Marko Arnautovic wählt deutliche Worte, wenn er nach der Zukunft von Teamchef Marcel Koller gefragt wird. Wenn es nach ihm geht, gibt es nur eine richtige Entscheidung.

Noch vor den Oktober-Spielen der WM-Qualifikation gegen Serbien und Moldawien soll sich entscheiden, wie es mit ÖFB-Teamchef Marcel Koller weitergeht. Ein irres Gerücht macht bereits die Runde, der Schweizer könnte bald Rapid coachen.

Horst Lumper, Präsident des Vorarlberger Fußballverbandes, hatte gar anklingen lassen, die Nationalmannschaft brauche einen Trainer, der mehr vom österreichischen Fußball verstehe. Das sei schließlich nicht immer so leicht, sagte er dem ORF Vorarlberg.

Zwar habe Koller das ÖFB-Team auf ein neues Niveau gehoben und mit der Mannschaft viel erreicht, allerdings stelle sich nach einem nicht erreichten Ziel - der WM-Qualifikation - die Frage nach einem Trainerwechsel. Ein geeigneter Kandidat in seinen Augen sei zum Beispiel Andreas Herzog.

Doch so weit ist es noch nicht - und wird es auch nicht kommen, wenn es nach Marko Arnautovic geht. In einer emotionalen Rede nach dem 1:1 im Heimspiel gegen Georgien stellt der 28-Jährige klar, dass er seinen Teamchef unbedingt behalten will. "JEDER will das! Nicht nur ich", betonte Arnautovic im Gespräch mit Laola1.

"Wenn ich lese oder höre: 'Koller muss weg' oder 'Koller raus', kriege ich so einen Hals! Das geht nicht!", wetterte der Wiener. "Hört's auf mit dem!"

Arni: Nicht der Trainer hat Schuld an Leistungen

In den sechs Jahren, seitdem Koller die Mannschaft übernommen habe, habe er viel aus ihr gemacht, betonte der Stürmer. Die schlechte Leistung sei aber Sache des Teams und nicht des Trainers.

"Jetzt geht es gerade nicht. Aber wir sind die, die am Platz stehen. Wir sind das!", nahm Arnautovic den Teamchef in Schutz.

"Er gibt uns vor dem Spiel und die ganze Woche auf dem Trainingsplatz vor, was wir gegen Georgien machen müssen, was wir gegen Wales machen müssen. Wir sind schuld, dass wir nicht gewinnen! Der Trainer hat sich großen Respekt verdient!"

Kollers Vertrag endet nach der WM-Quali

Marcel Kollers Vertrag läuft mit Ende der WM-Qualifikation aus. Bisher hat sich der 56-Jährige noch nicht dazu geäußert, ob ihm an einer Verlängerung gelegen wäre. In den kommenden Tagen stehen Gespräche mit Sportdirektor Willi Ruttensteiner und dem Präsidenten des ÖFB, Leo Windtner, an.

Sollte Koller sich gegen eine Vertragsverlängerung entscheiden, wäre das für Arnautovic in Ordnung: "Natürlich, jeder Mensch trifft seine eigenen Entscheidungen."

Aber: "Wir denken gar nicht, dass er rausgeworfen wird oder selber geht. Er würde natürlich mit uns darüber sprechen. Es ist seine Entscheidung und nicht die von uns Spielern. Aber wir wollen und hoffen natürlich, dass er bleibt."

Marcel Koller sieht Spekulationen gelassen

Koller bleibt bisher gelassen. "Es ist wichtig, ruhig zu bleiben und sich auf seine Aufgabe zu konzentrieren", sagte der Teamchef.

Wenn man ein Ziel nicht erreicht habe, "tut das weh", erläuterte Koller. "Ich brauche dann ein paar Tage, bis ich das verarbeitet habe."

Leid ist er die Arbeit nicht: "Ich erkenne keine Müdigkeit, dass ich sage, ich bin leer oder ausgepumpt. Ich liebe den Fußball, kann sieben Tage die Woche mit Fußball arbeiten und mir wird nicht langweilig."

Für ihn als Trainer sei wichtig, dass eine Mannschaft eine gewisse Qualität mitbringe. "Vor sechs Jahren war das ein Grund, dass ich hier zugesagt habe."