• 50 Jahre nach den Olympischen Sommerspielen feiert München mit den European Championships das seitdem größte Fest des Sports.
  • "Mini-Olympia" begeistert die Menschen.
  • Ihnen werden in und um München Wettkämpfe in neun verschiedenen Sportarten geboten.
  • Schwimmen ist nicht darunter. Diese EM findet in Rom statt.
  • Das liegt am Becken in der Münchner Olympiahalle.

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50 Jahre nach den Olympischen Sommerspielen finden in München Europameisterschaften in neun Sportarten statt. "Mini-Olympia" begeistert die Menschen in der Stadt. Deren Wettkampfstätten sind noch immer voll nutzbar.

Das gilt auch für die Olympia-Schwimmhalle. Trotzdem ermitteln die Schwimmerinnen und Schwimmer ihre Europameisterinnen und Europameister parallel zu den European Championships in München in Rom, der Olympiastadt von 1960.

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Der Deutsche Schwimm-Verband bedauert das. "Wir finden es sehr, sehr schade, dass Schwimmen in München nicht dabei ist", unterstrich Bundestrainer Bernd Berkhahn. Zumal die Anlage in Rom bereits für Olympische Spiele erbaut wurde, die zwölf Jahre vor München stattfanden.

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Die European Championships finden vom 11. bis 21. August 2022 in München statt. Der Zeitplan mit den Sportarten und den Medaillenentscheidungen in der Übersicht.

Münchens Olympia-Becken hat zu wenige Bahnen

Das Problem ist die Anzahl der Bahnen. In der renovierten Münchner Olympia-Schwimmhalle gibt es nach wie vor nur acht. Der europäische Schwimmverband aber forderte für die EM-Wettkämpfe zehn. Darüber berichtete unter anderem die "Süddeutsche Zeitung".

Hintergrund ist die Chancengleichheit. Auf den äußeren Bahnen bricht sich der Wellengang des Wassers aus den inneren Bahnen. Das sorgt für die Schwimmerinnen und Schwimmer dort für einen Nachteil im Kampf um die beste Zeit. Stehen den acht Teilnehmerinnen und Teilnehmern eines jeden Vor-, Zwischen- oder Endlaufs aber zehn Bahnen zur Verfügung, so können die äußeren beiden frei bleiben.

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So sah die Olympia-Schwimmhalle von 1972 in München am 16. Oktober 2014 aus.

Denkmalschutz und zu hohe Kosten verhindern Umbau

Das Münchner Olympia-Becken, aus dem 1972 der US-Amerikaner Mark Spitz seine legendären sieben Goldmedaillen fischte, verfügt nach wie vor über acht Bahnen. Eine Erweiterung scheitert am Denkmalschutz, unter dem der gesamte Olympiapark steht, und an den Kosten.

Marion Schöne, Geschäftsführerin des Olympiaparks, erläuterte im Gespräch mit dem Deutschlandfunk, warum München nicht um jeden Preis um die Schwimm-EM gekämpft hat. Es sei nicht gewollt gewesen, "irgendwo in einer Messehalle ein Schwimmbad aufzubauen, das dann wieder abgebaut werden muss. Das wäre ein Riesenaufwand gewesen und hätte keine Atmosphäre gehabt."

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Der Olympiapark in München, aufgenommen am 23. April 2012, 40 Jahre nach den dortigen Spiele von 1972. Der gesamte Komplex steht unter Denkmalschutz und glänzte nach seiner Sanierung im August 2022 als Austragungsort der European Championships. (Archivbild)

Marion Schöne: "Das hätten wir irgendwann logistisch nicht mehr geschafft"

Apropos Riesenaufwand. Schöne führte ein weiteres Hindernis ins Feld. "Dann gibt es irgendwann auch ein logistisches Problem, dass man es einfach gar nicht mehr schafft, den Zeitplan richtig abzustimmen und auf dem Gelände die An- und Abfahrten der Menschen zu koordinieren und so weiter. Also wir sind jetzt nicht an unsere Grenzen gestoßen, aber viel mehr wäre jetzt schon heftig gewesen, und das haben wir auch gemerkt."

Paul Bristow, Mitbegründer und Geschäftsführer der European Championships, deren Erstauflage 2018 in Berlin und Glasgow stattfand, bestätigte, dass die Aufnahme des Schwimmens ins Münchner Programm an den dortigen Rahmenbedingungen gescheitert sei. "Wir hätten Schwimmen gerne hier, und vielleicht kommt Schwimmen in der Zukunft zurück", äußerte Bristow anlässlich der Eröffnung der European Championships in München am 10. August seine diesbezügliche Hoffnung für die dritte Austragung der European Championships im Jahr 2026.

Verwendete Quellen:

  • deutschlandfunk.de: "Olympische Winterspiele können wir uns absolut vorstellen"
  • sueddeutsche.de: Sie wären lieber in München