In der Diskussion um den wahrscheinlichen Neustart der Fußball-Bundesliga noch im Mai fordert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei möglichen Verstößen gegen die formulierten Corona-Auflagen ein konsequentes Einschreiten der DFL.

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn von der CDU hat im Falle einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Bundesliga ein konsequentes Handeln bei Verstößen gegen die Corona-Auflagen gefordert.

Jens Spahn nimmt Bezug auf den Fall Salomon Kalous

"Wir haben in den letzten Tagen gesehen, bei dem einen oder anderen muss das Verständnis dafür, dass es hier um etwas geht, offensichtlich noch geweckt werden", sagte Spahn am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin".

Deswegen sei "ein klares Durchgreifen" der Deutschen Fußball Liga und der einzelnen Teams "ganz, ganz wichtig".

Der Hertha-Profi Salomon Kalou hatte am Montag Szenen aus der Umkleidekabine mit seinem Handy gefilmt und bei Facebook live verbreitet, auf denen zu sehen war, wie er vielen Teamkollegen die Hand gab. Das widerspricht dem Hygienekonzept, das die DFL den Vereinen vorschreibt, um die Saison fortsetzen zu können.

Zehn Corona-Fälle im Profifußball: Kalou sorgt für Entsetzen

Nach dem Wirbel um die positiven Tests beim 1. FC Köln sind weitere Bundesliga-Clubs betroffen. Die Quarantäne-Regeln bleiben ein neuralgischer Punkt vor der Entscheidung der Politik. Ein Fußballer konterkariert alle Hygiene-Maßnahmen.

Die geplante Fortsetzung der Saison mit Geisterspielen verteidigte Spahn wenige Stunden vor den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel mit den Regierungschefs der Länder.

Spahn: "Der Profisport braucht wieder eine Perspektive"

Es sei wichtig, dem Profisport "insgesamt eine Perspektive zu geben, auch dort geht es um wirtschaftliche Fragen", sagte Spahn im ZDF und ergänzte: "Aber mein Eindruck ist, auch viele Millionen Fans in Deutschland fragen natürlich, wann es dort wieder losgehen kann."

Der Bund will dem deutschen Profi-Fußball nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur die Wiederaufnahme des seit Mitte März wegen der Corona-Krise ausgesetzten Spielbetriebes in der 1. und 2. Bundesliga erlauben. "Dem Beginn des Spielbetriebs muss eine zweiwöchige Quarantänemaßnahme, gegebenenfalls in Form eines Trainingslagers, vorweggehen", heißt es in der der dpa in Berlin vorliegenden Beschlussvorlage. Ein genauer Termin ist offen gelassen. (dpa/hau)