• 18:43 Uhr: ➤Von der Leyen: Ukraine hat Kandidatenstatus verdient
  • 17:28 Uhr: Feuer in russischer Raffinerie - Russische Behörden vermuten Drohnenangriff
  • 16:56 Uhr: AfD-Chef Chrupalla ruft zum Dialog mit Russland auf
  • 16:33 Uhr: Merz fordert weitere Unterstützung für die Ukraine
  • 15:44 Uhr: Scholz: Unterstützen die Ukraine so lange, wie es nötig ist
  • 15:29 Uhr: Xi warnt vor Ausweitung von Militärbündnissen

Live-Ticker zum Krieg in der Ukraine hier aktualisieren

Von der Leyen: Ukraine hat Kandidatenstatus verdient

  • 18:43 Uhr

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union aufgefordert, bei ihrem bevorstehenden Gipfel den EU-Kandidatenstatus für die Ukraine zu unterstützen. «Es ist nun am Europäischen Rat zu entscheiden und der historischen Verantwortung gerecht zu werden, vor der wir stehen», sagte von der Leyen am Mittwoch in Brüssel im Europaparlament. Das Verfahren zur Aufnahme von Ländern wie der Ukraine gründe auf Leistung. «Aber wie wir auf ihre Leidenschaft und ihren Fortschritt reagieren, ist unsere Sache.»

Die EU entscheidet an diesem Donnerstag, ob dem von Russland Ende Februar angegriffenen Staat der Status eines EU-Kandidaten gewährt werden soll. Es zeichnet sich breite Unterstützung für eine entsprechende Empfehlung der Kommission ab. Die Entscheidung muss jedoch von allen 27 Staaten einstimmig getroffen werden. Neben der Ukraine warten auch Georgien und Moldau auf eine Beitrittsperspektive. Die Kommission empfiehlt auch für Moldau den Kandidatenstatus. Georgien soll ihn erst bekommen, wenn es bestimmte Reformauflagen erfüllt.

Von der Leyen sagte, die Demokratie habe in der Ukraine «gewaltige Fortschritte» gemacht. Das Land verdiene den Kandidatenstatus, doch seien weitere Reformen notwendig. «Die Ukraine ist durch die Hölle gegangen, aus einem einfachen Grund: ihrem Wunsch, der Europäischen Union beizutreten», sagte die Kommissionspräsidentin. Es sei das einzige Land, in dem Menschen erschossen worden seien, weil sie sich in eine europäische Flagge gehüllt hätten.

Die Lage im Überblick:

Seit 24. Februar führt Russland aus der Luft und am Boden einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kurz zuvor hatte Präsident Wladimir Putin das Existenzrecht der Ukraine als eigenständiger Staat in Zweifel gezogen und die sogenannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk in der Ostukraine anerkannt.

Die ukrainische Armee wehrt sich seitdem nach Kräften gegen die Invasoren. Auf beiden Seiten gibt es Berichten zufolge Tausende Tote, wie viele Soldaten und Zivilisten bereits starben, lässt sich jedoch nicht unabhängig überprüfen. Fakt ist: Die humanitäre Lage in der Ukraine spitzt sich mit jedem Tag zu. Nach Angaben der UN sind inzwischen über 7,7 Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen (Stand: 16. Juni), vor allem Frauen und Kinder, da Männer zwischen 18 und 60 Jahren das Land nicht verlassen dürfen.

Die EU und die USA reagierten mit Sanktionen. Außerdem liefern sie der Ukraine Waffen, auch Deutschland unterstützt das Land mit Waffenlieferungen. Auch Panzer der Klasse Gepard soll die Ukraine aus Deutschland erhalten. Dass die Nato aktiv in den Krieg eingreift, gilt bislang als ausgeschlossen.

Am ersten April-Wochenende sorgten Bilder von den Leichen vieler Zivilisten in der Kleinstadt Butscha bei Kiew international für Entsetzen. Die Ukraine spricht von schweren Kriegsverbrechen und Völkermord und macht dafür russische Truppen verantwortlich. Moskau bestreitet trotz zahlreicher Hinweise am Tod der Zivilisten beteiligt gewesen zu sein. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte, die Verhandlungen mit Russland sollen weiter fortgesetzt werden. Seit dem 18. April läuft eine lange vorbereitete Großoffensive Russlands im Osten der Ukraine.

