hochmodern und steht bislang noch nicht einmal der Bundeswehr zur Verfügung. (dpa)

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Putin droht bei weiteren ukrainischen Angriffen mit noch härterer Antwort

  • 12:42 Uhr

Nach der Explosion mit erheblichen Schäden an der strategisch wichtigen Krim-Brücke hat der russische Präsident Wladimir Putin für den Fall weiterer ukrainischer Angriffe mit einer harten Reaktion Russlands gedroht. "Wenn die Versuche terroristischer Anschläge auf unser Gebiet fortgesetzt werden, werden die Antworten Russlands heftig ausfallen und in ihrem Ausmaß dem Niveau der Bedrohungen entsprechen", sagte Putin am Montag zum Beginn der vom Fernsehen übertragenen Sitzung des nationalen Sicherheitsrates in Moskau.

Russland habe schon am Montag landesweit "massive" Raketenangriffe in der Ukraine ausgeführt, bestätigte Putin. Am Samstag war die Kertsch-Brücke vom russischen Festland zu der von Russland annektierten Halbinsel Krim durch eine Bombenexplosion schwer beschädigt worden. Moskau nannte die Explosion einer Lkw-Bombe als Ursache und machte am Sonntagabend den ukrainischen Geheimdienst dafür verantwortlich.

Putin sagte nun bei der Sitzung des russischen Sicherheitsrates mit Blick auf die Raketeneinschläge in Kiew und anderen ukrainischen Städten am Montag: "Auf Vorschlag des Verteidigungsministeriums und entsprechend des Planes des Generalstabs wurden massive Angriffe mit Hochpräzisions-Waffen langer Reichweite gegen die Energie-, Militär- und Kommunikationsinfrastruktur der Ukraine ausgeführt." (afp)

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Bettina Stark-Watzinger (FDP), Bundesministerin fuer Bildung und Forschung.

G7-Sonderberatung mit Selenskyj am Dienstag nach Angriffen auf Ukraine

  • 12:22 Uhr

Nach den massiven Angriffen Russlands auf Städte in der Ukraine halten die Staats- und Regierungschefs der Gruppe der sieben großen Industriestaaten (G7) am Dienstag Sonderberatungen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ab. Es werde per Videokonferenz am Nachmittag stattfinden, teilte der Sprecher von Bundeskanzler Olaf Scholz, Steffen Hebestreit, am Montag in Berlin mit. Die Bundesregierung verurteile die schweren russischen Raketenangriffe "aufs Schärfste".

Scholz habe bereits am Montagvormittag mit Selenskyj telefoniert, sagte Hebestreit weiter. Der Kanzler habe dem ukrainischen Präsidenten "die Solidarität Deutschlands und der anderen G7-Staaten versichert". Deutschland werde "alles tun, um zusätzliche Hilfe zu mobilisieren und insbesondere bei der Reparatur und der Wiederherstellung der beschädigten und zerstörten zivilen Infrastruktur". Hebestreit nannte hier die Strom- und Wärmeversorgung.

Selenskyj werde zu Beginn der G7-Beratungen zugeschaltet, sagte Hebestreit. Bei den Beratungen gehe es neben der Lage in der Ukraine auch um Energiefragen und Preise an den Energiemärkten.

Deutschland hat in diesem Jahr den Vorsitz unter den G7-Staaten inne. Zu ihnen gehören auch Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA.

Hebestreit verwies darauf, dass Scholz bereits am Sonntag mit US-Präsident Joe Biden zum Ukraine-Konflikt telefoniert habe. Beide hatten Russlands Präsidenten Wladimir Putin daraufhin aufgefordert, die Kriegshandlungen in der Ukraine sofort einzustellen. Die russische Teilmobilmachung verurteilten sie als "schwerwiegenden Fehler". (AFP)

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Ostukrainische Großstadt Charkiw teilweise ohne Strom und Wasser

  • 12:01 Uhr

In der ostukrainischen Metropole Charkiw ist es nach russischen Angriffen teilweise zu Stromausfall gekommen. Es habe am Morgen drei Attacken aus der Luft gegeben, teilte Bürgermeister Ihor Terechow am Montag im Nachrichtenkanal Telegram mit. Ein Ziel sei die Energieinfrastruktur gewesen. "In einigen Teilen der Stadt ist der Strom weg, es gibt keine Wasserversorgung", erklärte Terechow. An der Behebung der Probleme werde gearbeitet.

