Für Andreas Kofler ist die Olympia-Saison schon gelaufen: Der Tiroler laboriert an einer Autoimmun-Erkrankung - und muss sich die nächsten Monate komplett auf seine Genesung konzentrieren.

Seit dem Continentalcup Mitte September ist es ruhig geworden um ÖSV-Adler Andreas Kofler. In einem Interview erklärt der 33-Jährige, was hinter der Pause steckt.

Eine Autoimmun-Erkrankung, mit der er sich schon länger herumplage, sei der Grund, sagte Kofler der "Tiroler Tageszeitung". "Im Herbst war die schwierigste Phase, nun schaue ich, wieder gesund zu werden und mein 'Akku-Problem' zu lösen."

In der Saisonvorbereitung sei er immer schwächer geworden, erzählte Kofler. "Mein Körper bekämpft die eigenen Zellen. Ich wollte es zuerst nicht wahrhaben. Irgendwann musste ich es annehmen."

Mentale Probleme gebe es nicht, betonte Kofler: "Im Gegenteil. Ich bin motiviert und will weiterkommen im Springen." Nur der Körper mache nicht mit. "Ich merke, dass mein Energiehaushalt nicht stimmt. Ich musste das Training reduzieren."

Schon in der vergangenen Saison hat der Vize-Olympiasieger 2006 und Tourneesieger 2009/10 gemerkt, dass etwas nicht stimmt: "Es ging schleichend. Erst im Herbst habe ich die Diagnose bekommen."

Olympia-Aus für Andreas Kofler

Jetzt sei die größte Herausforderung, dem Körper die Zeit zu geben, sich zu erholen - "sonst werde ich im Weltcup keine Sprünge mehr machen", glaubt Kofler.

Er habe sehr daran zu kiefeln, ausgerechnet in der Olympia-Saison pausieren zu müssen. "Man bereitet sich im Herbst auf den Saisonauftakt und die Highlights Tournee und Olympia vor, und dann ist man nicht konkurrenzfähig."

Eine andere Option sieht Kofler jedoch nicht: "Ich habe mich seit 15 Jahren auf den Körper verlassen können und jetzt gibt er mir Zeichen. Entweder ich haue drauf, aber dann zwingt er mich in die Knie. Oder ich schaue, dass er sich wieder erholt."

Ziel: Teilnahme an der Heim-WM 2019

Kofler will definitiv weiter im Weltcup springen. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Am Sonntag fliegt der Tiroler nach Lillehammer, wo er mit Michael Hayböck und Markus Schiffner trainieren wird. "Die sind derzeit auch nicht in Form. Da habe ich einen Vergleich und darauf freue ich mich."

Auf längere Sicht ist eine Teilnahme an der Heim-WM 2019 in Seefeld in Tirol das Ziel. "Das wäre ein schöner Karriereabschluss. Das ist mein langfristiges Ziel, und da will ich hin", betonte Kofler. Doch: "Es lässt sich viel planen, aber es kommt oft anders, als man es sich erhofft."

Kofler ist nicht der einzige Profisportler, der mit einer Autoimmun-Erkrankung kämpft: BVB-Profi Mario Götze machte seine Krankheit Anfang 2017 öffentlich und kehrte erst im August in die deutsche Bundesliga zurück. Götze leidet unter einer Stoffwechselstörung, der sogenannten Myopathie. Um welche Erkrankung es sich bei Andreas Kofler handelt, ist nicht bekannt. (ank)