Seenotrettung

"Ich werde nicht darüber diskutieren, ob Seenotrettung richtig ist", sagte Carola Rackete kürzlich auf dem Kapitänstag in Bremen. Wie wird die Frage in der Rechtsphilosophie beurteilt? Ein Gespräch über Recht und Gerechtigkeit mit dem Rechtsphilosophen Peter Kasiske von der Universität Augsburg.

Italiens Innenminister verspottete Richard Gere wegen dessen Engagement für die Seenotrettung. Ein Treffen mit Matteo Salvini schließt der Hollywoodstar trotzdem nicht aus.

Angela Merkel hat zum Thema Seenotrettung Stellung bezogen: Sie will die Rettung von Migranten aus dem Mittelmeer nicht nur privaten Hilfsorganisationen überlassen, sondern fordert eine Wiederaufnahme der staatlichen Mission der EU-Länder. 

Über die umstrittene Rettungsaktion von "Sea-Watch 3"-Kapitänin Carola Rackete im Mittelmeer wird auch Wochen später noch emotional diskutiert. Klar ist: Sie hatte die Pflicht, den Geflüchteten in Seenot zu helfen. Aber hatte sie auch das Recht, sie nach Lampedusa zu bringen? Ein Gespräch über die komplexe Gesetzeslage auf See.

Hunderte Migranten sind dieses Jahr auf der Seeroute nach Europa bereits ums Leben gekommen. Die Europäer streiten weiter über Regeln. Rettungsorganisationen sind empört.

Seit dem umstrittenen Manöver der "Sea-Watch 3"-Kapitänin Carola Rackete wird der Streit um die Verteilung der Migranten emotionaler denn je geführt. Dabei ist die Zahl der Asylbewerber hier drastisch zurückgegangen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Seenotrettung.

Die Rettungsschiffe "Alan Kudri" und "Alex" liegen mit über 100 Migranten an Bord vor Italien, doch die Regierung bleibt hart, lässt sie nicht anlegen. Deutschland hat angeboten, einen Teil der Flüchtlinge aufzunehmen, doch gelöst ist das Problem damit noch lange nicht. Pro Asyl nennt das Tauziehen der EU-Staaten "unwürdig" und "erbärmlich". 

Kapitänin Carola Rackete hat das Rettungsschiff "Sea-Watch 3" in den Hafen von Lampedusa gesteuert. Dort wurde die Deutsche sofort festgenommen und das Schiff beschlagnahmt. Damit ist eine neue Eskalationsstufe im Streit um die Seenotrettung erreicht. Das Ende zeigt, dass beide Seiten bereit sind, bis zum Äußersten zu gehen.

Zehntausende Migranten rettete die "Aquarius" aus dem Meer. Jetzt wurde der politische Druck zu groß. Die Hilfsorganisation beendet den Einsatz des Schiffes. Ein Zeichen der Zeit: Migranten will in Europa keiner haben. Sie sterben im Verborgenen.

Der erzwungene Rückzug mehrerer Nichtregierungsorganisationen aus der Seenotrettung hat die Überfahrt über das Mittelmeer für Flüchtlinge gefährlicher gemacht. Jeder 18., der sich von Januar bis Juli über die zentrale Route auf den Weg gemacht hat, starb oder verschwand. 

Die spanische Seenotrettung hat vor der Südküste des Landes innerhalb von zwei Tagen mehr als 1.200 Flüchtlinge auf mehreren Dutzend Booten gerettet.