Auch der ukrainische Gebietsgouverneur Oleh Synjehubow berichtete von Explosionen in der Stadt. "Der Feind schlägt mit Raketenangriffen auf Charkiw und die kritische Infrastruktur der Region Charkiw zu", teilte er per Telegram mit. Strom- und Wasserversorgung seien beschädigt. "Die Gefahr ist noch nicht vorüber. Bleibt in Deckung."

Die Stadt Charkiw mit - vor dem Krieg - etwa einer Million Einwohnern liegt knapp 30 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Russland führt seit dem 24. Februar einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. (dpa)

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FDP-Ministerin nach Raketenangriffen: Darauf "kann es nur eine Antwort geben"

  • 11:15 Uhr

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger hat die russischen Raketenangriffe verurteilt. Diese seien "ein neuer Tiefpunkt im russischen Terrorismus gegen die ukrainische Zivilbevölkerung", schrieb die FDP-Politikerin am Montag bei Twitter. "Auf diese Bilder kann es nur eine Antwort geben: die entschlossene weitere Unterstützung der Ukraine, gerade durch Waffenlieferungen", fügte sie hinzu.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland vorgeworfen, bei seinen Raketenangriffen auf Kiew und andere ukrainische Großstädte auf die Zivilbevölkerung und Energieanlagen zu zielen. "Wir haben es mit Terroristen zu tun", teilte Selenskyj am Montag bei Telegram mit. "Sie wollen Panik und Chaos, sie wollen unser Energieversorgungssystem zerstören."

Dutzende Raketen und iranische Drohnen seien auf Energieanlagen im ganzen Land abgefeuert worden, darunter auch auf Gebiete in der Westukraine, schrieb Selenskyj weiter. Das zweite Ziel seien Menschen. "Sie haben speziell eine solche Uhrzeit und solche Ziele gewählt, um so viel Schaden wie möglich anzurichten." Selenskyj rief die Zivilbevölkerung in seinem Land auf, in den Luftschutzräumen zu bleiben und sich an die Sicherheitsregeln zu halten. (dpa/hub)

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Bürgermeister Klitschko warnt vor weiteren Raketenangriffen auf Kiew

  • 10:40 Uhr

Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko hat vor weiteren Raketenangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew gewarnt. "Die russischen Terroristen hören nicht auf", schrieb Klitschko am Montag bei Telegram. Auch eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur berichtete aus dem Zentrum der Metropole von neuen Explosionen.

Klitschko forderte die Einwohner auf, nicht in die Stadt zu gehen und sich in Notunterkünfte zu begeben. "Nehmen Sie warme Kleidung, Wasser, einen Vorrat an Lebensmitteln und Ladegeräte für Telefone mit", appellierte er. Die U-Bahn befördere derzeit keine Fahrgäste. In Kiew fungieren die Metrostationen als Schutzbunker. Die Notfalldienste der Stadt seien im Einsatz, betonte Klitschko. (dpa)

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Bis Ende August mehr als 950.000 ukrainische Flüchtlinge gezählt

  • 10:07 Uhr

Bis Ende August sind in Deutschland rund 952.000 Flüchtlinge aus der Ukraine registriert worden. Die meisten Zuzüge seien im März (431.000) und April (198.000) und damit in den beiden ersten Monaten nach dem russischen Angriff gezählt worden, wie das Statistische Bundesamt am Montag auf Basis vorläufiger Ergebnisse mitteilte. Danach sank die Zuwanderung wieder, lag aber auch im Juli (58.000) und im August (70.000) deutlich über dem Vorjahresniveau von monatlich durchschnittlich 1.000 Zuzügen aus dem Land.

Seit Mai gingen Ukrainer auch verstärkt zurück: Von Februar bis einschließlich August wurden den Angaben zufolge 78.000 Fortzüge registriert. Die Nettozuwanderung nach Deutschland aus der Ukraine betrage demnach in dem Zeitraum 874.000 Personen. Das Bundesamt wies aber darauf hin, dass die Zahlen zu niedrig ausfielen, wenn Personen sich nicht bei den Behörden abmeldeten.

Aus der Ukraine seien in dem Zeitraum zu 65 Prozent Frauen und Mädchen gekommen. 37 Prozent der Eingewanderten waren minderjährig. Mit 96 Prozent hatte der weit überwiegende Anteil einen ukrainischen Pass, 0,35 Prozent hatten einen russischen und 0,23 einen deutschen Pass. (dpa)

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Mehrere Tote und Verletzte nach schweren Explosionen im Zentrum von Kiew

  • 09:44 Uhr

Bei den russischen Raketenangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew hat es Behördenangaben nach mindestens fünf Tote und zwölf Verletzte gegeben. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist der Tod von fünf und die Verletzung von zwölf Kiewern bestätigt", teilte der Berater des Innenministeriums, Anton Geraschtschenko, am Montag auf seinem Telegram-Kanal mit. Es sei auch ein Kinderspielplatz getroffen worden.

