Vor fünf Jahren hat Stefan Kießling das berühmteste seiner 144 Bundesliga-Tore geschossen. Denn es hätte nicht zählen dürfen. Der Ball flog durch ein Loch im Netz von außen über die Linie. Weil Kießling auf dem Feld nichts dazu sagte, galt er vielen als Schummler. Wie Kießling jetzt zugab, nahm er es gegenüber seinem Verein mit der Wahrheit über Jahre auch nicht so genau.

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Stefan Kießling hat gestanden. In einem Interview mit der "Sport Bild" plauderte der 34-Jährige aus, für seinen Verein Bayer 04 Leverkusen über Jahre nicht den vollen Einsatz gebracht zu haben.

Im Rahmen der Saisonvorbereitung hätte Kießling eigentlich zahlreiche Ausdauerläufe absolvieren müssen. Doch so genau nahm er es damit nicht - und seine Ehefrau Norina unterstützte ihn dabei nach Leibeskräften, wie Kießling in der "Sport Bild" schildert. "Man bekommt eine Pulsuhr, auf der alle Läufe gespeichert werden. Da meine Frau sehr sportlich ist, hat sie mit der Pulsuhr auf dem Cross-Trainer den einen oder anderen Lauf nach den Vorgaben für mich gemacht."

Das gelang Frau Kießling so gut, dass die Schummelei "niemand nachvollziehen konnte", wie Kießling nicht ohne Stolz bemerkt.

Lieber am Strand als auf dem Band

Vor seiner letzten Profi-Saison genoss Kießling mit seiner Gattin die Sonne Mexikos. "Ich wusste natürlich, wann die Jungs im Urlaub anfangen müssen zu laufen. Wir waren gerade in Mexiko, und da habe ich bewusst zu meiner Frau gesagt: 'Schatz, ich gehe heute nicht mit in den Fitness-Raum. Ich bleibe lieber am Strand.'"

Weder fehlende Treffsicherheit, noch mangelnder Einsatz waren Stefan Kießling während seiner Karriere je vorzuwerfen. 2010 durfte der damals 26-Jährige sogar mit zur WM nach Südafrika, wurde Dritter. Drei Länderspiele stehen in der Vita des ehemaligen Nürnberger Angreifers.

Beförderung in die Geschäftsführung

Bayer Leverkusen, das Kießling 2006 für 6,5 Millionen Euro vom Club an den Niederrhein holte, hat seinem einstigen Kapitän dessen Schummelei verziehen. Kießling assistiert seit dem 1. Oktober 2018 Bayers Geschäftsführer Sport, Rudi Völler.

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