Es ist mal etwas Positives. Sebastian Vettel fährt auf Platz eins im zweiten Freien Training von Ungarn. Die Bedingungen sind allerdings so, dass die Zeiten und Platzierungen kaum Rückschlüsse zulassen. Vorher hatte Lewis Hamilton ohnehin schon für Klarheit gesorgt.

Mehr zum Thema Formel-1 finden Sie hier

Im Regen von Budapest hat Sebastian Vettel mit der ersten Trainingsbestzeit in dieser Saison für einen ersten Stimmungsaufheller für die leidgeplagten Ferraristi gesorgt. Im zweiten Freien Training am Freitagnachmittag gelang dem viermaligen Formel-1-Weltmeister die schnellste Runde bei schwierigen Bedingungen mit Regen und einer abkühlenden rutschigen Strecke.

Vettel verwies WM-Spitzenreiter Valtteri Bottas auf den zweiten Platz mit 0,272 Sekunden Vorsprung. Dritter wurde Carlos Sainz im McLaren - Vettels designierter Nachfolger bei der Scuderia ab nächster Saison.

Lewis Hamilton verzichtete im Mercedes nach seinem Regensieg in Spielberg dagegen auf eine gezeitete Runde. Gut fünf Minuten vor dem Ende stieg er aus seinem noch immer schwarz lackierten Silberpfeil.

Aber Vorsicht: Unter anderen Bedingungen am Morgen fuhren Hamilton und Bottas in einer eigenen Liga und dem Rest auf und davon. Hamilton gelang auf der härtesten und damit langsamsten Reifenmischung die Bestzeit. Der sechsmalige Weltmeister war 86 Tausendstelsekunden schneller als Bottas auf dem Medium-Gummis.

Vettel-Chef zieht positives Fazit

Mit über einer halben Sekunde mehr als Hamilton folgten Sergio Perez und Lance Stroll im Racing Point - dem Wagen, gegen den Renault Protest wegen angeblich zu großer Ähnlichkeit eines bestimmten Bauteils mit dem Vorjahreswagen von Partner Mercedes eingelegt hat - und zudem als möglicher Rennstall von Vettel im kommenden Jahr gehandelt wird.

Immerhin konnte Vettels jetziger Chef erst mal ein befriedigendes Fazit ziehen. "Wir mussten in der Morgen-Einheit Daten sammeln, das war wichtig", sagte Mattia Binotto. Vettel hatte in den ersten anderthalb Stunden Platz sechs, Charles Leclerc Rang sieben belegt. Die Daten zeigten aber auch: Beide hatten über 1,2 Sekunden Rückstand auf Hamilton.

Max Verstappen, der sich vor einem Jahr im Rennen erst kurz vor Schluss von Hamilton abgefangen worden war, landete nur auf Rang acht mit fast anderthalb Sekunden mehr. "Nicht überrascht, enttäuscht trifft es eher", kommentierte Red-Bull-Chefingenieur Marcin Budkowski die immense Lücke. Im zweiten Training kam der Niederländer auf Platz sieben. Die beiden Racing Points wurden Vierter (Stroll) und Fünfter (Perez).

Viel Aussagekraft dürften die Zeiten und Platzierungen jedoch nicht haben, selbst wenn auch am Samstag und Sonntag eventuell regen sollte, wenn die Qualifikation (15.00 Uhr/Sky und RTL) und das Rennen (15.10 Uhr/Sky und RTL) stattfinden. Nach wie vor wird Hamilton als Topfavorit in das dritte Rennen in drei Wochen gehen. Gelingt ihm der achte Sieg auf dem Hungaroring in Ungarn, stellt er einen weiteren Rekord von Michael Schumacher ein, der achtmal in Magny Cours den Großen Preis von Frankreich gewonnen hatte.

Im WM-Klassement hat Hamilton sechs Punkte weniger als Bottas. Vettel holte in zwei Rennen erst einen Punkt und wird auf Rang 15 geführt.  © dpa

Bildergalerie starten

Die besten Bilder der Formel-1-Saison 2020

Die Formel 1 fährt in der Corona-Pandemie fast ohne Zuschauer: Wir zeigen Ihnen die besten Bilder der Saison 2020.