Russlands Angriff in der Ukraine: Aktuelle Kampfhandlungen und Truppenbewegungen. (Achtung: Diese Infografik wird regelmäßig aktualisiert)

Die weiteren Meldungen vom 22. Juni:


Feuer in russischer Raffinerie - Russische Behörden vermuten Drohnenangriff

  • 17:28 Uhr

Ein Feuer in einer russischen Ölraffinerie nahe der Grenze zur Ukraine ist nach Angaben der russischen Behörden mutmaßlich auf einen Drohnenangriff zurückzuführen. "Einer Version zufolge wurde das Feuer durch einen Drohnenangriff auf technische Vorrichtungen der Anlage verursacht", erklärte der Gouverneur der Region Rostow, Wassili Golubow, am Mittwoch im Messengerdienst Telegram. Auf dem Gelände der Nowoschachtinsk-Raffinerie seien Drohnenteile gefunden worden. Angaben zur möglichen Herkunft der Drohnen machte er nicht.

Nach Angaben des Gouverneurs konnte das Feuer gelöscht werden, alle Mitarbeiter seien in Sicherheit gebracht worden, es gebe keine Verletzten. Die Arbeit in der Raffinerie sei für die Dauer der Ermittlungen ausgesetzt worden, erklärte Golubow weiter.

Die Raffinerie liegt nur wenige Kilometer von der Grenze zur von pro-russischen Separatisten kontrollierten Region Luhansk in der Ostukraine entfernt. In einem in Online-Netzwerken veröffentlichten Video, dessen Echtheit zunächst nicht überprüft werden konnte, ist eine Drohne zu sehen, die über einem Industriegebiet fliegt, bevor eine Explosion und ein Feuerball zu beobachten sind.

Seit dem Beginn der russischen Militäroffensive in der Ukraine Ende Februar hat Russland Kiew mehrfach Angriffe im Grenzgebiet vorgeworfen. Im vergangenen Monat starb nach Angaben des Gouverneurs der Region Kursk ein Mensch bei einem ukrainischen Angriff auf ein Dorf an der Grenze. Anfang April warf der Gouverneur der Grenzregion Belgorod der Ukraine vor, ein Tanklager mit zwei Hubschraubern angegriffen zu haben. Anfang dieser Woche hatte Moskau der Ukraine vorgeworfen, Förderplattformen vor der von Russland annektierten Krim-Halbinsel im Schwarzen Meer angegriffen zu haben. (AFP)

AfD-Chef Chrupalla ruft zum Dialog mit Russland auf

  • 16:56 Uhr

Der AfD-Vorsitzende Tino Chrupalla hat die deutsche Sanktionspolitik gegen Russland verurteilt. Die Bundesregierung wolle sich "den Luxus" leisten, auf eine Kooperation mit einem der rohstoffreichsten Länder der Welt zu verzichten, sagte er am Mittwoch im Bundestag nach der Regierungserklärung von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). "Auch wir verurteilen den russischen Angriff auf die Ukraine", betonte der AfD-Partei- und Fraktionschef. Aber nur Dialog und Zusammenarbeit könnten den Frieden wiederherstellen. (dpa)

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Merz fordert weitere Unterstützung für die Ukraine

  • 16:33 Uhr

Unions-Fraktionschef Friedrich Merz begrüßt die jüngsten Aktivitäten von Bundeskanzler Olaf Scholz zur Unterstützung der Ukraine, fordert aber weitere Anstrengungen. Merz äußerte sich am Mittwoch im Bundestag positiv zur Reise des Kanzlers nach Kiew sowie zur Veröffentlichung von Waffenlieferungen an das von Russland angegriffene Land. Offenbar habe es hier in der Bundesregierung einen Meinungswechsel gegeben, sagte Merz. (AFP)

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Scholz: Unterstützen die Ukraine so lange, wie es nötig ist

  • 15:44 Uhr

Bundeskanzler Olaf Scholz hat der Ukraine im Kampf gegen den russischen Angriffskrieg anhaltende deutsche und europäische Unterstützung zugesagt - auch mit Waffen. "Die Ukraine bekommt die Waffen, die sie in der jetzigen Phase des Krieges besonders braucht", sagte der SPD-Politiker am Mittwoch in einer Regierungserklärung zu den anstehenden Gipfeltreffen der Europäischen Union, der G7-Gruppe wirtschaftsstarker Demokratien und der Nato im Bundestag in Berlin. Deutschland liefere die Waffen - "heute und in Zukunft", betonte Scholz.

