• Mit dem Gewinn des WM-Titels 2014 hat Joachim Löw sich ins Geschichtsbuch des deutschen Fußballs eingeschrieben.
  • Zwei Jahre als Assistent und anschließende 15 Jahre als Bundestrainer prägte der ehemalige U-21-Nationalspieler eine der erfolgreichsten Phasen der Nationalmannschaft.
  • Zum Abschied dankt ihm der Bundespräsident. Löw wirkt sichtlich angespannt.

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Joachim Löw verschränkte die Arme auf den Rücken, sein Lächeln strahlte eher Nervosität als Selbstsicherheit aus. In der Nähe des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier wirkte Löw leicht gehemmt, schließlich wird auch ein Weltmeister-Trainer nicht oft ins Schloss Bellevue eingeladen. Zu einem gemeinsamen Mittagessen zu seinen Ehren erst recht nicht.

Grund für Nervosität gab es aber keinen, Löw wurde von Steinmeier am Mittwoch in den Himmel gelobt. Der langjährige Bundestrainer habe nicht nur "Historisches für den deutschen Fußball" geleistet, sondern sich auch "um den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und das Ansehen unseres Landes in der Welt" verdient gemacht, sagte Steinmeier.

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Deutschlands Weltmeister-Trainer von 2014, Joachim Löw, lauscht der Laudatio des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier anlässlich von Löws Verabschiedung im Schloss Bellevue.

Bundespräsident Steinmeier dankt Weltmeister-Trainer Löw "im Namen von ganz Fußball-Deutschland"

"Deshalb freue ich mich, dass ich Ihnen heute zum Abschied Dank sagen kann, im kleinen Kreis, aber im Namen von ganz Fußball-Deutschland", ergänzte der Bundespräsident, der in Löw einen "Erneuerer und Visionär" sieht. "Ihre Kunst, mit Menschen umzugehen, Ihre Fähigkeit, jeden Einzelnen im Ensemble noch besser zu machen, all das macht Sie als Trainer der goldenen Generation aus", meinte der SPD-Politiker.

Löw habe den Menschen in Deutschland "viele Momente geschenkt, die im Gedächtnis unserer Nation bleiben werden" - allen voran der WM-Titel 2014 in Brasilien und als Co-Trainer die unvergessene Heim-WM 2006. "Wir danken heute einem Trainer, der mit seiner Mannschaft auch das Bild unseres Landes in der Welt geprägt hat", so Steinmeier.

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Steinmeier: Löw ist heimatverbunden, aber nie spießig

Der Bundespräsident zeigte sich auch von Löws Gratwanderung zwischen Heimatverbundenheit und Weltoffenheit begeistert. "Joachim Löw, das war und das ist für viele 'der Jogi', ein Heimatverbundener, fest verwurzelt im Schwarzwald, in Schönau und Freiburg im Breisgau", sagte er, "zugleich aber ein Weltreisender, nie spießig und rückwärtsgewandt, sondern immer offen für Neues".

Für den neuen Lebensabschnitt wünschte Steinmeier dem ehemaligen Bundestrainer viel Glück und vor allem Zeit, "um durchzuatmen und neue Kraft zu schöpfen. Und ich bin mir sicher, dass längst neue Ideen und Ziele in Ihnen wachsen, Pläne für das Spiel, das jetzt vor Ihnen liegt."

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Löw war nach dem Achtelfinal-Aus bei der EURO im vergangenen Sommer zurückgetreten, drei Jahre zuvor hatte er das historische WM-Vorrunden-Aus in Russland zu verantworten gehabt. Neben dem WM-Titel 2014 gewann Löw mit der Nationalmannschaft auch den Confed-Cup (2017). Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wird den Vorgänger von Hansi Flick beim WM-Qualifikationsspiel am 11. November in Wolfsburg gegen Liechtenstein offiziell verabschieden. (SID/hau)

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