Das ÖFB-Team hat sich in der WM-Qualifikation einen weiteren Patzer geleistet. Zu Hause kommt man über ein 1:1 gegen biedere Georgier nicht hinaus. Aber neue Spieler haben sich für große Aufgaben empfohlen.

  • Verunsicherte Österreicher müssen früh einem Rückstand hinterherlaufen
  • Louis Schaub und Moritz Bauer empfehlen sich für weitere ÖFB-Einsätze
  • Arnautovic rackert und erarbeitet sich Chancen, trifft aber nicht

Die Highlights der ersten Halbzeit:

8. Minute: 0:1 für Georgien: Kavin Danso spielt den Ball zu fest auf Julian Baumgartlinger, der das Leder nicht bändigen kann. Der Georgier Dschano Ananidse geht dazwischen und die Georgier kommen in Überzahl auf das österreichische Tor zu. Schönes Abspiel auf Valeriana Gvilia, der Danso mit einem Haken aussteigen lässt und flach ins lange Eck schießt.

18. Minute: Beinahe der Ausgleich. Die Österreicher kombinieren gut an der Strafraumgrenze. Kainz mit einer Flanke auf Harnik der einen wuchtigen Kopfball an die Latte setzt.

33. Minute: Marko Arnautovic nimmt sich ein Herz und lässt drei georgische Verteidiger aussteigen. Aus 14 Metern zieht er ab. Der Ball rutscht ihm etwas über den Rist und geht neben das Tor.

37. Minute: David Alaba verletzt sich ohne Fremdeinwirkung am Sprunggelenk und wird durch Louis Schaub ersetzt.

43. Minute: 1:1. Tor für Österreich. Martin Hinteregger mit einer weiten Flanke auf Moritz Bauer, der den Ball per Kopf knapp vor der Toroutlinie noch zur Mitte bringt. Harnik schießt Torhüter Makaridse an, den Abpraller kann Louis Schaub zum Ausgleich verwerten.

Die Highlights der zweiten Halbzeit:

50. Minute: Arnautovic tunnelt einen georgischen Verteidiger und zieht aus 17 Metern scharf ab. Knapp am Tor vorbei.

63. Minute: Chance für die Georgier. Ananidse flankt auf Kwilitaia, der aus fünf Metern beinahe einschießen kann. Moritz Bauer stört ihn aber entscheidend und lenkt den Ball ins Toraus.

81. Minute: Eckball für Österreich durch Florian Kainz. Kevin Danso kommt wuchtig zum Kopfball und verfehlt nur knapp.

86. Minute: Florian Kainz passt steil auf Marc Janko, der nicht schnell genug ist und alleine aufs Tor gelaufen wäre. Torhüter Makaridse kann den Ball gerade noch vor dem Stürmer erreichen.

Die Reaktionen:

ÖFB-Spieler Louis Schaub: "Das Wichtigste ist, dass wir unsere Torchancen nutzen. Hätten wir das gemacht, hätten wir in den letzten beiden Spielen sechs Punkte holen können."

ÖFB-Debütant Moritz Bauer: "Wir hätten heute einen Sieg verdient gehabt. Vor heimischem Publikum hätten wir zeigen sollen, dass wir es können und hätten drei Punkte holen sollen. Mein Debüt war ein schönes Erlebnis, schöner wäre es mit einem Sieg gewesen."

ÖFB-Spieler Marko Arnautovic: "Es will einfach nicht sein. Ich denke wir haben gut agiert. Wir haben viele Chancen erarbeitet. Aber wir dürfen zu Hause nicht nur 1:1 gegen Georgien Spielen. Der Traum die Weltmeisterschaft zu erreichen ist weg. (…) Es ist immer einfach zu sagen der Trainer muss raus. Wir spielen, wir müssen das ändern. Marcel Koller hat uns zur Euro gebracht und hat riesigen Respekt verdient."

ÖFB-Teamchef Marcel Koller: "Wir haben sechs gute Möglichkeiten in der Offensive, schießen aber nur ein Tor. Das ist das Problem in dieser Qualifikation, dass wir zu wenig Tore schießen."

Der Star des Spiels

Louis Schaub. In der 37. Minute für den verletzten Alaba gekommen bringt er sofort viel Schwung ins Spiel der Österreicher. Er ist quirlig, ideenreich und zweikampfstark. Schaub hat mit diesem Spiel gezeigt, dass er eine sehr gute Option für das offensive Mittelfeld im ÖFB-Team ist. Zudem hat er den Ausgleichstreffer erzielt.

Die Szene des Spiels

Das schnelle 0:1 durch Gvilia. Der Frust sitzt bei den Österreichern nach dem verlorenen Spiel in Wales wohl noch tief. Die Verunsicherung ist ein häufiger Begleiter der ÖFB-Mannschaft geworden. Auch ein teilweises Aufbäumen konnte die frühe Führung der Georgier nicht mehr wettmachen.

Die Lehren des Spiels:

Österreich wirkt zu Beginn des Spiels unsicher. Durch einen Fehler im Spielaufbau kommen die Georgier zu einer frühen Führung. Danach wirkt das ÖFB-Team lange wie in Schockstarre. Die Laufbereitschaft und der Kampfgeist fehlen. David Alaba will im offensiven Mittelfeld nicht viel gelingen, bis er in der 37. Minute verletzt ausscheiden muss.

Der für ihn eingewechselte Louis Schaub bringt sofort viel Schwung und Ideen mit. Die Neuen im Team, wie Florian Kainz, Moritz Bauer und Louis Schaub kombinieren gut. Knapp vor der Halbzeit gelingt dem ÖFB-Team der verdiente Ausgleich.

Die Österreicher starten mit viel Schwung und guten Kombinationen in die zweite Halbzeit. Sie sind spielbestimmend, können aber nur wenige gute Chancen kreieren. In der Tabelle kann man weiterhin keinen Anschluss nach vorne finden.

Gezeigt hat dieses Spiel, dass sich der Außenverteidiger Moritz Bauer, der viel für die Offensive getan hat und Louis Schaub für weitere Aufgaben empfehlen.