Die Ukraine habe jedes Recht, sich gegen Russland zur Wehr zu setzen, sagte Scholz. "Und es ist unsere Pflicht als europäische Nachbarn, als Verteidiger von Recht und Freiheit, als Freunde und Partner der Ukraine, sie dabei bestmöglich zu unterstützen." Europa stehe geschlossen an der Seite des ukrainischen Volkes, versicherte der Bundeskanzler vor dem Gipfelmarathon von EU, G7-Gruppe und Nato. "Wir werden die Ukraine auch weiterhin massiv unterstützen - finanziell, wirtschaftlich, humanitär, politisch und nicht zuletzt mit der Lieferung von Waffen", sagte er und ergänzte: "Und zwar so lange, wie die Ukraine unsere Unterstützung braucht." (dpa)

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Chinas Machthaber Xi warnt vor Ausweitung von Militärbündnissen

  • 15:29 Uhr

Der chinesische Präsident Xi Jinping hat vor einer Ausweitung internationaler Militärbündnisse gewarnt. In einer Rede vor Beginn eines virtuellen Wirtschaftsgipfels der sogenannten Brics-Gruppe sagte Xi am Mittwoch laut chinesischen Staatsmedien: "Die Ukraine-Krise ist ein (...) Weckruf". Er warnte davor, "militärische Allianzen auszuweiten" und "die eigene Sicherheit auf Kosten der Sicherheit anderer Staaten" anzustreben.

China hat es wiederholt abgelehnt, den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu verurteilen. Ebenso wie Moskau kritisiert Peking die Osterweiterung der Nato. Vor einer Woche hatte Xi in einem Telefonat mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin Unterstützung in Fragen der "Souveränität und Sicherheit" Russlands zugesagt. Beide vereinbarten einen Ausbau der militärischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit ihrer Länder. (AFP)

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Türkischer Frachter verlässt Mariupol nach Gesprächen über Getreide in Moskau

  • 15:05 Uhr

Nach türkisch-russischen Gesprächen in Moskau über die in der Ukraine blockierten Getreidevorräte hat am Mittwoch ein türkischer Frachter den ukrainischen Hafen Mariupol verlassen.

Die Gespräche in Moskau hätten zu einem "ersten konkreten Ergebnis" geführt, erklärte das türkische Ministerium weiter. Ob der Frachter Getreide geladen hat, wurde nicht ausdrücklich erwähnt.

In den ukrainischen Häfen, die unter russischer Kontrolle stehen oder blockiert sind, stecken Millionen Tonnen Weizen fest. International wird befürchtet, dass die Blockade der Getreideexporte eine weltweite Hungerkrise auslösen könnte. Eine Ausfuhr ist auch aufgrund der Seeminen in den Gewässern gefährlich. (AFP)

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Moskau wirft Berlin "russenfeindliche Hysterie" und "antirussische Propaganda" vor

  • 14:22 Uhr

Die russische Regierung hat der Bundesregierung das Schüren von Russenfeindlichkeit vorgeworfen. Berlin gefährde "jahrzehntelange Bemühungen Russlands und Deutschlands, die Feindschaft nach dem Krieg zu überwinden", erklärte das Außenministerium in Moskau am Mittwoch anlässlich des Gedenktags an den Angriff Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion. Deutsche Regierungsmitglieder würden mit fast "täglichen Attacken auf unser Land russenfeindliche Hysterie schüren".

