• Drei Sprintrennen werden in der Formel-1-Saison 2022 ausgetragen. Imola macht den Anfang.
  • Das Format wurde aufgewertet: Es werden mehr Punkte als 2021 vergeben.
  • Wichtig für Fans: Das Hauptrennen in Imola am Sonntag wird im Free-TV übertragen.

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Als Michael Schumacher die gelbe Lederjacke sah, wollte er das Interview abbrechen. Denn RTL-Reporter Kai Ebel hatte modisch mal wieder einen rausgehauen. Der 57-Jährige war bei einem Rennen in Spa vor einigen Jahren davon ausgegangen, dass es regnet, allerdings schien die Sonne. Schumacher "sagte, dass er das Interview abbrechen müsse, weil meine Jacke in der Sonne so grell war und er es ohne Sonnenbrille nicht aushalten würde", sagte Ebel bei "watson".

Es ist eine kleine, nette Anekdote aus der guten, alten RTL-Zeit. Inzwischen überträgt der Pay-TV-Sender Sky die Formel 1, die Motorsport-Königsklasse steckt also hinter einer Bezahlschranke. Am kommenden Wochenende in Imola allerdings nicht komplett, denn das vierte Saisonrennen läuft nicht nur bei Sky, sondern auch im Free-TV. Möglich macht es eine Sublizenz, die Sky wie schon 2021 an RTL vergeben hat, weshalb der Kölner Privatsender in diesem Jahr vier Rennen live zeigen kann.

Zeitplan wird durcheinandergewürfelt

Die schlechte Nachricht: Leider zeigt RTL "nur" das Rennen am Sonntag (15 Uhr), dabei wird in Imola deutlich mehr geboten. Denn auf dem "Autodromo Enzo e Dino Ferrari" findet am Samstag (16:30 Uhr) das erste Sprintrennen des Jahres statt.

Sprint? Ja, die Formel 1 hatte dieses Format bereits 2021 eingeführt, auch 2022 wird an drei Rennwochenenden (Imola, Spielberg und São Paulo) zusätzlich ein verkürztes Rennen über 100 Kilometer ausgetragen, das ist rund ein Drittel der üblichen Rennlänge.

Das hat Folgen für den Zeitplan, denn nach einem ersten freien Training am Freitag findet anschließend ab 17 Uhr das klassische Qualifying statt. Bei der Zeitenjagd wird die Startaufstellung für den Sprint am Samstag ermittelt. Das Ergebnis des "Mini-GP" ist dann wiederum maßgeblich für die Startaufstellung für den Großen Preis am Sonntag.

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Mehr Unterhaltung und Action

Wozu das Ganze? Um die Unterhaltung zu erhöhen und die drei Rennwochenenden sportlich aufzuwerten. Der ursprüngliche Plan, 2022 sogar sechs Sprint-Rennwochenenden auszutragen, wurde aus Kostengründen verworfen. Dafür nahmen die Verantwortlichen nach den Erfahrungen aus der ersten Saison ein paar Änderungen vor.

Die wichtigste Neuerung: die Ausbeute. Gab es 2021 lediglich drei, zwei und einen Punkt für die Top drei, werden nun die ersten acht Fahrer mit acht, sieben, sechs usw. Punkten belohnt. Das soll zusätzliche Schärfe in die Sprints bringen, denn in der Vergangenheit verzichteten Fahrer und Teams angesichts des Rennens am Sonntag oft auf zu viel Risiko. Dass die Formel 1 in dieser Saison mit einem überarbeiteten Reglement und modifizierten Autos in eine neue Ära gestartet ist und sich einige Teams noch nicht komplett sortiert haben, dürfte für noch mehr Würze sorgen.

Fakt ist: Die Zusatzpunkte können im WM-Kampf eine wichtige Rolle spielen. In der vergangenen Saison hatte Weltmeister Max Verstappen am Ende acht Punkte Vorsprung auf Widersacher Lewis Hamilton. Verstappen hatte bei den drei Sprints sieben Zähler eingefahren. Rekordsieger ist übrigens Valtteri Bottas, der Finne entschied im Mercedes zwei Sprints für sich.

Auch die Statistiker wurden bei den Änderungen berücksichtigt: Die "offizielle" Pole Position bekommt nun wieder der schnellste Fahrer aus dem Qualifying, nicht mehr der Sieger des Sprints. Was dann zu der skurrilen Situation führen kann, dass der Pilot, der offiziell die Pole geholt hat, im Hauptrennen am Sonntag nicht auf Startplatz eins steht.

Erste Punkte für Mick?

Für Mick Schumacher ist der Sprint eine weitere Möglichkeit, seine ersten Punkte in der Formel 1 zu holen. Haas präsentierte sich mit dem neuen Boliden bislang überraschend stark. Auch in Imola? Schumacher ist optimistisch. "Mit unserem Auto sollte es in Ordnung sein, wir sollten in der Lage sein, am Wochenende alles recht schnell zusammen zu bekommen", sagte der 23-Jährige. Man habe eine gute Idee, man müsse keine großen Änderungen vornehmen, so Schumacher, "also werden wir hoffentlich gut dabei sein und ein gutes Wochenende haben".

Dann gibt es vor dem Rennen am Sonntag vielleicht auch ein Interview mit Kai Ebel. Möglicherweise ja sogar in einer gelben Lederjacke. Für den Rennsonntag ist Regen vorhergesagt.

Verwendete Quellen:

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