Es ist nach wie vor gerade einmal vier Monate her, dass der FC Bayern mit dem damaligen Coach Niko Kovac durch ein tiefes Tal schritt. Schwache Leistungen im Wochentakt, dazu katastrophale Ergebnisse wie das 1:5 in Frankfurt Anfang November. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Münchner auf Rang vier der Tabelle. Einen Punkt vor dem Neunten und mit mehr Gegentoren als Union Berlin. Seitdem hat sich das Blatt komplett gewandelt.

Steffen Meyer
Eine Kolumne
von Steffen Meyer

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Hansi Flick hat den Klub zurück in die Erfolgsspur geführt - mit inzwischen fast komfortablen vier Punkten Vorsprung auf Borussia Dortmund.

Doch nicht nur in der Tabelle liegen die Bayern vorn. Inzwischen führt das Team beinahe alle relevanten Statistiken an. Der Blick in die Daten verrät die Details.

FC Bayern bei Toren und Gegentoren top

Keine Bundesliga-Mannschaft hat zu diesem Zeitpunkt so viele Tore erzielt wie der FC Bayern. 73 sind es inzwischen insgesamt. 3,3 sind es bisher im Schnitt in der Rückrunde. Zum Zeitpunkt von Kovacs Rauswurf waren es 2,5. Noch deutlicher wird der Unterschied bei den Gegentoren. Unter Kovac waren es 1,6 pro Spiel. In der Rückrunde sind es inzwischen nur noch 0,5. Insgesamt hat keine Mannschaft so wenige Gegentore hinnehmen müssen wie der FC Bayern (23).

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Schon über die gesamte Saison konstant sind dagegen die Werte von Robert Lewandowski. Mit 25 Treffern führt der Pole die Torjägerliste mit ordentlichem Abstand an. Nur Timo Werner (21) kann hier einigermaßen mithalten. Ansonsten kommt derzeit kein Bundesliga-Spieler auf 15 oder mehr Tore. Passend dazu führt Lewandowski auch die Torschuss-Statistik an. 108 Torschüsse stehen für ihn insgesamt zu Buche. Das sind 4,7 pro Spiel. Absoluter Bestwert. Viermal zieht Lewandowski dabei innerhalb des Sechzehners ab.

Auch diesen Wert erreicht kein anderer Bundesliga-Spieler. Auch als Mannschaft insgesamt liegen die Münchner mit 18,8 Schüssen pro Partie auf Rang eins. Gleichzeitig lässt niemand so wenige Schüsse zu wie die Bayern (9,1 pro Partie).

Bei den Assists steht ein anderer Münchner ganz vorne. Thomas Müller, der eine überragende Rückrunde spielt, thront hier mit 16 Torvorlagen gemeinsam mit Jadon Sancho an der Spitze. Bei den Torschussvorlagen liegt Müller nur knapp hinter Leipzigs Nkunku auf Rang zwei.

Unter Flick balldominant wie in früheren Jahren

Inzwischen haben die Bayern auch in allen Ballbesitzstatistiken die Spitzenplätze eingenommen. Ganz so extrem wie vor Jahren unter Guardiola ist das Münchner Ballbesitzspiel zwar auch unter Flick nicht, doch die Bayern sind inzwischen in der Lage, viele Spiele mit hohem Ballbesitz und vielen Ballzirkulationen zu dominieren. 63 Prozent Ballbesitz haben die Münchner im Schnitt pro Spiel. Mit einigem Abstand der Bestwert vor Bayer Leverkusen. Die Passquote von 89 Prozent ist ebenfalls Ligaspitze - und das bei rund 670 Pässen pro Partie.

Auch individuell sind die Bayern hier top. Joshua Kimmich verzeichnet derzeit die meisten Ballkontakte aller Bundesliga-Spieler. David Alaba spielt derweil die meisten Pässe (86 pro Spiel). Beide tragen aus ihren zentralen Rollen gerade unter Flick einen riesigen Anteil im Ballvortrag. Die meisten langen Pässe aller Feldspieler gelingen übrigens Spielgestalter Thiago mit über sechs pro Partie. Vor ihm stehen hier nur Torhüter.

Thiago auffällig verbessert

Überraschend ist, dass Thiago auch in der Dribbling-Statistik ganz vorne steht. Hier hat sich der Spanier in den vergangenen Spielzeiten auffällig verbessert. Mit drei erfolgreichen Dribblings pro Partie liegt er gemeinsam mit seinem Teamkollegen Alphonso Davies auf Rang eins. Auch hier also zwei Bayern vorne. Gleiches gilt für die Laufstatistik, die von Joshua Kimmich angeführt wird. Kein Bundesliga-Spieler läuft aktuell so viel wie der deutsche Nationalspieler (über 12 Kilometer pro Partie).

Nun ergeben die blanken Statistiken nur selten das ganze Bild. Und doch ist es auffällig, wie stark sich die Münchner in beinahe allen relevanten statistischen Kennzahlen an die Spitze gearbeitet haben. So ist die Siegesserie der vergangenen Wochen kein Zufall.

Die Bayern stehen wieder dort, wo sie sich selbst am liebsten sehen. An der Spitze.

Quellen:

  • Daten von whoscored.com

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