Die beiden besten Kader der Bundesliga: Borussia Dortmund fordert den FC Bayern heraus

Deutschlands Fußballfans fiebern dem nächsten Clásico der Bundesliga entgegen. Meister FC Bayern München reist zum Auftakt des 28. Spieltags zu Vizemeister Borussia Dortmund. Der Erste gastiert beim Zweiten. Im Hinspiel hieß es klar 4:0 für die Bayern. Wir sagen, wie die einzelnen Spieler in Form sind.

Mit Manuel Neuers jahrelanger Konstanz auf höchstem Niveau und dessen Erfahrung kann Dortmunds Roman Bürki nicht mithalten. Längst aber hat sich der ehemalige Freiburger zum sicheren Rückhalt Borussia Dortmunds entwickelt.
Im Tor des FC Bayern gibt es derzeit keine aqäquate Alternative zu Neuer. Der 34-Jährige hat mit etwas Verzögerung seine Unterschrift unter einen neuen Vertrag bis 2023 gesetzt. Er hat sich in der laufenden Saison wieder auf Weltklassniveau eingependelt.
Wie Neuer, ist auch Lukasz Piszczek mittlerweile 34 Jahre alt. Der polnische Außenverteidiger spielt seine zehnte Saison in Dortmund. Er gilt als ruhig und zuverlässig, wird mitunter über seine Schussstärke aber auch torgefährlich.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat sich der Weltmeister aus Frankreich auf der rechten Abwehrseite des FC Bayern München unentbehrlich gemacht. Der frühere Stuttgarter traf in der Bundesliga bereits drei Mal und legte drei Tore auf.
Für Mats Hummels ist das Duell mit den Bayern eine Reise in die eigene Vergangenheit. Er trifft auf viele gute Freunde und Bekannte. Der Routinier aber darf keine Geschenke verteilen. Im Hinspiel traf er zum 0:4-Endstand ins ins eigene Tor.
Jerome Boateng wollte den FC Bayern München in den vergangenen beiden Jahren mehrfach verlassen. Doch weder in Paris noch in Turin spielt der Weltmeister heute. Verletzungspech - diesmal nicht sein eigenes - hat dem 31-jährigen Innenverteidiger wieder einen Stammplatz verschafft.
Der Schweizer Manuel Akanji stand in Dortmund im Winter auf der Verkaufsliste. Am großen Talent des 24-Jährigen besteht kein Zweifel. Allerdings reißt der Defensivallrounder auf dem Platz nicht die meisten Kilometer ab.
Seit vielen Jahren profitiert der FC Bayern München von der Vielseitigkeit seines Dauerbrenners David Alabas. In Abwehr und Mittelfeld kann der Österreicher dank seines technischen und taktischen Vermögens auf jeder Position spielen.
Seit Sommer 2018 ist Achraf Hakimi von Real Madrid an Borussia Dortmund ausgeliehen. Der schnelle Außenverteidiger liefert in der laufenden Saison jedes Argument für eine Daueranstellung. Hakimi traf zuletzt in Wolfsburg zum vierten Mal. Schon zehn Treffer hat er in dieser Spielzeit aufgelegt.
Bayern Münchens Entdeckung der laufenden Saison kommt aus Kanada. Alphonso Davies hat die Chance, die ihm das Verletzungspech (Süle, Hernandez, Martinez) der Kollegen bot, genutzt. Aus dem Stürmer ist ein stürmender Verteidiger geworden. Das Juwel im Bayern-Kader.
Der Ex-Münchner Emre Can hat vor dem Gipfeltreffen kräftig die Werbetrommel für Schwarz-Gelb gerührt. Mit der ihm eigenen Dynamik stellte der Nationalspieler klar, am Saisonende vor den Bayern landen zu wollen. Can kam im Winter aus Turin und wurde auf Anhieb zum Führungsspieler.
A propos Führungsspieler: Joshua Kimmich gehört zu den Dreh- und Angelpunkten beim FC Bayern. Von der rechten Außenbahn ist der Nationalspieler in die defensive Zentrale des Mittelfelds gerückt. Liefert gerne Torvorlagen, bisher sechs in dieser Bundesligasaison.
Seit der Corona-Pause blüht Mahmoud Dahoud auf. Es entsteht der Eindruck, als befreiten den 24-Jährigen die von Fans befreiten Tribünen. Der einstige Gladbacher aber kämpft beim BVB in seinem dritten Jahr noch immer um Anerkennung.
Leon Goretzkas 1:0 zuletzt gegen Eintracht Frankfurt hat die technische Potenz des früheren Schalkers einmal mehr untermauert. Dazu kommt seine deutlich verbesserte Zweikampfstärke. Weder in München noch in der Nationalelf führt an dem Confed-Cup-Sieger von 2017 zukünftig ein Weg vorbei.
Hätte Raphael Guerreiros Wechsel nach Paris im vergangenen Herbst geklappt, wäre der Portugiese nun bereits französischer Meister mit dem deutschen Trainer Thomas Tuchel. So schoss er erst zwei Tore für den BVB gegen Schalke und eines in Wolfsburg. Seit dem Restart in blendender Verfassung.
In fittem Zustand ist Kingsley Coman für jede Defensive eine permanente Bedrohung. Als 23-Jähriger bestreitet der Franzose bereits seine fünfte Saison beim FC Bayern München. Comans Antritt zwingt den Gegner fast immer zu einem Foul.
Es hat gedauert, ehe der aus Gladbach verpflichtete Belgier Thorgan Hazard in Dortmund als Verstärkung wahrgenommen wurde. Immerhin investierte der BVB 25,5 Millionen Euro Ablöse in den Bruder von Eden Hazard. Inzwischen zahlt der schnelle Außenstürmer mit Leistung zurück.
Auch Thomas Müller rechtfertigt das Vertrauen in seine Person. Niko Kovac ließ den Weltmeister mehr oder minder links liegen und befeuerte Abschiedsdebatten um das Urgestein des FC Bayern. Seit Hansi Flick den Meister trainiert, kommt Müllers Unberechenbarkeit wieder voll zum Tragen.
Julian Brandt, Dortmunder Neuzugang aus Leverkusen, musste sich vom früheren BVB-Kapitän Michael Rummenigge im Herbst als C-Jugendspieler verunglimpfen lassen. Zuletzt spielte der schnelle Angreifer im Derby gegen Schalke groß auf. Technisch versiert und im Zweifel kaum zu halten.
Seit der olympischen Silbermedaille 2016 ging es für Serge Gnabry nur noch bergauf. Spielte sich 2018/19 nach seinem Abstecher nach Bremen auch beim FC Bayern ins Rampenlicht. Schnell, trickreich und torgefährlich. Traf im Hinspiel gegen Dortmund zum zwischenzeitlichen 2:0.