• Deutschlands älteste und fleißigste Winter-Olympionikin Claudia Pechstein feiert nur drei Tage nach ihrer Final-Teilnahme im Massenstart ihren 50. Geburtstag.
  • Sie kann sich vorstellen, auch 2026 an den Start zu gehen.
  • Ob sie bis dahin wieder mit der ARD redet, ist offen. Ihr Streit mit dem Sender wegen dessen Doping-Berichterstattung hält an.

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Claudia Pechstein ist Teil des deutschen Sport-Olymps. Drei Tage vor ihrem 50. Geburtstag mischte die Eisschnelllauf-Ikone im olympischen Finale des Massenstarts munter mit und erreichte einen respektablen neunten Rang - gegen Athletinnen, die Pechsteins Töchter sein könnten.

Ihr halbes Jahrhundert an Lebensjahren ist der achtmaligen Olympia-Teilnehmerin Pechstein nicht anzusehen, wenngleich auf dem Eis inzwischen viele Konkurrentinnen schneller sind. Pläne hat die Berlinerin trotzdem nach wie vor. Von Rücktritt hat sie niemals gesprochen.

Claudia Pechstein boykottiert die ARD

"Ich schließe gar nichts aus", konterte die Pekinger Fahnenträgerin Fragen nach einer Fortsetzung der Karriere bis zu den Spielen 2026 in Mailand. Fragen, die sie nach ihrer Landung in Frankfurt am Main aber erst beantwortete, als die ARD ihre Kameras ausgeschaltet hatte.

Mit dem Ersten trägt Pechstein seit einem Jahrzehnt eine persönliche Fehde aus. Sie geht zurück auf die Doping-Berichterstattung des Senders. Dessen diesbezüglicher Spezialist Hajo Seppelt hatte 2012 von Pechsteins Behandlung bei einem Erfurter Sportmediziner berichtet. Dieser Sportmediziner hatte Athletinnen und Athleten Blut abgenommen, mit UV-Licht bestrahlt und das Blut wieder in den Kreislauf der Athletinnen und Athleten zurückgeführt.

Ein Beweis für einen Verstoß gegen die Doping-Regeln aber ließ nicht führen. Pechstein blieb - ein Jahr nach dem Ablauf ihrer zweijährigen Sperre wegen angeblichen Blutdopings - unbehelligt. Mit Journalistinnen und Journalisten der ARD aber spricht sie seitdem nicht mehr.

Wechselt Claudia Pechstein in den Trainerbereich?

Sicher ist, dass der olympische Winter für die fünfmalige Olympiasiegerin noch nicht vorbei ist. Pechstein bestätigte ihre Teilnahme am Weltcup-Finale am 12./13. März im niederländischen Heerenveen - "hoffentlich wieder mit Zuschauern".

Und danach? Bei allem Respekt für die sportliche Lebensleistung erscheint eine Verlängerung der ohnehin schon beispiellosen Karriere als Wettkämpferin schwer vorstellbar. Realistischer ist da wohl ein Seitenwechsel in den Trainerbereich.

Eine entsprechende Ausbildung an der Kölner Trainerakademie hat Pechstein bereits begonnen. Und ein irgendwann fälliges Vorstellungsgespräch bei der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) könnte in den eigenen vier Wänden stattfinden. Denn der Lebensgefährte der deutschen Fahnenträgerin in Peking ist DESG-Präsident Matthias Große.

Zu tun hätte Pechstein auf jeden Fall genug, es ist eine Menge Aufbauarbeit zu leisten. "Wir haben aber Konzepte in unseren Köpfen", erklärte DESG-Sportdirektorin Nadine Seidenglanz, ohne allerdings den Namen Pechstein dabei in den Mund zu nehmen.

Pechsteins Doping-Fall liegt beim Bundesverfassungsgericht

So oder so wäre es in Mailand Pechsteins neunte Olympiateilnahme - und auch ein bisschen Genugtuung, denn die Spiele von Vancouver 2010 verpasste sie wegen der erwähnten, umstrittenen Dopingsperre. Ein Dutzend Jahre später ist der juristische Streit über die Rechtmäßigkeit immer noch nicht abgeschlossen, der Fall liegt beim Bundesverfassungsgericht. (AFP/hau/ari)

Claudia Pechstein, Eisschnelllauf, Olympia, Winterspiele, Peking, 3.000 Meter, 2022
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