In Deutschland werde derzeit eine "antirussische Propagandakampagne" gefahren, erklärte das Ministerium weiter. Dies habe zu einer "grundlosen, an eine Massenpsychose grenzenden Aggression" gegen Russen und russischsprachige Menschen in Deutschland geführt. Belege für diese Behaupten wurden nicht präsentiert, Russland führt seit Februar einen Angriffskrieg gegen die benachbarte Ukraine.

Das Außenministerium warf dem Nato-Mitglied Deutschland zudem vor, seine Militärpräsenz an der westlichen Grenzen Russlands auszubauen. Dies rufe "Erinnerung an die bittersten Zeiten der russisch-deutschen Beziehungen für unser Volk wach, einschließlich der Ereignisse, die dem Mai 1945 vorangingen".

Wegen der russischen Großinvasion in der Ukraine haben sich die Spannungen zwischen Moskau und Berlin in den vergangenen Monaten massiv verstärkt. Russland hat die Gaslieferungen nach Deutschland drastisch reduziert, die Bundesregierung wiederum erhöhte die Ausgaben für die Bundeswehr massiv und lieferte zuletzt Panzerhaubitzen an die Ukraine. (AFP)

Ausbildung an Mehrfachraketenwerfer Mars II beginnt kommende Woche

  • 14:02 Uhr

Die Ausbildung ukrainischer Soldaten an dem von Deutschland zugesagten Mehrfachraketenwerfersystem Mars II wird nach Angaben von Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) kommende Woche beginnen. Nach der Bereitstellung von sieben Panzerhaubitzen 2000 sei dies das nächste Waffensystem "in der Vorbereitung" für eine Lieferung an Kiew, sagte die Ministerin am Mittwoch im Bundestag. Deutschland werde dabei wie angekündigt drei derartige Systeme bereitstellen, Großbritannien ebenfalls drei und die USA vier.

Die Systeme seien wichtig, "um die Ukraine mit Artillerie zu unterstützen, die zum einen weitreichend, aber auch sehr präzise ist", sagte Lambrecht. Mit der Lieferung der Panzerhaubitzen 2000 und der Mehrfachraketenwerfer aus Bundeswehr-Beständen sei Deutschland allerdings "ziemlich an der Grenze dessen angelangt, was noch verantwortbar ist", wenn die Landes- und Bündnisverteidigung weiter gewährleistet werden solle.

Darüber hinaus sei über die Industrie bei schweren Waffen noch die Lieferung von Gepard-Flugabwehrpanzern vorgesehen, sagte Lambrecht. Auch das Luftabwehrsystem Iris-T werde von der Rüstungswirtschaft an die Ukraine geliefert. (AFP)

Russland und EU - Konflikt jetzt auch um Kaliningrad

Russland und EU: Konflikt jetzt auch um Kaliningrad

Seit einigen Tagen dürfen wegen der jüngsten EU-Sanktionen gegen Russland bestimmte Waren nicht mehr durch Litauen nach Kaliningrad transportiert werden. Russland spricht von "feindlichen Handlungen".

Mutmaßlicher Drohnenangriff löst Feuer in russischer Raffinerie nahe Ukraine aus

  • 12:46 Uhr

Nach dem Absturz einer Drohne hat es in einer Raffinerie im Süden Russlands nahe der Grenze zur Ukraine gebrannt. "Die Feuerwehrleute haben den am Morgen aufgeflammten Brand in der Ölverarbeitungsanlage Nowoschachtinsk im Gebiet Rostow vollständig gelöscht", teilte der örtliche Zivilschutz am Mittwochmorgen laut der Agentur Interfax mit. Das Feuer habe nur eine kleine Fläche von etwa 50 Quadratmetern erfasst und wurde Behördenangaben zufolge schnell unter Kontrolle gebracht.

In sozialen Netzwerken kursierten Videos, auf denen eine Drohne zu sehen ist, die Richtung Raffinerie fliegt, dann dort abstürzt, bevor es eine größere Explosion und Flammen gibt. Nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wurden in den vergangenen Wochen auch immer wieder russische Grenzregionen zum Ziel von Angriffen - nach Angaben aus Moskau von ukrainischer Seite aus. Kiew kommentiert diese Vorwürfe nicht.