Die Raketenangriffe gelten als die Reaktion des Kreml auf die Explosion an der für Russland strategisch wichtigen Krim-Brücke.

Nach Beobachtungen der dpa-Korrespondentin im Zentrum von Kiew soll ein Feuerball am Himmel zu sehen gewesen sein. In sozialen Netzwerken waren Rauchwolken zu sehen. Andere Augenzeugen berichteten von drei bis vier Einschlägen. Die genaue Zahl war unklar.

Tote und Verletzte bei schweren Explosionen in Kiew

Das Zentrum der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist am Montagmorgen von schweren Explosionen erschüttert worden. Es gibt Tote und Verletzte. (Bildcredit: IMAGO / Ukrinform)

Ein AFP-Reporter sah in der Innenstadt mehrere Krankenwagen, die zum Ort der Explosionen fuhren. Vorher hatten Sirenen vor Luftangriffen gewarnt.

"Eine der Raketen ist beim Gruschewski-Denkmal in der Wolodymyr-Straße heruntergekommen. Die Rettungskräfte sind an der Arbeit", teilte der Berater des Innenministeriums, Anton Geraschtschenko, mit. Die Wolodymyr-Straße liegt direkt im Zentrum Kiews.

Zuvor hatte der Vizechef des russischen Sicherheitsrats, Dmitri Medwedew, der Ukraine Vergeltung für die Explosionen auf der für Russland strategisch wichtigen Krim-Brücke angedroht.

Kiew ist seit Beginn des russischen Angriffskriegs bereits mehrfach von russischen Raketen getroffen worden. Es war der schwerste Vorfall dieser Art und der erste Angriff auf die Stadt seit Monaten. (dpa/AFP/hub)

Sergej Schoigu, Russlands Verteidigungsminister

Russische Elite zunehmend wütend über Ukraine-Einsatz

Der russische Präsident Wladimir Putin feiert heute seinen 70. Geburtstag, doch Jubelstimmung dürfte im Kreml derzeit nicht aufkommen. Denn für die Armee läuft es schlecht in der Ukraine – und die Kritik am Militär und an Verteidigungsminister Sergej Schoigu nimmt zu. Erste Stimmen fordern dessen Rücktritt.

Luftalarm in der ganzen Ukraine, Einschläge in mehreren Großstädten

  • 08:56 Uhr

Nach schweren Explosionen in einer Reihe von Großstädten herrscht in fast allen Landesteilen der Ukraine Luftalarm. "Ein massiver Raketenangriff auf das Gebiet, es gibt Tote und Verletzte", teilte der Militärgouverneur der Region Dnipropetrowsk um die Industriestadt Dnipro, Walentyn Resnitschenko, am Montag auf seinem Telegram-Kanal mit. Über Einschläge berichten auch die Behörden von Lwiw, Chmelnyzkyj und Schytomyr. Russland führt seit Ende Februar einen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Resnitschenko rief die Bewohner des Gebiets dazu auf, in den Bombenschutzkellern zu bleiben. Getroffen wurden Berichten zufolge nicht nur die Gebietshauptstadt Dnipro, sondern auch die Städte Nikopol und Marhanez, die dem Atomkraftwerk Saporischschja gegenüber am anderen Ufer des Flusses Dnipro liegen. In der Großstadt Saporischschja war nach den nächtlichen Raketenangriffen am Morgen ebenfalls Luftalarm.

Vier Tote gab es Behördenangaben zufolge durch einen Raketenangriff in der ostukrainischen Großstadt Slawjansk im Gebiet Donezk. Der Einschlag sei im Stadtzentrum erfolgt, teilte Bürgermeister Wadym Ljach mit. In der westukrainischen Großstadt Lwiw seien schwere Explosionen zu hören, teilte der Bürgermeister Andrij Sadowyj mit. In mehreren Stadtteilen ist der Strom ausgefallen.

