Ausgerechnet Michel Platini fordert den Rücktritt vom FIFA-Boss. Der Ex-UEFA-Präsident wirft Gianni Infantino Geheimtreffen mit dem Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber während laufender Ermittlungen gegen die FIFA vor.

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Der ehemalige Präsident des Europäischen Fußballverbands (UEFA), Michel Platini, hat den Rücktritt von Gianni Infantino als Präsident des Fußballweltverbands FIFA gefordert. Der Franzose kritisierte Geheimtreffen zwischen Infantino und dem Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber während laufender Ermittlungen gegen die FIFA.

"Infantino und Lauber halten sich für unantastbar und über dem Gesetz stehend", sagte der 64-Jährige in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der Schweizer Zeitschrift "L’Illustré".

Sommermärchen-Prozess eingestellt

Lauber steht unter anderem wegen der schleppend vorangegangenen Ermittlungen im Sommermärchen-Prozess um die WM 2006 in der Kritik. Das Schweizer Verfahren gegen deutsche Fußball-Funktionäre wegen ungeklärter Zahlungen im Zusammenhang mit dem Turnier vor 14 Jahren ist im April wegen Verjährung eingestellt worden.

FIFA-Boss Gianni Infantino

Platini bezeichnete sich als Opfer eines Komplotts. Er habe 2016 eine große Mehrheit für seine Bewerbung als FIFA-Chef gehabt.

Infantino, zu dem Zeitpunkt bei der UEFA "mein Generalsekretär", wie Platini es ausdrückte, habe dies hintertrieben. Er bezeichnete den FIFA-Chef aus der Schweiz als Manipulator und Opportunisten.

Platini seit 2015 für mehrere Jahre gesperrt

Platini war wie der damalige FIFA-Präsident Sepp Blatter 2015 für mehrere Jahre für alle Fußball-Aktivitäten gesperrt worden. Grund war eine dubiose Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken, die Platini 2011 von Blatter erhielt.

Die beiden haben stets argumentiert, es habe sich dabei um eine verspätete Gehaltszahlung für Beratertätigkeiten gehandelt.

Die Gerichtskommission des Schweizer Parlaments wollte am Mittwoch über eine Vorladung Laubers beraten. Das wäre ein erster Schritt zu einem Amtsenthebungsverfahren.

Die Aufsichtsbehörde der Bundesanwaltschaft hatte Lauber wegen der Geheimtreffen mit Infantino 2016 und 2017 Pflichtverletzungen vorgeworfen. Er legte Beschwerde ein. Das Bundesverwaltungsgericht hat sich noch nicht geäußert.  © dpa

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