Laut den Kommentatoren des Videos kam die Drohne aus Richtung Ukraine. Allerdings liegen zwischen dem Gebiet Rostow am Don und dem von Kiewer Truppen kontrollierten Gebiet der Ukraine noch die Separatistengebiete Donezk und Luhansk. (dpa)

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Reporter ohne Grenzen wirft russischen Truppen vor, ukrainischen Fotojournalisten hingerichtet zu haben

  • 12:31 Uhr

Der am 1. April im Norden von Kiew tot aufgefundene ukrainische Fotojournalist Maks Levin ist laut Recherchen von Reporter ohne Grenzen "kaltblütig hingerichtet" worden. Laut eines von der Organisation am Mittwoch veröffentlichten 16-seitigen Berichts wurden Levin und sein Begleiter am 13. März von russischen Streitkräften ermordet, nachdem diese die beiden wahrscheinlich verhört und gefoltert hatten.

Bereits zuvor hatte die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft erklärt, Levin sei von russischen Soldaten erschossen worden. Der Fotograf sei unbewaffnet gewesen und von zwei Kugeln aus Kleinfeuerwaffen getroffen worden. Die Behörde hatte nach eigenen Angaben Ermittlungen wegen eines mutmaßlichen Kriegsverbrechens und zu den genauen Todesumständen Levins aufgenommen.

Der 40-jährige Journalist war nach dem Abzug der russischen Truppen in der Nähe des Dorfes Guta Meschygirska entdeckt worden. Levin arbeitete für ukrainische und internationale Medien und galt als sehr erfahrener Fotograf. Während der Kämpfe zwischen ukrainischen Truppen und von Russland unterstützten Separatisten in der Ostukraine im Jahr 2014 war es ihm gelungen, aus einer eingekesselten Stadt zu fliehen, in der hunderte ukrainische Soldaten getötet wurden.

Seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine am 24. Februar sind dort laut einer Zählung von Reporter ohne Grenzen mindestens acht Journalisten bei der Ausübung ihres Berufs getötet worden. (mf/AFP)

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Bundesregierung bestätigt Lieferung von Panzerhaubitze 2.000 an Ukraine

  • 11:05 Uhr

Die Bundesregierung hat bestätigt, dass die Lieferung der sieben Panzerhaubitzen 2.000 aus Bundeswehr-Beständen an die Ukraine abgeschlossen ist. In ihrer im Internet veröffentlichten Liste zur militärischen Unterstützung des Landes führte sie die Artilleriewaffen am Mittwoch nun in der Rubrik "gelieferte letale und nicht-letale militärische Unterstützungsleistungen". Es ist die erste Lieferung schwerer Waffen durch Deutschland an Kiew im Krieg mit Russland. (AFP)

Selenskyj

Selenskyj: Militärische Lage in Region Luhansk ist "sehr schwierig"

Der ukrainische Präsident Selenskyj betonte, dass die Besatzer starken Druck ausüben würden, womit er auf die russische Armee anspielte.

Ukrainischen Einheiten nahe Sjewjerodonezk droht Blockade

  • 10:46 Uhr

Im Kampf um das Verwaltungszentrum Sjewjerodonezk im Osten der Ukraine droht den ukrainischen Truppen ein weiterer Rückschlag: "Der Feind versucht die volle Kontrolle über Sjewjerodonezk herzustellen und Einheiten der Verteidigungskräfte in den Ortschaften Boriwske und Woronowe zu blockieren, die Kampfhandlungen halten an", teilte der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht am Mittwoch mit. Boriwske und Woronowe sind zwei Vororte Sjewjerodonezks am Ostufer des Siwerskyj Donez. Im gleichen Gebiet hatten die Russen erst am Wochenende die Ortschaft Metjolkine eingenommen.

Laut dem Lagebericht konzentrieren die russischen Truppen ihre Offensivbemühungen im Donezker und Luhansker Gebiet auf den Raum zwischen Sjewjerodonezk und Bachmut. In dem Ballungsraum droht ukrainischen Einheiten nach früheren Meldungen südlich der Großstadt Lyssytschansk ebenfalls eine Einschließung.