"Im Gebiet Chmelnyzkyj sind Explosionen zu hören. Die Flugabwehr ist im Einsatz", teilte auch der dortige Gouverneur, Serhij Hamalij, mit. Zu möglichen Opfern machte er keine Angaben. Medien berichten zudem von Explosionen in Schytomyr. Beide Regionen liegen westlich von Kiew. (dpa)

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London: Russland hält an "aufreibender" Offensive auf Bachmut fest

  • 08:46 Uhr

Trotz der ukrainischen Gegenoffensiven im Osten und Süden des Landes hält Russland nach britischer Einschätzung an seinem Angriff im Gebiet Donbass fest. Die Offensivoperationen nahe der Stadt Bachmut hätten für Russland hohe Priorität, teilte am Montag das Verteidigungsministerium in London mit. Die Fortsetzung der "aufreibenden" Donbass-Offensive trotz des erheblichen ukrainischen Drucks auf die Flanken zeige, wie sehr Russland unter Druck stehe, operative Erfolge zu erzielen, hieß es unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse. Zugleich unterstreiche das Vorgehen in der Ostukraine, wie unflexibel die russische Führung operiere.

"In der vergangenen Woche sind russische Streitkräfte entlang zweier Achsen bis zu zwei Kilometer auf die Stadt vorgerückt und sind einem Einmarsch in Bachmut näher gekommen, das durch Beschuss sehr stark beschädigt wurde", hieß es weiter. Die russischen Truppen würden auch Einheiten der Söldnergruppe "Wagner" umfassen sowie Sträflinge, die kürzlich aus russischen Gefängnissen entlassen wurden.

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Ende Februar unter Berufung auf Geheimdienstinformationen täglich Informationen zum Kriegsverlauf. Damit will die britische Regierung sowohl der russischen Darstellung entgegentreten als auch Verbündete bei der Stange halten. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor. (dpa)

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Neue Raketenangriffe auf Wohnhaus im ostukrainischen Saporischschja

  • 07:46 Uhr

Bei Raketenangriffen auf die ukrainische Großstadt Saporischschja im Südosten des Landes ist nach Behördenangaben in der Nacht ein Wohnhaus schwer beschädigt worden. "Durch einen Raketenangriff im Zentrum von Saporischschja ist erneut ein mehrstöckiges Wohnhaus zerstört worden", teilte der Militärgouverneur von Saporischschja, Olexander Staruch, am Montag mit.

Seinen Angaben nach gibt es Opfer. Zur Anzahl möglicher Toter oder Verletzter machte er keine Angaben. Der Gouverneur machte Russland für die Angriffe verantwortlich. Russland führt seit Ende Februar einen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Laut Staruch gab es insgesamt rund zehn Einschläge in der Stadt. Bereits am Vortag waren durch Raketenangriffe offiziellen Angaben zufolge zwölf Menschen getötet worden, als eine Rakete nachts in einem Wohnhaus einschlug. Am Montagmorgen gab es erneut Luftalarm.

Raketenangriffe meldeten auch mehrere andere Großstädte in der Ukraine. Stark getroffen wurde dabei einmal mehr die südukrainische Hafenstadt Mykolajiw. Gouverneur Witali Kim sprach von rund zehn Raketen. Opfer soll es bei der Attacke vorläufigen Angaben zufolge nicht gegeben haben. (dpa)

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Ex-Kremlchef Medwedew: Terroristen müssen zerstört werden

  • 00:23 Uhr

Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew hat nach der schweren Explosion auf der Krim-Brücke die Vernichtung der Verantwortlichen gefordert. "Alle Berichte und Schlussfolgerungen sind gemacht. Russlands Antwort auf dieses Verbrechen kann nur die direkte Vernichtung der Terroristen sein", sagte Medwedew, der mittlerweile Vize des russischen Sicherheitsrates ist, am Sonntagabend in einem Interview der kremlnahen Journalistin Nadana Friedrichson. "Darauf warten die Bürger Russlands", meinte er zudem vor einer Sitzung des Sicherheitsrats an diesem Montag, die Präsident Wladimir Putin leiten wird.

Am Samstagmorgen hatte eine Explosion die 19 Kilometer lange Brücke erschüttert, die Russland und die 2014 von Moskau annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim verbindet. Dabei wurde rund siebeneinhalb Monate nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine das für Russland strategisch und symbolisch wichtige Bauwerk schwer beschädigt. Offiziellen Angaben aus Moskau zufolge starben drei Menschen.

Putin hat den ukrainischen Geheimdienst SBU für den Anschlag verantwortlich gemacht. Die SBU-Zentrale liegt im Stadtzentrum in Kiew. Die Machtzentrale in Moskau hatte wiederholt gedroht, Kommandostellen in der ukrainischen Hauptstadt ins Visier zu nehmen, wenn der Beschuss russischen Gebiets nicht aufhöre. (dpa)

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Mit Material von dpa, Reuters und AFP

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