Das zweite Hauptziel der russischen Attacke, der Ballungsraum Slowjansk - Kramatorsk mit rund einer halben Million Einwohnern (vor dem Krieg), bleibt hingegen vorerst außer Reichweite moskautreuer Bodentruppen. Derzeit würden die ukrainischen Stellungen nördlich von Slowjansk unter Artilleriefeuer genommen, um den Angriff vorzubereiten, teilte der Generalstab mit. (AFP)

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Ukraine meldet heftige Bombardierungen im ostukrainischen Lyssytschansk

  • 10:20 Uhr

Die russischen Streitkräfte haben in der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch die ostukrainische Stadt Lyssytschansk nach ukrainischen Angaben heftig bombardiert. Sie "beschießen Lyssytschansk mit Artillerie, Raketen, Fliegerbomben, Raketenwerfern", erklärte der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj, am Mittwoch im Online-Dienst Telegram. "Sie zerstören alles."

Russland hat die von Lyssytschansk durch einen Fluss getrennte Stadt Sjewjerodonezk nach wochenlangen heftigen Gefechten nahezu eingenommen. Zuletzt wurde vor allem in umliegenden Dörfern gekämpft, auch wenn das Stadtgebiet von Sjewjerodonezk nach ukrainischen Angaben weiterhin nicht gänzlich unter russischer Kontrolle ist.

Lyssytschansk halten weiterhin die Ukrainer. Mit einer Eroberung der Gegend und der zwei Städte würde Russland die gesamte Donbass-Teilregion Luhansk kontrollieren. Außerdem wäre der Weg frei für ein weiteres Vorrücken in der angrenzenden Region Donezk. (AFP)

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London: Separatisten in Donezk haben enorme Verluste erlitten

  • 09:31 Uhr

Die prorussischen Separatisten der Donezker Volksrepublik (DVR) in der Ost-Ukraine haben nach Einschätzung britischer Experten seit Beginn des Krieges enorme Verluste erlitten. Die Truppen hätten rund 55 Prozent ihrer ursprünglichen Kampfstärke verloren, hieß es in einem am Mittwoch veröffentlichten Update des britischen Verteidigungsministeriums. Daran werde die außergewöhnliche Zermürbung der russischen und prorussischen Truppen in der hart umkämpften Donbass-Region ersichtlich.

Nach Angaben der Separatistenvertreterin Darja Morosowa sind seit Jahresbeginn bis zum 16. Juni 2.128 der prorussischen Kämpfer im Gefecht getötet und 8.897 verletzt worden. Die britischen Geheimdienste halten es für wahrscheinlich, dass die Separatisten mit veralteter Ausrüstung kämpfen. Auf beiden Seiten werde es entscheidend für den Verlauf des Krieges sein, inwiefern Reserveeinheiten mobilisiert werden könnten, hieß es weiter.

Insgesamt sollen die Verluste der russischen und prorussischen Truppen laut ukrainischen Angaben inzwischen bei weit über 30.000 liegen. Diese Angaben können nicht unabhängig überprüft werden. (AFP)

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Berichte von Verschleppten und Verschwundenen in russisch kontrollierter Stadt

  • 08:58 Uhr

Einwohnerinnen und Einwohner der besetzten ukrainischen Hafenstadt Cherson berichten von Verschleppungen und verschwundenen Menschen. Der russische Inlandsgeheimdienst FSB und das Spezialeinsatzkommando SOBR der russischen Nationalgarde seien in Cherson unterwegs, behauptet eine Frau. Bei einem von Russland organisierten Besuch war ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP Anfang Juni vor Ort.

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Nach Protest: Russische Journalistin fürchtet Verhaftung

  • 08:04 Uhr

Die durch ihren Kriegsprotest im russischen Fernsehen bekannt gewordene Journalistin Marina Owsjannikowa befürchtet, bei einer Rückkehr in ihre Heimat verhaftet zu werden. "Ich kann nicht nach Russland zurückkehren, unter keinen Umständen, denn - soweit ich weiß - werde ich sofort inhaftiert werden", sagte die 44-Jährige der Deutschen Presse-Agentur in einem Interview in Berlin. "In Deutschland fühle ich mich ziemlich sicher. Aber ich bin ständig Mobbing und Hass in sozialen Netzwerken ausgesetzt."

Die damalige Redakteurin des russischen Staatsfernsehens hatte am 14. März in einer Livesendung des Ersten Kanals ein Protestplakat gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine gezeigt. Darauf stand: "Stoppt den Krieg. Glaubt der Propaganda nicht. Hier werdet ihr belogen". Dafür bekam sie weltweit Anerkennung. Der Kreml in Moskau verurteilte die Aktion. Die Journalistin erhielt Geldstrafen.

Nun versuche der Kreml systematisch, ihre Glaubwürdigkeit zu untergraben, sagte Owsjannikowa der dpa: "Ich bin in einer schwierigen Lage. Der Kreml will allen sagen, glauben Sie dieser Person nicht, sie ist fake, das war kein echter Protest. Als ich noch in Russland war, sagten sie: Sie ist eine britische Agentin. Wenn ich Russland verlasse, sagen sie: Sie ist eine russische Agentin, glaubt ihr nicht." Doch fügte sie hinzu: "Ich bin nicht fake." (dpa)

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Mögliche Todesstrafe für US-Kämpfer: Weißes Haus entsetzt

  • 06:21 Uhr

Das Weiße Haus hat Andeutungen des Kreml-Sprechers Dmitri Peskow über eine mögliche Todesstrafe für zwei in der Ukraine gefangen genommene US-Kämpfer scharf kritisiert. Dass ein offizieller Vertreter Russlands dies überhaupt erwähne, sei "entsetzlich", sagte der außenpolitische Sprecher des Weißen Hauses, John Kirby, am Dienstag in Washington.

Kreml-Sprecher Peskow hatte die beiden früheren US-Soldaten Alexander Drueke und Andy Huynh in einem Interview mit dem US-Fernsehsender NBC als Söldner bezeichnet, die nicht durch die Genfer Konventionen zu Kriegsgefangenen geschützt seien. Auf die Frage, ob ihnen die Todesstrafe drohe, hatte er gesagt, "das kommt auf die Ermittlungen an."

Die pro-russischen Separatisten in der sogenannten Volksrepublik Donezk im Osten der Ukraine hatten kürzlich Todesurteile gegen zwei in der Ukraine gefangen genommene Briten und einen Marokkaner verhängt. Kirby sagte weiter, er wisse nicht, ob Peskow seine Äußerungen tatsächlich ernst gemeint habe oder gedacht habe, eine Großmacht müsse so etwas sagen. Doch welches Motiv auch immer dahinter stehe, "es ist in jedem Fall alarmierend". (AFP)

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Selenskyj-Berater: "Wir können den Krieg gewinnen"

  • 06:12 Uhr

Der Wirtschaftsberater des ukrainischen Präsidenten, Alexander Rodnyansky, geht fest von einem Sieg seines Landes gegen den russischen Aggressor aus. "Wir können den Krieg gewinnen", sagte er am Dienstagabend in der ARD-Sendung "Maischberger". Er hoffe, dass Ende August oder im August die Gegenoffensive beginnen könne. Die Hilfen aus dem Ausland würden sehr helfen, kämen auch an, aber bis die Waffen eingesetzt werden könnten, dauere es eben.

Einen nachhaltigen Frieden könne man mit Russland sowieso nicht schließen, sagte der Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. "Dieser Illusion darf man sich nicht hingeben." Russland unter dem Präsidenten Wladimir Putin sei nicht an einem Frieden mit Europa interessiert, es gehe um Revanchismus, um Imperialismus - "und dabei wird es auch bleiben".

Rodnyansky sagte, die Ukraine verteidige die europäische Friedensordnung und müsse maximal unterstützt werden, weil es sonst den Krieg irgendwo anders in Europa gebe. "Man darf sich ja nicht vor einem ukrainischen Sieg mehr fürchten als vor der russischen Niederlage, also das ist doch absolut fehl am Platz." In seinem Land herrsche nach knapp vier Monaten jedenfalls keine Kriegsmüdigkeit. Allerdings gebe es massive Probleme mit dem Nachschub, man sei noch abhängiger vom Westen geworden. (dpa)

Mit Material von dpa und AFP

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